Man muss sich, sagte Bob, dann natürlich schon fragen, ob man das wirklich will. Artikel schreiben für Leute, die sich für hypersensibel halten oder sich über die Modalitäten des Beim-Arschlecken-schön-Furzens informieren möchten.
Georg schwieg eine Weile. In diesem Schweigen tranken er und sein alter Buddy Bob das eine oder andere Bier. Es handelte sich um Feierabendbiere, insofern war das okay.
Endlich sagte Georg: Na ja, Bob. So, wie du das beschreibst, haben wir es mit Journalismus zu tun, eigentlich, oder?
Hm, sagte Bob.
Wieder wurde lange wenig gesagt und viel getrunken.
Weißt du, fing Bob dann an, machte aber eine Pause. Schon dieser Anlauf hatte ihn ermüdet. Immer diese Worte, das konnte einen schon schaffen! Dann gab er sich aber doch noch einmal einen Ruck. Weißt du, ursprünglich hatte das aber Blogozentrismus werden sollen, sagte er, nicht Journalismus.
Biere wurden geleert, abgeräumt, durch frische, volle Gläser ersetzt.
Tja, fasste Georg später den Gesprächsverlauf zusammen, irgendwas ist dann schief gelaufen, oder?
Das könnte man wohl unter Umständen so sehen, ja, bestätigte Bob. Hier wohne ich übrigens.
Ich komm nicht mehr mit rauf, sagte Georg.
Das hätt ich dir auch nicht angeboten.
Ich wollte nur auf Nummer sicher gehen.
Sehr witzig.
Wir sehen uns morgen im Büro?
Bei n+2?
Hast du noch ein anderes?
Bob schaute weg. Ich weiß noch nicht, sagte er.
Ein paar Taxis fuhren vorbei. Georg und Bob befanden sich in einer stillen, abgelegenen Seitenstraße. Die frühen Morgenstunden verwehten, am Horizont kroch der Morgen hoch.
Du willst was anderes machen, was? sagte Georg.
Bob sagte gar nichts. Dann sagte er: Gute Nacht.
Ich würd doch noch kurz mit hoch kommen, sagte Georg. Ich muss nämlich pinkeln.
Vergiss es, sagte Bob.
Das narzisstische Manifest
April 6, 2009 von blogozentriker