Ich überlasse den Führerbunker-Veteranen …
Februar 18th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
… erst einmal seinem Schicksal. Sigrun bitte ich, ihm einen Kaffee zu bringen. Seine Söhne, weiß ich, haben ihm seine „ganz persönliche Lebensbeschreibung, unverwechselbar und einmalig“ (Zitat aus der DIE BIOGRAFEN-Broschüre) zum Geschenk gemacht – in der Hoffnung, sich dann diese ganzen furchtbar unterirdischen Geschichten nicht mehr selbst anhören zu müssen. Ob diese Rechnung aufgehen wird? Ich habe da so meine Zweifel …
Ich folge Georges in den Nebenraum, wo er sein Büro hat, und da sitzt vor dem Schreibtisch eine Art Maulwurf in Menschengestalt: eine dunkle, kreisrunde Brille auf der Nase, ein paar unappetitlich gekräuselte Härchen am Kinn, eingewickelt in einen speckigen grauen Wintermantel, pickelig und ungeheuer fett. Wirklich, ungeheuer. Er sieht aus, als wäre er vor ein paar Jahrzehnten 16 Jahre alt geworden und seitdem nicht mehr gealtert, und er riecht, als hätte er sich seit seinem 15. Geburtstag nicht mehr gewaschen. Und das Beste: Der Typ raucht eine Zigarre, deren Asche er über den Rand des Aschenbechers hinaus schnippst. Allerdings tut er das keineswegs mit Absicht; er bemerkt es noch nicht einmal. Er hat eine ganz hohe Piepsstimme, Falsett, wie wir Groschenautoren sagen, und im Falsett sagt er zu mir: „Guten Tag“, und ich sage gleichfalls „Guten Tag“ und …