Nobelpreis für Barack – kann das sein? Wofür?
Oktober 9th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Während alle anderen Internetmedien längst zum blinden Verlinken übergangen sind, steht der Blogozentriker nach wie vor auf dem (altmodischen) Standpunkt: “Besser als die Recherche ist nur die Intuition!” Da es uns an Letzterer aber seit einer geraumen Weile in beängstigendem Maße gebricht, haben wir uns auf die altbewährte Ochsentour begeben. Und mal gegooglet. Wenn Obama den Nobelpreis erhält, wie heute allerorten verkündet wurde, u. a. in Stockholm, Schweden, von einem Schauspieler mit “Herr der Ringe”-Namen (Lören Höbbit, oder so ähnlich), dessen Englisch erbärmlich war — wofür denn, bitteschön, kriegt dieser Typ den Nobelpreis? Diese Frage stellen wir im Namen einer Leserschaft, die so groß wie begriffsstutzig ist. Auch wenn wir uns weltweit damit abgefunden haben, dass die Entscheidungen des Nobelkomitees zumindest überraschend sind, muss das geprüft werden! Klar, als Redner ist Barack O’Bama unangefochten, eine Marke, ein cooler Typ. Nur: Was hat er denn bislang Beachtenswertes zu Papier gebracht? Denn: Muss man nicht etwas zu Papier bringen, um den Nobelpreis zu erhalten? Wo soll der Buchhandel sonst seine Aufkleber “Nobelpreis 2009″ drauf pappen, wenn die Werke von diesem Obama nur als YouTube-Fetzen vorliegen? Wieder steigen wir hinab ins Archiv der Zeichen, runzeln die Brauen, fragen nach: Was hat Barack Obama geschrieben? Und — der Fund raubt unseren abgebrühten Reportern zunächst den Atem. Seine Bücher tragen Titel wie: “Hoffnung wagen.” Wir schlucken; Lebenshilferatgeber? Mit dem Nobelpreis ausgezeichnet? Und das nächste Buch, noch toller: “Ein amerikanischer Traum.” Dem gehen unsere hoch motivierten Investigatoren nach. Was spuckt das Internet aus zu “Ein amerikanischer Traum”? Ohne zu viel verraten zu wollen: Erstaunliches, Verblüffendes, Atemberaubendes und Schockierendes! Da lesen wir doch tatsächlich einen Satz wie: “Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt wurden, worunter Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit sind.” Moment, denken unsere knallharten Rechercheure da, diese klägliche Mixtur aus platter Propaganda, lückenloser Lüge und blindem Stuss kann doch wahrlich nicht das Zeug sein, aus dem Literaturnobelpreisträger gemacht werden? Wahrlich, können wir nach eingehender journalistischer Prüfung festhalten, nach Elfriede Jelinek ist diese jüngste Entscheidung der schwedischen Akademie der nächste echte Tiefpunkt in der Geschichte eines Preises, der sich immerhin mit Trägern schmücken kann wie Björnstjerne Björnson, Rudolf Eucken, Grazia Deledda und Günter Grass.
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Tagged:Barack Obama, Herta Müller, Nobelpreis