Dunkel ist’s noch nicht, aber das kommt schon noch
Januar 27th, 2012 § 1 Kommentar
Er hielt den Zettel gegen das Licht. Kniff sein linkes Auge zusammen, um besser erkennen zu können. Entzifferte mühsam Georgs Handschrift. Uralt musste diese Notiz sein. Für einen Artikel zum 20-jährigen Bestehen des blogozentrikers.
Bob ist daran gewöhnt, noch die allersimpelsten Informationen aus einer Eierschale schlürfen zu müssen. Und er ist daran gewöhnt, dabei, sehr nach Alexander Kluge, aufs Prinzip der Gutmütigkeit der Schöpfung zu setzen! Daher seine Ausdrucksweise.
Der Artikel war damals nie erschienen, erinnerte sich Bob Macha. Er hatte es untersagt. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Herzblut muss aus der Hand fließen
Januar 27th, 2012 § 6 Kommentare
Ich hab so viel Herzblut da hinein gesteckt. Jahrelang hab ich nur für dieses Buch gelebt. Der Roman. Eine fixe Idee, klar. Aber eine lebenserhaltende. Ich hatte doch nichts anderes! Was hatte ich denn? Keine Liebe, keine Freunde, keine Freude. Hat mein Roman alles nicht zugelassen. Ihm hab ich alles geopfert. Mein ganzes Glück war dieses Manuskript. Handgeschrieben. Jede freie Minute hab ich darein investiert. GONDELN AUS BLEI. Tausende von Seiten. Immer und immer wieder hab ich von vorn angefangen. War nie zufrieden. Nie, nie, nie, nie, nie! Ich wollte das TOTALE Werk. Perfektion. Ich wollte das der Welt hinknallen, und dann sollte die Welt mal sehen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Literaturliebhaber
Januar 26th, 2012 § 9 Kommentare
JUSTINES LITERATURSALON – weiße Schriftzüge auf blauem Hintergrund, wie von einer Feder flink hingewischt in den stillen Tiefen der Bastille. Eine Buchhandlung, und Magnus tritt ein. Er will etwas von Tolstoj kaufen, die Empfehlung eines Freundes, „Der Tod des Iwan Iljitsch“. Und verschnaufen.
An einem runden Tisch sitzen zwei Männer. Hinter Sonnenbrillen schauen sie auf, als Magnus hereinkommt. Draußen hat Schneefall eingesetzt. Der eine der Männer trägt gleichwohl einen hellbraunen Sommeranzug. Der andere hat einen grauen Mantel mit Pelzkragen an. Eine Aura von gepflegter Verwahrlosung geht von ihnen aus. Vor ihnen auf dem Tischchen stehen zwei Weingläser, beide leer. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Mädel in Germany
Januar 25th, 2012 § 4 Kommentare
Mit finster verkniffenen Brauen hockte Georg hinter seinem Schreibtisch. Diese Wulff-Debatte trieb ihn um … er wollte gern etwas über die Verantwortung der Medien und den Verfall der Doppelmoral schreiben, doch fand er partout den Einstieg nicht … und so blickte er denn auf, gedankenlos in seinem tiefen Nachdenken, und sein Herz tat einen Sprung, als seine Augen sich unwillkürlich festsaugten an der Gestalt eines wunderschönen jungen Mädchens, das in diesem Moment höchster innerer Anspannung sein Büro betrat!
- Ja, oho, rief er freudig, wen haben wir denn da? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Mammuts im Regenwald?
Januar 25th, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar
- Also, was bei uns überhaupt nicht geht.
Bob Macha nimmt einen tiefen Schluck aus der Kaffeetasse; da diese längst leer ist, ist nur ein lautes, irres Sauggeräusch zu hören.
- Was bei uns überhaupt nicht geht, sagt er und stellt die Tasse mit einem enorm lauten Klappern ab (sie geht aber nicht kaputt, nein), das ist …
Bob Macha steht auf, steckt die Hände in die Hosentaschen, fängt an, herumzuschlendern.
Er schlendert, er schlendert, er schlendert.
- Ja, was denn?, fragt Phorky endlich mit nervösem Zwinkern (Tic). « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Holzkörper
Januar 24th, 2012 § 1 Kommentar
- Mein Gott! Ich kann mich ja überhaupt nicht bewegen …
- Nur die Ruhe, werter Herr Macha, sagte pfiffig der Zimmermann, ein ruhiger Geselle mit Mütze und runder Nase, das arbeitet noch, das Holz! Sie werden noch genügend Bewegungen in Ihrem …
- Aber ich meine doch WILLENTLICHE Bewegungen! Ich muss doch, schrie Bob Macha, meinen Arm bewegen können, wenn ich es möchte, und nicht, wenn in zwanzig Jahren irgendeine Faser meines …
- Das Holz des Mammutbaums, dozierte da mete, doch Bob Macha unterbrach ihn mit wüstem Gekreisch:
- Das interessiert mich einen Scheißdreck, Mann, was der Mammutbaum dazu zu sagen hat! « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Echt bio: Die mit dem Baum flüstert
Januar 23rd, 2012 § 7 Kommentare
Kind spricht mit Baum – und der Baum antwortet? Bisher gab’s das nur im Märchen. Jetzt aber stellten Naturforscher in Brasilien fest, dass solche Phänomene auch in der Wirklichkeit existieren. Auf die Spur brachte sie die kleine Caro Müller (Foto li.), die ihren Eltern schon seit Jahren den letzten Nerv damit raubt, dass sie Bäume umarmt und tröstend auf die stämmigen Waldbewohner einredet.
„Wir gingen natürlich davon aus, dass unser Kind einfach bescheuert ist“, schmunzelt Carsten Müller, Vater der kleinen Caro. „Bei uns in der Familie waren wir noch nie sonderlich helle.“ Und Mutter Donna ergänzt: „Egal ob in der Eifel oder auf Teneriffa – unsere Kleine hat jedes Stück Holz geherzt, das ihr unterkam. Voll psycho, wie ihr Vater. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Schrumpfkopfparade
Januar 23rd, 2012 § 1 Kommentar
Die Kanzlerin faltete ihre Hände rautenförmig vor dem Bauchnabel. Sie verlieh mit Nachdruck ihrer festen Überzeugung Ausdruck, dass der blogozentriker auch in seiner neuerdings wieder alten Form den Herausforderungen eines nicht nur schnelllebigen, sondern wirklich ja total im Mahlstrom des Neuen versunkenen Marktes werde trotzen können. Sie überlegte kurz, ob sie es mit einem Ausdruck des Bedauerns umkleiden sollte, dass die Online-Postille wieder in alte Fahrwasser einschwenkte und die Archive öffnete; bequemer, da leichter zu lesen, war das E-Blatt ja tatsächlich unter Christian Klein gewesen, der jedoch, beinahe erleichtert, konnte man denken, in die zweite Reihe zurückgetreten war. Klein wirkte tatsächlich überaus zufrieden mit der Entwicklung der Dinge. Das einzige, überlegte er, woran man noch arbeiten musste, war dieser grässliche Schrumpfkopf, dessen Anblick einem den Magen umdrehte. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Dame, König, As, Spinner
Januar 21st, 2012 § 7 Kommentare
Bob Macha ist immer für eine Überraschung gut. Doch manchmal übertrifft er sich selbst! So kam gestern Abend aus dem Staunen kaum heraus das Publikum im Bayreuther Markgräfinnentheater, als „the blogocentric mastermind“ („Huffington Post“) auf die Bühne trat, um zur Eröffnung der „Fränkischen Kulturwochen 2012″ eine Keynote zu speechen zum Thema: „Brot und Spiele: Brauchen wir wirklich Computer, um das Internet zu usen?“. Gedrängt voll war der Saal, an einigen Stellen knickte die rotsamtene Bestuhlung unter dem Andrang ein. Die Ränge hingen bedenklich durch, weil sich vor allem schwergewichtige Personen nach oben geflüchtet hatten, als die Zuschauer, meistenteils ältere Semester, wie eine irr gewordene Herde Büffel durch die enge Eingangspforte … na ja. Jedenfalls saßen oder lagen dann irgendwann alle. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Interview im Siebdruckverfahren
Januar 21st, 2012 § 2 Kommentare
- Früher habe ich immer gern die Zeitungen gelesen.
- Und das tun Sie nicht mehr?
- Wissen Sie, ich bin mit Matthias Matussek auf Facebook befreundet, obwohl ich ihn persönlich überhaupt nicht kenne. Und ich bekomme immer zu sehen, was er für Bilder hochlädt, und wie er seine Gläubigkeit vermarktet. Ich bekomme auch mit, wie diese ganzen Schleimer ihm ihren Schleim ins Gästebuch schmieren. Ich weiß nicht, nein. Ich lese nicht mehr gerne Zeitung.
- Sie haben nichts als Verachtung übrig für den Medienbetrieb, oder?
- Im Grunde gibt’s da doch nur eine einzige Regel: Lecken Sie allen den Arsch aus, dann lecken die anderen alle zurück! Das ist Ockhams Messer, angewandt auf die Medienmeute. « Den Rest dieses Eintrags lesen »