Karma Bums
April 17th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
GEORG. Leer. Was?
BOB. Geschrieben.
GEORG. Du?
BOB. Ja.
GEORG. Nach all den Jahren?
BOB. Eben.
GEORG. So eine Art. Burn-out?
BOB. Ausgebrannt. Ein Wrack. Ein Fall für das Abstellgleis.
GEORG. Okay.
BOB. Hm.
GEORG. Und?
BOB. Was?
GEORG. War’s das wert?
BOB. Wie meinst du das?
GEORG. Na, bist du diesem Traum, von dem du mir mal erzählt hast. Neal Cassidy. Du weißt schon. Kerouac. ON THE ROAD. Dieses ganze Zeug, Wüste und Wind. Verse und Verrücktheit. Liebe und Lalala. Ich drücke mich nicht sehr klar aus.
BOB. Ja.
GEORG. Bist du dem näher gekommen?
BOB. Kann ich nicht sagen, nein.
GEORG. Nein?
BOB. Ich blieb irgendwie in dieser ganzen Provinzscheiße hängen, in diesen. Ach. Egal. Es gibt da nicht sehr viel Phantasie, keinen Schwung, keine Seelengröße. Man kommt da nicht raus, wenn man einmal hineingeraten ist.
GEORG. In diesen Käffern, wolltest du sagen?
BOB. Ja, Käffer. Irgendwo in Bayern. Käffer.
GEORG. Wär dir der Norden lieber gewesen?
BOB. Hör bloß auf.
GEORG. Nicht?
BOB. Ich komm aus dem Norden, Georg.
GEORG. Weiß ich doch. Darum.
BOB. Nö.
GEORG. Würdest du, vielleicht als Lehre. Als Essenz. Essenz deines Lebens. So eine Art Fazit.
BOB. Ich soll ein Fazit ziehen?
GEORG. Nur ein vorübergehendes, versteht sich.
BOB. Ah.
GEORG. Dass man lieber seine Finger von der Provinz lassen soll? Würdest du das sagen?
BOB. In jedem Fall kann die Provinz dich ganz schön runter ziehen. Dich fertig machen.
GEORG. Auslaugen?
BOB. Auslaugen, das kann man sagen, ja.
GEORG. Also, man soll die Finger davon lassen? Das wäre dein Rat?
BOB. Definitiv, ja.
GEORG. Danke für das Gespräch, Bob.
BOB. Schon gut.