Ein paar Tage später träumte ich, ich wäre in Dietrichs Wohnung eingedrungen, und dann, als ich mich davon stehlen wollte, kam er mit seinem Wagen zurück, einem Mini-Fahrzeug, stinkbesoffen; ich überlegte, ob ich die Flucht ergreifen sollte, entschied mich dann aber doch, mich ihm zu stellen. Zuerst war er sehr kühl-ironisch: „Kennen wir uns?” Diese Reaktion habe ich mir oft versucht vorzustellen, dieses Distanzierte, Eisig-Abschreckende.
Es gelang mir mit ein paar wohlgesetzten Worten, seine abweisende Art zu mildern. Ich packte ihn unter der Achsel, weil er so besoffen war, dass er kaum gehen konnte (am Tag zuvor hatte ich von meinem Vater geträumt, der ebenfalls zu betrunken war, um alleine gehen zu können), und führte ihn auf sein Zimmer. Ich hatte während meiner Visite das Bett in Unordnung gebracht, und das fiel ihm nun, trotz seiner starken Betrunkenheit, auf. Dabei handelte es sich nur um eine kleine Abweichung in der Drapierung einer grünen Decke auf dem Bett. Damit war ich nicht zurecht gekommen.
„Was ist denn mit dem Bett?” fragte er. Ich sagte ihm, seine Mutter sei auf dem Anrufbeantworter; ihren Anruf hätte ich vorhin, vom Flur aus, wo ich auf ihn gewartet hätte, gehört. Dann tauchte eine Frau auf – von hier an ist meine Erinnerung an den Traum verwischt. Ich kann die Bilder nicht mehr entziffern.
Und? War das eine Wiederannäherung? Diesen Eindruck habe ich eigentlich nicht. Ich glaube sogar, auch im Traum verstärkte diese Begegnung eher den Wunsch, es dabei zu belassen. Und doch ist da ein saures Gefühl in mir: ein leises, flügelschlagendes Bedauern in meiner Brust. Es hätte sein können … Aber vermutlich hätte es eben nicht sein können, und ich bin ein zu großer Narr, um von meinen Illusionen endlich abzulassen.