Die Angst des Blogozentrikers vorm Siebenmeter
Oktober 8th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
„Elf Meter?“ Der Blogozentriker lächelt mitleidig. „Nein“, sagt er dann, „bei elf Metern hab ich keine Angst.“ Anders freilich sieht die Sache aus, wenn der Sicherheitsabstand sich auf sieben Meter verkürzt. „Diese Jungs sind gefährlich“, erklärt der Blogozentriker ernst und zieht die Stirn kraus, „da sind sieben Meter wirklich das absolut Mindeste, was man braucht, um sich einigermaßen sicher zu fühlen!“
Vor drei Wochen begann der Blogozentriker seine Tätigkeit als Referendar an der IGS Hannover-Süd, und in dieser vergleichsweise kurzen Zeit war er bereits fünf Mal in stationärer Behandlung — einmal sogar mit einem Schienbeinbruch. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Linea capitis
Oktober 7th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Der Blogozentriker, dieser Irre, der immer mit seinem Scheiß-Latein! Was dieses Latein mich schon an Clicks gekostet hat! denkt er, mit dem Ellenbogen einem Passanten eins mitgebend, einen weichen Knuff, den der Passant natürlich kaum bemerkt hat, der ihm gleichwohl gut tut. Latein, da schalten die Leute ja ab, das ist ja noch übler als Mathe. Wie kann man denn nur eine Überschrift, ich begreife das nicht — den Satz brüllt er fast, aber kann man einer Bäckereifachverkäuferin solch einen Satz ins Gesicht brüllen, ohne als komplett durchgedreht dazustehen? Na klar, wird es heißen, das sind die Schlimmsten. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Difficile est sat, iram scribere
Oktober 7th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Natürlich, dachte er, fast panikartig sich den letzten Bissen von seinem Dönersandwich in den Mund steckend, es war ja eine ganz natürliche Voraussetzung für das Gelingen einer Satire, dass sie einen Gegenstand hatte, der ihrer würdig war, der Widerstand bot, der ein Minimum an Eigenständigkeit besaß. Franz-Josef Strauß, der Mann war ein Ereignis gewesen, jede seiner Reden eine Brandrede, jeder Auftritt von ihm kolossal, und das hatte Satire herausgefordert, ganz natürlich, allein schon aus immunologischen Gründen. Man hält solche Männer sonst ja nicht aus, wenn nicht einer gegen sie stänkert. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
YouTube-Schnipsel
Oktober 6th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Der Mann sprang in die Tiefe. Ursprünglich hatte er nur seine Freundin beeindrucken wollen — Bunjeejumping, was für einen Grund sollte es sonst für so einen Wahnsinnsakt geben? Die Natur sieht das nicht vor. Jasmin beeindrucken, die blumengleiche, die ihn anhimmelnde Jasmin. Das war für Bruno Ernst das primäre Motiv. Vielleicht auch die Angst, als unmännlich zu erscheinen, auch vor sich selbst. Er musste sich beweisen, immer wieder. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Das Licht am Ende des Rummels
Oktober 6th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Irgendwann fing der Blogozentriker an, im Schweigen Stimmen zu hören. Monatelang war da die Stille gewesen — nicht unbedingt die Stille des Waldes, eher die Stille eines Geistes, der langsam ausläuft, zur Ruhe kommt, den Schwung verliert. Eine angenehme Stille, sanft verteilt, wie Nebel über einem morgendlichen Flusslauf. Und dann ging das Gewisper los. Der Blogozentriker trank seinen Kaffee, schaute aus dem Fenster, unten ging ein junges Mädchen, vielleicht 14 Jahre alt, im hellbraunen Lederjäckchen vorbei vor rotem Backstein — und so, mit der Tasse in der Hand, verharrte der Blogozentriker, weil das Wispern in seinem Kopf anfing. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Der Text ist taub
Oktober 4th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Das große Manko, man kann ja nicht umhin, irgendwann darauf zu stoßen. Es existiert, und darum tritt es früher oder später vor uns hin. Wir kommen gleich darauf zu sprechen, wie wir gestern den Schauspieler des Claudius im „Musical von und mit Harald Schmidt“ zu „Der Prinz von Dänemark“ eine Handvoll Geldscheine ins Publikum werfen sahen, und was uns dabei klar wurde. („Wir“, ja, ganz recht, meine Dame, die ganze verfickte Redaktion des Blogozentrikers war dabei!) « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Wie einfach ist das gesagt!
Oktober 4th, 2009 § 1 Kommentar
Michael Althen, renommierter Filmkritiker (FAS) und jetzt auch alleiniger Juror der Theaterautorentage Berlin 2010, fordert von den Stücken, die sich bei ihm um die Preise bewerben, sie sollten „Interesse erwecken“ (seins, vermutlich). Um diese Forderung plausibel zu machen, beruft Althen sich auf Robert Mitchum, den großen, stoischen Hollywood-Mimen, der gesagt habe: „If you want my interest, interest me.“ « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Ist Holden Caulfield zu sensibel?
Oktober 3rd, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Was J. D. Salinger mit seinem Klassiker „Der Fänger im Roggen“ gelang, nämlich einen Stil zu etablieren, eine Art Sprach-Jazz, ein ganz eigenes, unverwechselbares Idiom, das ist es, was man schaffen muss als Autor, um Unsterblichkeit zu erlangen — oder wenigstens einen Abglanz von ihr. (Die Unsterblichkeit ist ja sehr sterblich geworden in letzter Zeit.) Man könnte natürlich vermuten, Salinger habe in Holden Caulfield auf unauslöschbar tiefe Art und Weise letzte psychologische Problematiken modernen Großstadt- und Weltdorflebens ausgelotet. Doch das ist reichlich unwahrscheinlich! « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Es ist wahnsinnig nett, in …
Oktober 2nd, 2009 § 1 Kommentar
… einem Land zu leben, das sich jetzt ganz offen zu seiner schwarz-gelben Seite bekennt. Guido und Angela, wenn das kein Dreamteam ist, wenigstens in außenpolitischer Hinsicht! Die sind so wahnsinnig nett, die zwei, außer parteipolitischen Intrigen bekommen die nichts hin. Die können nur nach unten Politik machen. Nehmen wir mal an, die Geschichte, in deren Mantel sich ja Angelas Mentor Helmut Kohl immer geschneuzt hat, wenn die Rührung über die Wiedervereinigung ihn übermannte, schaute bei Gudio und Angela vorbei. « Den Rest dieses Eintrags lesen »