Vorgeschichten der Liebe
April 21st, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
- Warte mal, warte mal, nee. So ist das nicht besonders angenehm für mich!
In Momenten wie diesem mit Sätzen wie jenen unterbrochen zu werden, vertrug sich nur schlecht mit Martins Selbsteinschätzung als begnadeter Liebhaber. Nicht nur, dass er mit seiner ersten Freundin, Silvia, kurz nach der tränenreichen Trennung dann doch noch genital verkehrt hatte (was für beide eine erschütternde Erfahrung war, die allerdings an beider Entschluss nichts zu ändern vermochte). Bald darauf hatte er auch eine Affäre mit Silvias bester Freundin, Simone, gehabt, einer Halbasiatin, Thailand, glaube ich. Ihre Mutter kam aus Kleve, und die Beziehung dauerte etwa viereinhalb Wochen. Es gab Trouble wegen des Status der besten Freundin, und nicht zu knapp, keine Frage, aber der Sex war geil. Und dann waren da natürlich Sabine und Sonja gewesen. Ein Lesbenpärchen, aber sehr offen für Hetero-Einflüsse. Hetero und Herero, pflegten die Mädels gutgelaunt zu sagen, das schade nie! Sabine und Sonja rahmten in Martins Erinnerung eine unvergessliche Nacht ein. Toll gebaute Portalfiguren.
Und nun also der Satz: Das ist so nicht besonders angenehm für mich!
Unwillig stemmte Martin seinen schmalen Oberkörper in die Höhe und zog seinen Ständer fürs erste aus Susanne heraus.
- Was? Was ist denn? Was passt denn schon wieder nicht? Der passt doch einwandfrei rein!
Eine Zeitlang hatte Martin in einem Schnellimbiss gearbeitet, “Cleopatra’s Frischfleisch” genannt. Trotz all der Alkoholiker, die einem ab zwei Uhr nachmittags zuzusetzen begannen, weil der Nachmittag sich für sie ins Unendliche dehnte, war der Job ganz okay. Bis Martin eines Tages seinen Chef, einen öligen, aufgedunsenen Marokkaner, dabei erwischte, wie er sich selbst Bauchspeck aus der Schwarte schnitt und unter das Döner-Fleisch mischte. Diese Geschäftspraxis fand Martin unerträglich ekelhaft, und ein paar Monate später kündigte er. Immerhin, die miese Bezahlung in dem Job war nur darum akzeptabel gewesen, weil Martin sich nach Gusto bei den Dönern selbst bedienen durfte. Kannibalismus aber wollte er nicht unterstützen.