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Archiv für Oktober 2009

Das, wofür sie einstehen könne, sei ihr Leben, sagte sie, genau das eng begrenzte, zwischen Schlafphase und Schlafphase sich abspielende Leben. Alles, was darüber hinaus greife, was sich, wie sie sagte, „nach den Sternen streckt“, liege nicht in ihrem Verantwortungsbereich. Auf diese enge Begrenzung lege sie auch Wert. Diese Grenzen, so meinte sie, garantierten überhaupt [...]

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Kirrmann?

Manche Namen merkt man sich. Manche Namen prägen sich uns ein, und wir wissen gar nicht genau, warum. Vielleicht hatte der Name „Kirrmann“ mich immer an den Rummel erinnert. Vielleicht war es das. Als Kind hatte das Wort mich beeindruckt, daran erinnerte ich mich. Mit meinem hessischen Opa waren wir nie auf den Rummelplatz gegangen, [...]

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„Das ist sowieso das, was die meisten clicks per minute (cpm) bringt“, sagte Bob, machte eine Kunst-Pause, die einen Doppelpunkt signalisierte, und dann: „Arschlecken! Ich glaube inzwischen, dass es absolut keinen Sinn hat, einen Blog ohne Texte übers Arschlecken zu betreiben.“
Die Australierin hob ihre Augenbrauen. Sie sagte: „Oh. Really.“
Sie sprach zwar ein bisschen deutsch, aber [...]

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„Texte von Leuten, die nicht wissen, warum sie schreiben“, schimpfte Bob, in seiner Eckbank der Kneipe mehr liegend als sitzend. „So aus einer gewissen Langeweile heraus schreiben die, unbefriedigt vom gut dotierten Job, vielleicht auch angezogen von der relativen Leichtigkeit, mit der man eine bestimmte Art von Stimmung erzeugen kann. Und diese Texte werden dann [...]

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Nenne mir Muse, die Pampel

Lesung im Literaturhaus, open stage, acht ausgewählte Neulinge im literarischen Geschäft dürfen ihre Werke zu Gehör bringen. Bob und Georg hatten sich mit einem Text beworben; der war, fast möchte man sagen: selbstverständlich, abgelehnt worden. Als Trostpflaster bot man ihnen Freikarten an. Da griffen sie natürlich zu! Warum denn nicht? Freikarten! Überdies: Ein Anruf genügte [...]

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Ich glaube nicht mehr daran. Das ist es wohl. Auf meinem Gesicht, auf der rechten Wange, sprießt ein Furunkel, eine Bombe von einem Pickel. Das ist psychisch. Der Schrei der Seele. Wenn das Herz zu schwach ist, um zu schreien, übernimmt die Haut den Job. Die Haut ist unendlich belastbar, das hat die Evolution ihr [...]

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„Warte mal. Was war das?“
„Das, das wollte ich dir eigentlich erst sagen, wenn wir oben auf dem Podium sitzen, weil ich mir schon dachte, dass du …“
„Du kannst mir WARUM kein Exemplar unseres Romans geben, Georg?“
„Doch, ich habe hier ja diesen Ausdruck …“
„Der Roman tut WAS?“
„Er, also.“

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Von der international untätigen Agentur „Frau Kolossa Werbung & Manches Mehr“ zwar darum nicht gebeten, gleichwohl willens, sich mit einem Robert-Prill-Foto für eine interaktive Hommage-Kampagne nützlich zu machen (vulgo: aufzudrängen), knipste der Blogozentriker sich mit Hilfe der Laptop-internen Webcam seines neuen Laptops (logisch!) selbst, um daraufhin beschriebenermaßen hergestelltes Foto an seinen Manager und Katz-und-Goldt-Fan, den [...]

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„Geld ist schneller unterwegs als Menschen.“ (Jens Spahn, CDU)
Das Problem war, dass Bob und Georg sich irgendwann zerstritten. Man kennt das Phänomen: Laurel und Hardy harmonierten nur vor laufender Kamera, auch Jerry Lewis und Dean Martin trennten sich irgendwann in erbittertem Streit. Auch Komiker sind Menschen, die darunter leiden, wenn man über sie lacht. Unsere [...]

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- Leichensäcke von ermordeten Fußballern.
- Fotos, mit Fragezeichen versehen.
- Eine Eilmeldung, obwohl es gar keine Nachricht dazu gibt, außer dem Befund: Da wurde eine Fußballmannschaft abgeschlachtet. Und es gibt Fotos.
- Ja, das stumpft unglaublich ab.
- Und wenn man sich nicht klar macht, wie viel Körperflüssigkeit, wie viel konkretes, reales Leid dahintersteckt …
- Man denkt dann, [...]

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