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Weblog-Archiv für 18. Juni 2008

… mit seinen Massengräbern in Bosnien – er sitzt letztendlich in einer Pinte in Frankfurt am Main, Salzburg oder Stuttgart, säuft seinen Schoppen Wein und geht dann heim, aufschreiben, was Apoll oder Herakles (tatsächlich aber meist Bacchus) ihm eingetrichtert haben. Und das ist das Lächerliche! Und das sedimentiert auch in der Form.

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Bei Norbert Gstrein (und dem noch unsäglicheren Andreas Wäldchestag) kann man m. E. gut studieren, wohin es führt, wenn einer versucht, krampfhaft an einem Medium festzuhalten – z. B. an der Literarizität der Literatur. (Ich glaube, man sagt tatsächlich so?)

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Die Kunst, Poet zu sein

Poet zu sein, bedarf es wenig – im Grunde nur des eisernen Willens, einer zu sein, und dann ist man König: König von ein paar windschiefen, weinseligen Buchstabenketten, die lustvoll dahin torkeln im Abendwind …

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Der polnische Schriftsteller Witold Gombrowicz, berühmt für „Ferdydurke“ und seine sexuellen Neigungen, machte sich mit Vorliebe lustig über die Liebhaber von Lyrik. Die säßen da im Auditorium, so sein Argument, lauschten unverständlichen Klängen vom Podium, applaudierten entschlossen und gingen dann heim, gerührt letztlich von ihrer Bereitschaft, sich dem Bizarren, dem ganz und gar Fremden auszuliefern.

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