Bierdeckel-Poetik

Januar 15th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

- Simon Hirsch, Sie nannten Ihr Verfahren einmal “Bierdeckel-Poetik”. Warum? Was steckt dahinter?
- Ach, nichts weiter. Ich notiere meine Einfälle auf Bierdeckeln. Das ist alles.
- Warum Bierdeckel? Das ist ja interessant!
- Zunächst einmal haben die genau die richtige Größe für meine Einfälle.
- Ihre Einfälle haben auf einem Bierdeckel Platz?
- Genau. Wenn so ein Einfall nicht auf einem Bierdeckel unterzubringen ist, dann weiß ich: Da stimmt was nicht! Und dann mag ich diese Pappe, dieses weiche Material, zum Schreiben. Vor allem, wenn es etwas angefeuchtet ist. Wenn der Stift da eindringt …
- Das klingt beinahe erotisch.
- Na ja, erotisch …
- Doch!
- Und, ganz praktisch gesehen. Wenn Sie an so einem Wirtshaustisch sitzen. Da ist ein Bierdeckel halt immer zur Hand. Und die Bedienung leiht Ihnen einen Kugelschreiber.
- Sie schreiben im Wirtshaus, heißt das?
- Also, “Schreiben” würd ich das ja eigentlich nicht nennen …

(Das Werkstattgespräch führte Irene Schmal-Spur.)

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