Rausgerockt, hingerotzt
Februar 7th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
- Es ist einfach nicht objektivierbar. Das interessiert keine.
- Hör mal. Ich hab dieses Tagebuch gelesen, Bob. Und ich konnte nicht.
- Du, ja, Georg, du kennst mich aber auch. Du weißt ja auch.
- Nein, es ist. Bob. Das ist ein document humain, wenn du mich.
- Das ist. Das ist einfach ein Tagebuch. Notizen eines Verwirrten, anders kann man das nicht.
- Eines Verirrten, Bob. Eines Verirrten!
- Schön, eines Verirrten. Aber der einzige Wert, den diese Aufzeichnungen besitzen, ist ein.
- Das ist ein großer Unterschied. Verwirrt, verirrt. Ein großer. Wenn auch nur ein W. Ein großes W.
- Wie die Sammlung Prinzhorn. Das Dokument eines Geisteskranken ist das. Ein pathologischer Fall. Wenn du mich.
- Wie du zwischen all diesen Frauen stehst, Bob, und.
- Ach, die kannte ich ja gar nicht! Die.
- Und doch hast du dich zwischen ihnen aufgerieben! Man fiebert total mit. Das sind echte Gewissensqualen, die du da.
- Um so schlimmer. Georg. Ich sage doch, das waren Mädchen, die ich übers Internet.
- Gerade in seiner Luftigkeit.
- Luftigkeit?
- Luftigkeit, Flüchtigkeit. Gerade in seiner Ungreifbarkeit ist das alles doch im höchsten Maße symptomatisch, Bob. Das ist Ausdruck unserer.
- Ich bin ein Held unserer Zeit, oder wie?
- Epoche, genau.
- Mich dich nicht lächerlich, Georg. Ich kotze da meinen Seelenscheiß aufs Papier, ich scheiße das hin, und du sagst.
- Nein, ich muss dir da ganz entschieden.
- Man braucht etwas, das objektivierbar ist, das man objektiv.
- Man braucht etwas Subjektives. Etwas, das bis ins Idiosynkratische zugespitzt ist, ins Idiotische. Da wird’s.
- Nein, es geht um einen klassischen Gedanken. Man braucht etwas mit Allgemeingültigkeit. Man kann da nicht einfach nur.