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Archiv für Mai 2009

„Weißt du, Georg, ich.“ Bob kniff, seinen Kaffeebecher in der Hand, die Augen zusammen und spähte nachdenklich-verbissen in die Ferne. Er trug seine dicke hellgraue Strickjacke. „Ich bin kein besonders guter Zuschauer“, sagte er. „Meine Gedanken, sie schweifen immer sofort ab, und.“
„Jetzt“, unterbrach ihn Georg, „lass mich doch erst mal rein!“

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Lieber Georg,
heute war ich zum ersten Mal seit sehr, sehr langer Zeit wirklich sehr zufrieden mit dem, was ich schriftstellerisch geleistet habe. Mit unserem Projekt, will ich damit sagen, komme ich ganz gut voran. Vielleicht freut Dich das. Und hoffentlich lassen sie Dich bald wieder raus, damit wir zusammen weiterarbeiten können; dieses Alleinarbeiten ist ziemlich [...]

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Ich muss gestehen, dass die ganze gegenwärtige Musikindustrie mich nicht interessiert. Mag sein, dass dieses Gefühl auf Voreingenommenheit beruht. Aber mir scheint einfach, dass ich aus dem ganzen eigenbrötlerisch-feinsinnigen Klanggebastel mit dekonstruktivistischem Hintergrund ebenso wenig lernen kann wie aus dem Konzept-Secondhand-Punk, von all den unermüdlichen träumerischen Schweden mit Gitarre und lyrischem Willen ganz zu schweigen.

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„Was mir nicht ganz klar ist“, sagte Lyam, „also, werde ich hier verarscht, oder was? Ich meine“, er drückte seine Zigarette im Aschenbecher aus – von dem Ding blieb außer einem schwarzen Schmier nicht viel übrig, er war wirklich aufgebracht -, blinzelnd und schwitzend sagte er: „Ich meine, ich schreibe diesem Typen eine private, sehr [...]

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Jenseits der Verachtung

„Lieben Sie Ihre Leser, Bob?“ Dr. Spielvogel hatte diese bekümmerte, besorgte Miene aufgesetzt, die Bob so zuwider war. „Denn wenn Sie Ihre Leser nicht lieben“, sagte Dr. Spielvogel, „dann werden Sie Ihren Lesern auch nie etwas geben können, was diesen etwas gibt.“
„Was reden Sie denn da für eine Scheiße?“ murrte der Texter.

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A Guy like this

Der große – und mit diesem Epitheton sollte man bekanntlich sehr geizig umgehen – der große Guy Debord, Autor des „Panegyrikus“, der von sich sagte, er sei keiner, der sich selbst korrigiert – Anakoluth.
Ich setze neu an. Die Feder sträubt sich, aber ich setze neu an. Guy Debord fabrizierte seinen Traktat (darf ich das sagen?) [...]

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… der Arbeitsalltag uns zufügt, je unterschwelliger, desto bösartiger. Man wird zu dem Idioten, nach dem der Job, den man macht, verlangt. Schlimmer noch ist das Unwohlsein, das einen befällt, sobald man sich einer der Situation einzig angemessenen Sprache bedient.

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Traditionell nimmt der Blogozentriker sich all jener Themen an, für die in den offiziellen, von der Werbung subventionierten Publikationen („Spiegel-Online“) kein Platz ist. Heute z. B. soll es um die Frage gehen, wie es bestellt sei um die Dialektik von Realität und Fiktion in einem Werk der Literatur, das im Spannungsverhältnis der gegenwärtigen Tatsachen der [...]

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Atemlos

Sein größter Wunsch, auch wenn Sie das nicht glauben werden – nicht glauben wollen -, war es, ein Sklave zu sein. Ein gehorsamer Diener. Die Vorstellung, er selbst solle Befehle erteilen oder Kommandos geben, erschien ihm, so sehr er auch die Wirkung der verhaltensbiologischen Lockstoffe einer solchen Rolle verstehen konnte, auf seine Person angewandt als [...]

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No Nlinearität

Das Harte am Schreiben, meine Damen und Herren, ist ja nicht das Schreiben. Das Schreiben ist, um einen Vergleich aus der Welt der Tiere zu entlehnen, wie die Arbeit des Begattens. Was immer man davon halten mag – die Natur belohnt uns für unsere Mühen um die Arterhaltung, so oder so.

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