Der Roman schluckt viel von
Juni 15th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
“Das könnt ihr so nicht bringen, Jungs. Das kauft kein Mensch.” Bert “Big” Bruder wälzte sich in seinem face2buns herum und warf Geiggers Assistentin, Simone, einen forschenden Blick zu. Sie schaute geradeaus, als klebte sie, aus Stein gemeißelt, an der Fassade eines Jahrhundertwendebaus in Wien. Bruder schüttelte leise den Kopf. “Ich bin an dieser Sache inzwischen wirklich verzweifelt, und ich sage euch, Freunde: Macht es ganz schlicht! Denkt euch einfach nichts dabei. Schreibt es einfach so hin, wie ihr glaubt, dass auch eure Oma es lesen möchte.”
“Meine Oma ist tot”, sagte Bob.
“Okay, dann wie …”
“Sie ist seit elf Jahren tot”, sagte Bob, eindringlicher.
“Na ja, meinetwegen, dann denk dir eben …”
“Meine Oma ist auch tot.” Georg sagte es tonlos, wie ein Roboter.
“Sagt mal, nun leckt mich doch am Arsch!” Bert “Big” Bruder sprang auf und riss seinen Hosenbund an seinem Gürtel in die Höhe. “Ich werde von Tag zu Tag fetter, so dass meine scheiß Hosen mir nicht mehr passen, und ihr kommt mir hier.”
“Ich sag euch”, sagte da Geiggers Assistentin, Simone, eiskalt, “wenn ihr’s nicht auf die Reihe bringt, zwacke ich euch die Eier ab!”
Bob sah Georg an, und Georg Bob. Sie schluckten gemeinsam.
Das Weib starrte sie aus kalten blauen Augen frontal an. Lächelte sie? Oder flimmerte es ihnen nur vor den Augen?
“Na”, sagte Bob, “wenn’s so aussieht …”
“… dann wollen wir uns mal an die Arbeit machen”, ergänzte Georg kongenial den Satz.