Letzte Lyrik
Februar 11th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
In den Spuren gehn von Goethe,
Heinrich H. und Gottfried Benn.
In den Spuren bin ich sicher, « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Zerstörung und Zerstreuung
Februar 11th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
„Manche Leute können das. Poeten. Sie fassen einen Sachverhalt so prägnant in einer einzigen Zeile, im Ablauf von ein paar Worten zusammen, dass danach. Wie soll ich sagen. Danach ist die Sache erledigt, irgendwie. Ein für alle Mal.“
„Nenn mal ein Beispiel“, sagt Georg träge. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
The Alzheimer Age
Februar 10th, 2009 § 1 Kommentar
Die Krankheit unserer Zeit. Man geht eine Straße entlang, geht in ein Geschäft. Wenn man wieder herauskommt, hat man keine Ahnung mehr, wo man sich befindet. Plötzlich sieht alles ganz anders aus. Wo eben noch ein Café war, befindet sich eine automatisierte SB-Bäckerei. Wo Blumen verkauft wurden von einer freundlichen Frau, spuckt ein Supermarkt seine Kunden aus dem Ausgang. Wolkenkratzer ohne Gesicht heben das Stadtbild an. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Man smst mir, also bin ich
Februar 10th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
„Jungs, da habt ihr euch ganz schön weit aus dem Fenster gehängt.“
Wer je das Vergnügen hatte, Bert „Big“ Bruder in einem Zustand zu erleben, den man, auf die höchst anschaulichen Ausdrucksformen der Alltagssprache zurückgreifend, als „sauer“ charakterisieren könnte, vermag sich vorzustellen, wie Bob und ich uns fühlten. Die Headline KAPITALISMUS ALS RELIGION war bei den Kunden von n+2 nicht auf große Gegenliebe gestoßen. Im Gegenteil. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Generalmajor, Generalverdacht, Generalsekretär
Februar 9th, 2009 § 5 Kommentare
Zum Teil sind wir Blogozentriker doch konsterniert, wenn wir unsere Kommentarleiste durchstöbern. Was da so alles über uns hereinbricht! Von der abgefeimten Invektive („Blahgozentriker!“) bis zur ebenso irritierenden Lobhudelei („Weiter so!“), vom noch einmal und dann gleich noch einmal nachhakenden Nachfassen, das etwas von Hegels schlechter Unendlichkeit hat, bis zum letztlich rein selbstreferentiellen, in dunkelster Verwirrung mündenden Ausruf hoch zur Büste des Joseph Beuys – alles da. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Schreibrausch im Materiallager
Februar 9th, 2009 § 1 Kommentar
Marshall McLuhan hat damit angefangen, Friedrich Kittler und Klaus Theweleit haben die Untersuchungen fortgesetzt. Welche Auswirkungen hatten Typewriter, Grammophon und weiblicher Körper (Sekretärin) auf den Beruf des Dichters? Sicherlich ist es etwas anderes, ein Gedicht zu tippen, als es zu singen. Adorno, dieser Dichter unter den Denkern, z. B. liebte es, seine Bücher erst einmal zu diktieren, um dieses Diktat dann zu überarbeiten. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
In meiner Paraderolle als Tonio im Roggen
Februar 8th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Natürlich. Ich kannte den Text. In der Schule hatten wir TONIO KRÖGER bereits gelesen. Mir war das alles sehr seltsam vorgekommen. Ein dünnes Stimmchen haspelte sich durch eine Seite Text, dann versuchten wir zu ergründen, in dieser undarstellbar beklommenen Atmosphäre der die Herzen vergiftenden Idiotie eines Klassenraums, was der blonde Hans mit DON KARLOS zu tun hatte. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Mitleid ist ein Luxus, den sich kaum noch jemand leisten kann
Februar 8th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Das Schöne am Modernismus war, dass er es gut meinte mit den Menschen. Er verband Technikgläubigkeit mit Humanismus. Auch wenn die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts geprägt war von zahlenmäßig beispiellosem Horror. Es blieb doch eine Art positiver Grundstimmung, der Glaube, das Projekt Menschheit sei auf einem guten Weg, bei allen Schwierigkeiten, Abirrungen etc. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Rausgerockt, hingerotzt
Februar 7th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
- Es ist einfach nicht objektivierbar. Das interessiert keine.
- Hör mal. Ich hab dieses Tagebuch gelesen, Bob. Und ich konnte nicht.
- Du, ja, Georg, du kennst mich aber auch. Du weißt ja auch.
- Nein, es ist. Bob. Das ist ein document humain, wenn du mich.
- Das ist. Das ist einfach ein Tagebuch. Notizen eines Verwirrten, anders kann man das nicht.
- Eines Verirrten, Bob. Eines Verirrten!
- Schön, eines Verirrten. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Suhrkamp geht nach Berlin
Februar 7th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Und dann hatte es endlich doch noch geklappt, und Bob war Bundeskanzler. Wer kam für den Posten eines Beraters in Frage, außer Georg? Zwar hatte Georg keine Ahnung von Politik, aber er verstand eine Menge von Bob.
Hinter einem breiten, wilhelminischen Schreibtisch empfing Bob seinen alten Weggefährten, mit einer Karaffe Kognak wedelnd. Georg bedeutete ihm, dass es für ihn noch zu früh sei. Gleichzeitig betrachtete er das Durcheinander der großen deutschsprachigen Tageszeitungen, die, wild aufgeblättert und zerpflückt, im Zimmer verteilt waren, die Couch bedeckten und das Tischchen mit der Lampe, sogar die Lampe selbst und auch den tiefen Teppich.
„Du weißt, wir leben im Posthistoire“, fing Bob an. « Den Rest dieses Eintrags lesen »