Werbetext des Unheils
September 11th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Im Augenblick könnte ich mir wirklich vorstellen, mal etwas ganz Anderes zu machen, als blödsinnige, verlogene Texte zu schreiben, die das nackte Elend kaschieren sollen. Schuhe zu verkaufen oder so was. Kaffee. Irgendwie ist alles, was unsere Gesellschaft im Augenblick anzubieten hat, nicht gut für das Seelenheil. Ob man eine Zeitschrift aufschlägt oder Commercials im Fernsehen sieht — es beschleicht einen immerzu ein mulmiges Gefühl. Als hätten alle komplett die Kontrolle verloren. Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll, aber wir werden überrollt, und wir tun unser Bestes, das zu ignorieren. Dieser ganze Informationstsunami, der unsere alten Hütten wegschwemmt und die Paläste irgendwelcher Rap-Stars in die Höhe hebt, damit wir sie in der Ferne märchenhaft glitzern sehen. Jeder von uns verspürt in sich drin eine heftige Panik, aber wir bewahren Contenance, oder jedenfalls stanzen wir dieses Siegerlächeln nur noch tiefer in unsere Gesichter. Grins, grins, grins.
Wir grinsen wie Idioten, die beim besten Willen die Pointe eines Witzes nicht kapieren, über den sich alle ausschütten, und sich aber schämen, zuzugeben, dass sie keine Ahnung haben, wo der Witz liegen soll bei diesem Witz.