Die Krise zum Stück

Juni 8th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Neulich fragte mich ein Regisseur, einer dieser berüchtigten Nachwuchs-Regisseure, von deren Gattung im Feuilleton immer so viel die Rede ist, ob ich ein Stück kennte, das sich mit der Wirtschaftskrise beschäftigt.
„Nö“, sagte ich, „kenn ich nicht, interessiert mich aber auch nicht!“
Sie wissen ja, dass Sie, wenn Sie schon keine Ahnung haben, wenigstens nassforsch sein müssen, sonst werden Sie sofort untergebuttert. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Schreiben — woraus, womit, wovon?

Juni 7th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Das sind die entscheidenden Fragen, wenn man nicht einfach in blinder Imitation eines geliebten, hochbewunderten Ideals als Schatten durchs Leben wandern will. Sind Sie einer, der mit dem Kochlöffel seine Geschichten schreibt? Oder zwingt der Ausfluss von Tinte aus der Spitze eines Füllfederhalters Ihnen Entzücken ab? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wir hängen alle am selben Strang

Juni 6th, 2009 § 1 Kommentar

Erstaunlich, dass das kritische künstlerische Bestreben eines ganzen halben Jahrhunderts, vom Dadaismus bis zu den Situationisten, heute nicht nur verloren, sondern sogar umgewandelt ist in etwas, das dem Feind, dem kapitalistischen System, direkt zuarbeitet. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Roman, ja, aber wie?

Juni 5th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Thomas Mann – bei aller Ironie war das große epische Erzählkunst. Mann holte weit aus, holte die Welt herein, die Hintergründe einer Lebenshaltung, die er selbst als bürgerlich beschrieb. Die Story der Menschheit ergab noch einen Sinn – von der Wiege in Afrika bis zur Bahre in Stockholm. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Cacacalibanbanban

Juni 5th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Sie gingen hinunter zum Hafen, zwischen ihnen das Kind. Das Kind mochte ein Eis, und das Kind bekam ein Eis. In der Ferne lagerte dunkel und gelb eine Wolke über der Mündung des Flusses. Er fragte sich, wann er dieser Idylle müde sein würde. Er war nicht gemacht für das sesshafte Leben, dachte er, mit einem schuldbewussten Blick hinüber zu der Frau. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Man schreibt sich in eine Geschichte hinein, in DIE …

Juni 4th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

… Geschichte — ich nehme an, dieser Traum bewegt jedes junge schreibende Herz, dass man es in DIE Geschichte schaffen möge, und sei es auch nur, um endlich erlöst zu sein von DER Geschichte –, und irgendwann stellt man fest, dass es die eigene Geschichte ist, in die du dich hineingeschrieben hast; du hast dich in deine Geschichte hineingeschrieben, nur in die eigene, partikulare, kleine. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Mach doch einfach mal Kunst, Mensch!

Juni 4th, 2009 § 1 Kommentar

Heutzutage wird alles verworfen, was nur oder auch nur in erster Linie Unterhaltung ist. In Vergessenheit gerät, dass Kunst immer ein Abfallprodukt ist, Randerscheinung eines Bestrebens um makelloses Handwerk. Ich halte es für einen modernen Mythos, dass Kunst in erster Linie Intention sei. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Amsterdam Working Man Blues #2 10.04.2009

Juni 4th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

„Zarter? Leck mich doch am Arsch. Was soll das heißen, zarter?“
„Leg doch bitte nicht“, sagte Bert „Big“ Bruder zu seinem Texter, „jedes Wort auf die Goldwaage.“
„Bitte? Wofür werde ich denn bezahlt, wenn nicht für.“
„Ach, komm.“
Sie kannten sich so lange, und immer noch stritten sie jeden Tag. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Marvins Abbildungen

Juni 3rd, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Am Horizont zog, als finsterer Schatten, Einsamkeit herauf, bittere, endgültige Einsamkeit — in diesem Punkt machte sich Marvin keine Illusionen, als er seine Zigarette mit dem abgetretenen Absatz seines Schuhs zerquetschte. Der Tag sagte ihm krächzend Adieu, und sein Spiel war vorbei. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Konfrontation mit der Vergangenheit

Juni 2nd, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

„Was soll das?“
Er hält mir eine Waffe unter die Nase, schwarz und kompakt, ein unbekannter magerer Mann, im Kunstmuseum von Kleve. Ich weiß, dass es nicht allzu weit von hier eine psychiatrische Klinik gibt mit dem irren Namen „Bedburg-Hau“. Bestimmt ist dieses Exemplar von dort entlaufen, um ein paar Bilder zu beschädigen, von denen er böse Strahlen ausgehen sieht. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wo bin ich?

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