„Hohlkörper“, wirklich?
August 29th, 2009 § 2 Kommentare
Eigentlich ist es ein überschaubarer Job, mit dem Bob und Georg, Texter in einer der größten Medienagenturen des Landes, betraut werden: Sie sollen unter Pseudonym einen Thriller-Bestseller schreiben. Es stellt sich jedoch heraus, dass auch wohlgemeinte Ratschläge ihres Auftraggebers, des global operierenden Entertainment-Konzerns Cyclops Media, den Auftrag nicht auf den erwarteten Weg zu bringen vermögen. Das Roman-Projekt schlingert auf exzentrischen Bahnen umher. Einer der Gründe dafür liegt in Bobs Vergangenheit – von dort kehrt immer wieder ein furchtbares Geheimnis zurück, das Bob daran hindert, mit seiner Gegenwart in Übereinstimmung zu kommen … auch seine überstürzte Flucht in die Provinz und eine Liebelei mit der schönen Elena vermögen die Gespenster von gestern nicht zu bannen!
Bobs Suche nach Liebe scheitert an der Tragik seiner Existenz – weil er nicht weiß, wie man sich eines anderen Menschen vergewissert. Er lebt in einer Welt, die vom Nonsens allgegenwärtiger Werbesprüche, überdrehter Erwartungen auf allen Seiten und dem Alphatier-Gehabe skrupelloser Wirtschaftsbosse entmenschlicht wurde. Und er hat vollständig die innere Orientierung verloren.
„Hohlkörper“ sind wie wir alle. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie nichts zu verlieren haben. Dafür passt einiges in sie hinein. Da sie ihre Seele verkauft haben, müssen sie nun ihre Haut zu Markte tragen. Angesicht dessen darf natürlich in „Hohlkörper“ die Komik nicht zu kurz kommen! Das Buch liest sich, als hätte Cervantes sich an eine Neufassung von „Der Fänger im Roggen“ gemacht. Oder als hätten Samuel Becketts Wladimir und Estragon das Warten auf Godot aufgegeben und einen Job in einer Werbeagentur angenommen.
Dieser Roman aus der Medien-Parallel-Welt ist überdreht, aberwitzig und satirisch-boshaft, kurz: schrecklich realistisch! Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen der Kulissenschieber aus der Welt der Agenturen, der Verlagshäuser, der internationalen Wirklichkeitsgaukler.
(Acabus Verlag, ca. 172 S. – 20,5 x 14 cm – ca. 15,90 EUR. Weitere Informationen finden Sie hier!)
B. wie Bewerbungsgespräch
August 29th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Kein kleiner Schock für Marcus B. (Name von d. Red. gekürzt)! Da klickt er, wie jeden Morgen, seinen Blogozentriker auf — und muss feststellen, dass diese Schweine eine hochprivate E-Mail von ihm verwurstet haben! Zu einem zotigen Artikel über die internen Zustände des bundesdeutschen Journalismus. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Darum will ich in die Stadt
August 28th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Man kann auch auf dem Lande einen Blog betreiben. Der Blogozentriker hat das ja bewiesen. Blüten, Bäume und Schafe sind jederzeit gut für Metaphern. Das ist alles so kindlich-3 D. Die Welt ist grün und weiß, der Himmel blau. Alles sehr puristisch, primär, simpel. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Aha, „Hohlkörper“?
August 26th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Der Roman „Hohlkörper“, demnächst erhältlich beim Hamburger Acabus Verlag, macht kein Geheimnis aus den Tricks und Machinationen einer lichtscheuen und leicht unterbelichteten Branche. Einer Branche, die mit Kunst etwa so viel zu tun hat wie David Copperfield mit wirklicher Magie! In Wahrheit geht es nur um Dinge, die sich leicht berechnen lassen. Um Manipulationen und eine überlegene herzlose Medien-Maschine. Stellen Sie sich vor, die ganze Welt wäre nur eine Illusion, die geschickte Programmierung eines teuflischen Masterminds … wie? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Zu leben, heißt, jeden Tag …
August 24th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
… herumzuwurschteln, immer mit der leicht schwammigen Hoffnung im Kopf, es könnte eines Tages einen Kern geben, etwas Festes, Fixes, Unverrückbares. Da käme dann der Moment, und da kristallisierte die ganze Scheiße sich aus, um diesen festen Punkt herum, endlich, und wäre diamanten. Diesen Diamanten könnte man sich dann in die Tasche stecken und sich davon machen. Aber bis dahin, bis dahin schwimmt man in dieser Soße, die zum Himmel stinkt.
Deinem erkühnten Gefühl die erglühte Gefühlin
August 19th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
„Werbung nicht mehr, nicht Werbung, entwachsene Stimme, / sei deines Schreies Natur“ — so hebt Rainer Maria Rilkes Siebente Duineser Elegie an. Dieser Schrei ertönt auch in der „Hard Rain“-Version von Bob Dylans Song „You’re A Big Girl Now“: „Bird on the horizon, sittin’ on a fence. He’s singing his song for me at his own expence“, heißt es da. OK. Aber was bedeutet das nun? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Sommerpause mit Alice
August 13th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Überall tun sich Sommerlöcher auf. So auch im Blogozentriker. Der Philosophie unseres Blattes entspricht es, dass wir gar nicht erst den Versuch unternehmen, diese Löchrigkeit zu bedecken. Wir lassen das Loch ganz offen klaffen, wie in einem Pornomagazin. Selbst wenn wir damit einen Verweis durch den deutschen Presserat riskieren. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Krise bei Scholz&Friends NeuMarkt?
August 4th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Die Werbeagentur Scholz&Friends NeuMarkt mit Sitz in Hamburg hat heute eine Kooperation mit Robert Mattheis ausgeschlagen. Brancheninsider nahmen diese Nachricht mit Stirnrunzeln auf. Mattheis war als Junior-Texter für den Kunden Tchibo im Gespräch gewesen und hatte sogar den Weg bis nach Hamburg angetreten. Eine Geste, so finden viele, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ. „Ich meine, ICE, Deutsche Bahn — da weiß man doch, was für eine Quälerei, was für eine Scheiße das ist“, wundert sich ein Beobachter, der ungenannt bleiben möchte. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
