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Archiv für Juni 2009

Von Prof. Dr. Werner Miesmurz, Lehrstuhl für Medienkunde und Volkskultur des industriellen Menschen, Gutenberg Universität Mainz (GUM)
Es freut mich sehr, dass die Redaktion im Augenblick dieser durch einen stürmischen Leserbrief ausgelösten Krise die Bitte an mich herangetragen hat, das Phänomen des unübersehbaren Niedergangs der blogozentrischen Kultur in wenigen prägnanten, poppigen Sätzen zu erläutern.

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Editorial

Ein offener, sehr offener Leserbrief — vermutlich vom Altkanzler Helmut Schmidt persönlich — erreicht heute früh die Redaktion des Blogozentrikers. Die Sekretärin ist in Tränen aufgelöst. Die in besagtem Schreiben erhobenen Vorwürfe greifen ihr ans Herz. Sind wir müde geworden, saturiert, alt und fett?

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„Eine Beobachtung, die wir gemacht haben“, sagt Bob Macha, Mastermind des Schunds, „ist, dass die Leute einfach keine Fortsetzungsgeschichten auf dem ‘Blogozentriker’ wollen.“
Ich, Sabine, 24 Jahre alt, superknackig, ein Geschoss von einer jungen Frau, schlage meine Beine übereinander. Dabei steigt eine Hitze auf, dass mir selbst ganz schwach wird.
„Und was glauben Sie, was der Grund [...]

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Dances With Zombies

„Sue?“ Bei diesem Namen machte etwas leise „klick“ in meinem Kopf, als würde ein Schalter umgelegt. „Ich kannte mal ein Mädel, das hieß Sue. Das war in der Schule. Sie war meine erste Liebe. Ich habe Stunden damit verbracht, auf ihren Arsch zu starren. Sie saß in der Reihe vor mir.“
„Quatsch.“ Bob Bobbowitsch Bobowski wollte [...]

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„Warum? Der hat doch eh nur noch genervt.“
Bob Bobbowitsch Bobowski (wenn das wirklich sein Name war) war’s egal, dass Fred Knick, Schaffner und williger Helfer des Unrechtssystems DB, sich in Luft aufgelöst hatte.
„Könnten wir denn vielleicht als Ersatz, also, eine FRAU kriegen?“ wagte Tommy Schnell sich mit einer Bitte vor.
„Warum fragst du MICH das?“ wunderte [...]

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„Wovor haben Sie eigentlich Angst?“ fragte ich Tommy Schnell.
Der Fremde lächelte mich höhnisch an. „Ich? Angst? Ich bin doch nicht mal Tommy Schnell. Wovor sollte ich wohl Angst haben?“
„Oh, Pardon“, sagte ich, ZIEMLICH verwirrt, hatte doch vor einem Augenblick, der nicht länger gedauert haben konnte als ein Augenzwinkern, noch Tommy Schnell dort gestanden, zu meiner [...]

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Irgendwann hatte Tommy Schnell das Warten satt. Auch mir wurde es zu bunt. Der 20.13 Uhr-Zug kam und kam nicht. 15 Minuten Verspätung schon, dachte ich mit einem Blick auf mein Handy, beinahe böse, das war aber (auch wenn mein Handy zwei, drei Minuten vor ging) allmählich genug! Und immer noch keine Nachricht von Sophia.

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„Wer, wenn nicht der Leser, sollte denn eine Instanz sein, die unsere Existenzen“ — Tommy Schnell schnippte seine Zigarette aus dem Abteilfenster — „besser überblicken kann als wir selbst? Natürlich, der Autor.“
Tommy Schnell lachte rauh auf, und ich zerquetschte den glimmenden Zigarettenstummel, der neben mir auf dem Boden gelandet war, mit meinem feuchten Putztuch.

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Das Schicksal, fassen wir den ersten Eindruck zusammen, hatte den beiden alten Leuten übel mitgespielt!
Fred Knick biss sich auf die Lippen.
„Du liebe Scheiße“, jammerte er. „Was das unser Unternehmen kostet! Die beiden haben doch Regressansprüche ohne Ende!“

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A Blow of a Job

Fred Knick war seit 25 Jahren Schaffner. Er hatte miterleben müssen, wie die selbstherrliche Betulichkeit der alten D-Züge sich in die selbstherrliche Inkompetenz der hyperdynamischen ICEs verwandelte, aber so etwas hatte er doch in der ganzen Zeit nicht erlebt! Er öffnete die Abteiltür, und da lag tatsächlich dieser Bursche, ein Dosenbier in der Hand, mit [...]

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