Dienstbuch (Auszug)
Januar 31st, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Abenddienst. Ich sitze in meinem Dienstzimmer, die Waffe bei Fuß, und trinke ein Bier. Wenn mich ein Vorgesetzter erwischt, so, mit der Waffe bei Fuß und einem Bier in der Hand, ist natürlich etwas los. Ich höre, wie aus dem Theaterraum Postmoderne zu mir herüberdröhnt. Mich stört das nicht. Ich find’s sogar ganz angenehm. Es zeigt mir, unterschwellig, dass ich noch am Leben bin. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Dienstreise
Januar 31st, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
- Ich werde morgen nach München fahren, Walther. Der Dienstreiseantrag liegt vor?
- Keine Ahnung. Hat den die Chefin?
- Die Ruth hatte ihn.
- Dann.
- Hm. Gibt’s sonst noch was?
- Ja, eine Sache. Dieser Drucker hier.
- Das Ding da?
- Ja.
- Was ist damit? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Idol, eitel, Eidon
Januar 31st, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Logozentrismus – das ist natürlich auch so ein bisschen eine fixe Idee von Büchernarren. Denn schon das Wort „Idee“ zeigt ja überdeutlich, wie die realen Machtverhältnisse sind. Herr Logos sperrt das Maul auf, und die Hosen hat das Bild an, das Eidon, die Idee. Ohne Bilder hat die Sprache einfach nichts zu sagen, Grammatik hin oder her. Das ist also alles wie in einer guten Ehe. Man darf dem Augenschein nur insoweit trauen, als man ihn umdrehen muss, um die wirkliche Situation zu erfassen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Ein Unding der Möglichkeit
Januar 30th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
- Also, diese Szene, in der dieser Herzog seiner Frau.
- Friedrich.
- Ja, wenn er ihr vorwirft, sie betreibe eine unsinnige, perverse Verschwendung.
- Fritzi.
- Fritzi und Sofi, genau. Eine Verschwendung von Steuergeldern.
- Der Bau ihrer Oper.
- Genau. Und der Finanzminister steht daneben.
- Ihr Lebenstraum. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Hasenfuß
Januar 29th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Kein Geringerer als Willyam kommentiert meinen Artikel MEIN SPIEL: „Aber wo stehst Du: Mit Deinem Sarkasmus, Deiner Ironie? An der Subhypergrenze – nicht ganz Teil, aber, da Du alle Rollenerwartungen erfüllst und Ironie und Selbstreflexion nur als Überschüsse produzierst, auch nicht ganz der idiotische Außenseiter. DAS ist doch der perfekte Platz, oder nicht?“
Entscheidend ist zunächst natürlich, dass die Zeit der Ironie vorbei ist. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
„Wir sind ein Haufen Sternenstaub“. Ein Besuch bei W. J. T. Mitchell
Januar 29th, 2009 § 1 Kommentar
„Was ist mit Ihnen los, Mann? Sind Sie krank?“
„Uh, äch, nein. Ich hab nur gestern Abend zu viel gesoffen.“
Der große Ikonologe beäugt mich skeptisch. Offenbar bin ich ziemlich blass, eine Mitleid erregende, zittrige Kreatur, die sich nur mit Mühe in aufrechter Position hält. Mit dem Aufnahmegerät komme ich absolut nicht klar, am Ende fallen mir noch die Batterien heraus, und darum fange ich an, mir mit Bleistift Notizen zu machen, von denen ich später kaum ein Wort werde entziffern können.
„Nicht, dass Sie mir hier den Teppich vollkotzen“, sagt der große Ikonologe ängstlich. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Mein Spiel
Januar 28th, 2009 § 1 Kommentar
Im Grunde gibt es für den Menschen nur eine Art, sein Leben auf eine gewisse Höhe zu bringen. Durch institutionellen Pragmatismus. Man muss versuchen, in einem System für sich eine Stelle zu finden, einen Ort. Das ist dann ein Leben, für das man sich nicht permanent zu rechtfertigen braucht. Als Bürokrat von irgendetwas wird man akzeptiert, klaglos, fraglos, von allen Seiten. Man kann z. B. sagen: Ich werde Manager. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Lasst die Idioten ihre Idioten begraben
Januar 28th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Sie kennen doch diese riesigen Präsidentenköpfe in den USA, Mount Rushmore. So etwas schwebt mir vor, nur umgekehrt. Die ins Gigantische vergrößerten Ärsche der Präsidenten. Und darauf klettern dann die Touristenscharen herum, wie Ameisenarmeen. Stellen Sie sich das vor! Die Schau- und Unternehmungslustigen hocken sich in die Arschritzen ihrer Präsidenten, der Großen Toten, und fressen ihre Burger. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Bin ich frei, den Finger auf meinem Up-and-down-Knopf?
Januar 28th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Die Münchner Kammerspiele veranstalten von Februar bis Mai 2009 gemeinsam mit dem Korsakow Institut für Nonlineare Erzählkultur eine Reihe von Gesprächen. Motto, etwas herausgekreischt: „Hilfe, Freiheit!“ Den Auftakt bildet, sehr stimmig, ein Gespräch zur „Bundeswehr“ mit einem General, der u. a. Befehlshaber der KFOR-Friedenstruppe im Kosovo und des Bundeswehr-Kontingents im Somalia-Einsatz war. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
So kam die Schminke in die Welt
Januar 27th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Lascaux, 15.000 BC. Der Urmensch hockt in seiner Höhle. Die Natur ist bösartig. Sie verbrennt einen, als Blitz von außen, als Virus von innen. Ideal ist etwas anderes. Der Urmensch, Sie oder ich, träumt. Der Traum führt seine Hand, taucht seinen primitiven Pinsel tief hinab in die Farbtöpfe seiner Sehnsucht. Sein Traum handelt von Fleisch. « Den Rest dieses Eintrags lesen »