Wenn ich durch die Stadt gehe. Nehmen wir an, da ist ein Markt. Obst, Sushi, viele Leute. Viele, viele Stände. Das Übliche, eben. Im Hintergrund eine Kirche, die steinern herab schweigt auf uns. Sie kennen das bestimmt, das gibt’s ja in jeder Stadt, noch in der kleinsten. Eigentlich ist so ein Markt bei den Menschen beliebt. Mir ist das aber zu viel. All diese Leute. Bilde ich es mir ein, oder starren die mich alle verstohlen an? Sobald ich einen Apfel prüfend in die Hand genommen habe. Sobald ich an einer Orange gerochen habe. Warum glotzen die alle so? Ist mit mir was nicht in Ordnung? In meinem Kopf herrscht ein unwahrscheinliches Gedränge. Ich lecke an einer Erdbeere, spüre die Frische. Da ist eine Leere – lassen Sie mich das so sagen – eine Leere, die zur Entladung drängt, zur Explosion. In meiner Brust, in meinem Kopf. Eine Leere, die eine totale Fülle ist. Schwer zu beschreiben.
Ich mache im Internet einen Test, weil mich das jetzt doch beunruhigt. „Sind Sie ein Borderliner?“ Neun Fragen. Ich habe acht Richtige. Heißt das jetzt, dass ich einer bin, ein Borderliner? Beim „Hypersensiblen-Test“ schneide ich ähnlich ab. 11 von 15 Punkten. Nicht ganz die maximale Zahl. Vielleicht sollte ich den Test noch mal machen? Später? Wenn ich ausgeruhter bin? Ich bin jetzt auch einfach erschöpft.
Ich gehe in den Chat. Zum Glück sind Alex und Danny gerade online. Sie beraten über das Spiel gestern, das italienische Fiasko, gegen die Oranjes. 3:0, das sei „eine Packung“, meinen sie. Oje, Fußball, denke ich, dafür bin ich wirklich zu sensibel. Also doch hypersensibel? Diese Erschöpfungszustände, diese Ratlosigkeit. Unlust. Ob ich einfach mal die Wohnung putze? Ob das was bringt? Alex und Danny meinen, ich solle mich mal nicht so haben, mich nicht so anstellen. Ich solle einfach öfter mal einen saufen, dann bekäme ich das schon in den Griff. Ich sei nervlich überreizt, aber von Hypersensibilität habe man bei mir doch eigentlich nie sprechen können. Und Borderliner? „Mensch, Robbie, du bist doch geistig ganz normal!“ schreibt mir Alex. Er klingt fast wütend. Soweit sich das bei einer getippten Nachricht entscheiden lässt.
Zum Glück kenne ich keine extrem unsensiblen und stumpfen Dumpfbacken wie Danny & Alex, die sich im Chat über Fussball unterhalten, während der blogozentriker über die essentiellen Fragen des Daseins nachdenkt.
vielleicht hilft das bei der selbsteinschätzung:
http://www.psychotherapiepraxis.at/surveys/test_borderline.phtml
Nachdem Sie Ihre Unsicherheit bezüglich der wahren Ursachen der bei Ihnen festgestellten Symptome geäußert haben, wurde von Ihnen kein weiterer Artikel mehr veröffentlicht. Das ist sehr schade, denn das, was ich von Ihnen gelesen habe klang doch sehr interessant. Sind Sie zur Zeit auf Studienreise oder Recherche für ein neues poetisches Werk?
Ist das ernst gemeint? Ich spreche von den Kommentaren, ich komme nämlich gerade aus dem Lachen nicht mehr raus. Selten mal sage ich das, aber hier ist Platz für ein hypersensibles *lol*!!
die armen Schweine die nichts mehr merken , das Lebenben bsteht für die nur noch aus Arbeit , fressen und saufen . Das es noch andere Dinge gibt geht denen so am Ar…. vorbei.Solche Leute suchen wir nicht. Die brauchen wir auch nicht.
Gruß GeGo