Das Geheimnis des Schreibens ist, dass es von der Anschauung lebt. Banal genug. Leider aber kommt an dieser feststehenden Wahrheit keiner vorbei. Auch die Sprache lebt von den Bildern! Da die Sprache jedoch noch immer keinen Zugriff auf die Bilddatenbanken dieser Welt hat, muss sie mit inneren, geistigen Bildern vorlieb nehmen, mit magischen, heraufbeschworenen Vorstellungsbildern. [...]
Archiv für November 2009
In den Tisch geritzt
Veröffentlicht in Essays, Getagged Bilder, Hamlet, Shakespeare, Sprache am November 24, 2009 | Kommentar schreiben »
So sehen uns die Leser!
Veröffentlicht in Editorial, Getagged Kimme und Korn am November 23, 2009 | Kommentar schreiben »
Andere Magazine machen aufwendige Leser-Befragungen („Was lesen Sie zuerst in Ihrer ‘Emma’? Die Cellulite-Tipps, die Vermisstenmeldungen“ usw.), die Blogozentriker („Immer einen Klick zu weit“) blättern einfach kurz in ihren Suchanfragen. Und siehe da! Was sich ergibt, wenn man die Suchbegriffe, mit denen dieses Blog heute und gestern gefunden wurde, aneinander reiht, ist wohl schon so [...]
Oh, Mann, was soll denn das jetzt?
Veröffentlicht in Fiktionen, Getagged E-Mail-Literatur, Fortsetzungsroman, Kooperationen, Lese-Sucht am November 23, 2009 | Kommentar schreiben »
Ich spürte, wie mein Blutdruck in die Höhe schoss. Fassungslos starrte ich auf das Display meines iPhones. Das konnte doch nicht wahr sein!? Mit breiten Beinen saß ich da, wie es meine Gewohnheit war, und um ein Haar hätte ich mir in die Hose gepinkelt. Wieso war denn da die neue Folge von „Trips Welt“ [...]
Carla
Veröffentlicht in Fragmente, Getagged "Tonio Kröger", family business, Südamerika, Schauspielerinnen am November 23, 2009 | Kommentar schreiben »
Sie war begabt, keine Frage, aber sie war auch überspannt. Das ganz entschieden. Nicht, dass sie damit in ihrer Zunft einzig dagestanden hätte. Schauspielerinnen gelten nicht zu Unrecht als exzentrisch, als Rand-Figuren im psychologischen Sinne, Grenzgänger und Absturzgefährdete. Ich habe, als Carlas Bruder, einige dieser Damen kennen gelernt, manche auch näher, nicht wenige intim. Aufregende, [...]
HOHLKÖRPER, ein Titel packt aus
Veröffentlicht in "Hohlkörper", Getagged Andrea Nahles, Nationalgefühl, Ole von Beust, PR-Aktion, Sigmar Gabriel, T. S. Eliot, Tipps für gutes Marketing am November 22, 2009 | Kommentar schreiben »
HOHLKÖRPER, den Titel hatte der Autor also nicht ohne Grund gewählt. Wie er dann vor die S-Bahn gesprungen ist, war mir das klar. Das war ein Hilfeschrei, dieser Titel, aber eben auch ein Hilfeschrei von der Sorte, den man nur pflichtschuldigst ausstößt, ohne eine Antwort zu erwarten. Im Ernst weiß man ja, dass das Universum [...]
Anruf von der Neuköllner Botschaft!
Veröffentlicht in Reportagen, Getagged Eton, Hotelrechnungen, internationale Politik, Korruption, Regierungskreise, Schulbildung am November 22, 2009 | Kommentar schreiben »
Wir hatten, obwohl das ganze Botschaftsgebäude leer stand, uns für das Zimmer 212 entschieden. Einfach aus Nostalgie. Wir gingen immer ins Zimmer 212, allein schon, weil der Max sich damals in Wien im Zimmer 212 aufgehängt hat, im Bad, nach einer Riesensause mit Prostituierten aus aller Herren Länder. Gerade, als die Stimmung am besten war, [...]
Eine Sache, über die man nicht so gern spricht
Veröffentlicht in "Hohlkörper", Getagged Bewusstsein, Ich, Karriere, Spiritualität, Weltflucht am November 22, 2009 | Kommentar schreiben »
Es ist ja vollkommen gesichert und offenkundig und klar, dass dieses Ich, das alle unentwegt für sich reklamieren, nur ein Schwindel ist, ein Beitrag zum großen, schrecklichen Karneval, den die Menschheit an 365 Tagen im Jahr feiert. Unbestritten. Meine Identität steht im Personalausweis, das ist alles, was es mit ihr auf sich hat, und wenn [...]
Nicht belasten!
Veröffentlicht in "Hohlkörper", Getagged dramatischer Roman, epischer Atem, lyrische Zeit am November 21, 2009 | Kommentar schreiben »
Nur natürlich ist es, dass die Atemlosigkeit der Konsumierenden des Textes sich übertragen muss auf den Verfasser. Dieser weiß ja, er hat zwei Zeilen Zeit, maximal. Wahrscheinlich ist schon nach sieben Wörtern Schluss.
Das erste Blinzeln, bis dahin muss es sich entschieden haben, ob der an Themen wie Wertkonservatismus, Essays, Romankultur oder schönem Furzen beim Arschlecken [...]
Gespräch mit einem Wertkonservativen
Veröffentlicht in Kulturgezänk, Getagged Adel, Alexander Lernet-Holenia, Manieren, Offiziersmentalität, Zivilgesellschaft am November 21, 2009 | Kommentar schreiben »
„Wir leben in einer Gesellschaft“, sagt unser Interview-Gast, „in der es keine innere Haltung mehr gibt“. Eine „Kaufmannsgesellschaft, sicher nicht böse, nicht bösartig, aber doch wertfrei bis zur Toleranz gegenüber dem orientalischen Massenmörder. Sogar die Kunst ist nur noch ein leeres Spiel mit leeren Formen, ein öder Zeitvertreib ohne geistige Prägung.“
Entscheidend sei allenthalben nur noch [...]