Angst vor dem letzten Wort
Februar 12th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Das ist das Schlimmste. Nicht mehr an sich selbst glauben zu können. Ich hab das nie gekonnt, Rosa. Nicht eine Sekunde in meinem Leben. Und heute Abend hab ich die Kraft nicht mehr, mich darüber hinweg zu täuschen. Ich mag, ich kann nicht mehr. Etwas hat mich eingeholt, von hinten. Etwas Tiefschwarzes. Etwas Mörderisches, Monströses. Frag nicht, was. Mein Vater. Ein kalter Nebel, ein Hauch aus den Eiswüsten der Hölle. Ach. Das bürgerliche Pathos. Wie banal. Lach nicht, Rosa. Lach nicht über mich. Lach mich nicht aus. Mir ist es ernst. Bitterernst. Kannst du dir das vorstellen? Dass man im Leben einen Punkt erreicht, wo man sterben möchte, weil man nicht mehr mag? Wo man sich und anderen nichts mehr vormachen mag? Das Projekt Ich ist gescheitert. Mein Ich ist im Kanonenrohr hängen geblieben, das Schlachtfeld des Lebens hat es nie erreicht. Mein Ich war zu dick, zu ungestalt. Meinen ersten Schuss habe ich nie abgegeben. Ich war zu feige dazu oder zu blöde. Das mögen andere entscheiden. Ich mach Schluss, Rosa. Leb wohl, Rosa. Ich habe dich immer geliebt. Du warst mein einziger Trost.