Man kann Urmel nicht genug dafür rühmen, dass er der Kultur alten Stils die Treue hält. Er „läßt sich von der unabänderlichen Tatsache nicht beirren (aber doch irritieren!), daß die Leser alten Stils, für die Bildung (literarisch, musikalisch, cineastisch usw.) ein erstrebenswertes Gut darstellte, nach und nach ins Grab sinken und ihnen keine lesende Generation nachfolgt“, wie er selber schreibt.
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Soweit unsere Werbeunterbrechung. Aber ich möchte noch eine Bemerkung anhängen, damit Sie sich von unserer kommerziellen Masche nicht verarscht fühlen. Ich glaube nämlich, dass zu diesem Verfall der (Liebe zur) Kultur alten Stils Autoren wie Jacques Derrida, Gilles Deleuze und Jürgen Habermas mit ihrem wirren Gebrabbel nicht wenig beigetragen haben. Sie sind die Totengräber des Logozentrismus, unabhängig davon, in welchem Lager sie sich ideologisch oder ideell verorten. Ihre Art zu schreiben hat mehr Leser vergrault, als sämtliche antilogozentristischen Beschwörungstänze es je vermöchten!
Wenn man z. B. Joseph Roth liest, dann weiß man, was gemeint ist, Zeile für Zeile. Ich weiß nicht, ob man es in einem tieferen Sinne versteht, aber man hat doch am Ende das Gefühl, etwas kapiert zu haben. Lesen Sie aber doch bitte mal die „Grammatologie“! Obwohl, von „Lesen“ kann da keine Rede sein; schlagen Sie das Buch auf und überfliegen Sie ein paar Zeilen. Das ist doch eine Unverschämtheit! Das ist doch ein Witz, und zwar kein guter! Das muss man alles doch auch auf Deutsch (resp. natürlich Französisch) sagen können, statt in diesem verbrämt dadaistischen Slang.
Sie merken schon, dass ist alles sehr ressentimentgeladen, was ich da schreibe. Das kann man nicht ernst nehmen! Ich meine, Jürgen Habermas! Der hat immerhin die Neue Unübersichtlichkeit geschaffen! Und was wären wir ohne den „Anti-Ödipus“ von Deleuze und Guattari? Trotzdem: Wenn Sie ein Argument gegen logozentrisches (vom Primat der Sprache ausgehendes) Denken brauchen, dann schlagen Sie mal ein Buch von Martin Heidegger auf. Klingt nach einem hoffnungslosen Säufer. Ist aber alles absolut ernst gemeint.