Ich wollte endlich an die Wörter ran, an irgendetwas, das ich war, aber alles, was ich hatte, waren diese Buchstabenketten. Die versuchte ich so anständig wie möglich auf dem Papier zu drapieren, aber die Lächerlichkeit meiner Bemühungen, den Stift in der Hand, verschiedene Stifte, vom Bleistift über den Kugelschreiber bis zum Füller, das Lächerliche daran verließ mich keine Sekunde, sondern zog mich herab. Wie fremd mir jedes einzelne Wort war, geklaut, Diebesbeute, unrechtmäßig in meinen Besitz Gebrachtes. Dieses Gefühl war ein Sog von unten. Und also musste ich strampeln, um nicht unterzugehen. Widerlich. So eine Scheiße, und das nennt sich Leben! Mühsam mit Fiktionalisierungen kaschiertes Totalelend, das ist das Leben. Wenn Sie mich fragen. Man kann das Showbiz nennen oder Werbung, Kunst oder Kultur. Alles Scheiße. Nichts Echtes dran, nichts Echtes drin. Es ist alles in der Gewalt von ein paar gewaltigen Arschlöchern, die einen Privatpuff draus machen. Etwas anderes habe ich nie erfahren, keine Güte, keine Aufmerksamkeit, nichts Sanftes. Ich frage mich, wo Gottfried Benn das her hatte, das Gute und das Sanfte, das er in manchen Menschen wahrnahm – sind diese Menschen denn nicht doppelt grauenhaft, diese Engel, in ihrer Güte gegen die Teufel? Alles ist vollgerotzt und vollgeranzt, abgetakelt, verhurt, in den Dreck gefahren.
Momentaufnahme, Duisburg
März 27, 2009 von blogozentriker
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Schon, aber ...
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