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Archiv für November 2009

In den Tisch geritzt

Das Geheimnis des Schreibens ist, dass es von der Anschauung lebt. Banal genug. Leider aber kommt an dieser feststehenden Wahrheit keiner vorbei. Auch die Sprache lebt von den Bildern! Da die Sprache jedoch noch immer keinen Zugriff auf die Bilddatenbanken dieser Welt hat, muss sie mit inneren, geistigen Bildern vorlieb nehmen, mit magischen, heraufbeschworenen Vorstellungsbildern. [...]

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So sehen uns die Leser!

Andere Magazine machen aufwendige Leser-Befragungen („Was lesen Sie zuerst in Ihrer ‘Emma’? Die Cellulite-Tipps, die Vermisstenmeldungen“ usw.), die Blogozentriker („Immer einen Klick zu weit“) blättern einfach kurz in ihren Suchanfragen. Und siehe da! Was sich ergibt, wenn man die Suchbegriffe, mit denen dieses Blog heute und gestern gefunden wurde, aneinander reiht, ist wohl schon so [...]

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Ich spürte, wie mein Blutdruck in die Höhe schoss. Fassungslos starrte ich auf das Display meines iPhones. Das konnte doch nicht wahr sein!? Mit breiten Beinen saß ich da, wie es meine Gewohnheit war, und um ein Haar hätte ich mir in die Hose gepinkelt. Wieso war denn da die neue Folge von „Trips Welt“ [...]

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Carla

Sie war begabt, keine Frage, aber sie war auch überspannt. Das ganz entschieden. Nicht, dass sie damit in ihrer Zunft einzig dagestanden hätte. Schauspielerinnen gelten nicht zu Unrecht als exzentrisch, als Rand-Figuren im psychologischen Sinne, Grenzgänger und Absturzgefährdete. Ich habe, als Carlas Bruder, einige dieser Damen kennen gelernt, manche auch näher, nicht wenige intim. Aufregende, [...]

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Da reißt man sich den Arsch auf, mit Verlaub, und dann? Dann steckt einen so ein Leonard Cohen mit einer simplen Hymne einfach in den Sack! So ein alter Knacker … es ist zum Verrücktwerden! So müssen sich jahrelang die Gegner des FC Bayern gefühlt haben, oder die anderen, nichtdeutschen Nationalmannschaften. Ein Anrennen auf ein [...]

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HOHLKÖRPER, den Titel hatte der Autor also nicht ohne Grund gewählt. Wie er dann vor die S-Bahn gesprungen ist, war mir das klar. Das war ein Hilfeschrei, dieser Titel, aber eben auch ein Hilfeschrei von der Sorte, den man nur pflichtschuldigst ausstößt, ohne eine Antwort zu erwarten. Im Ernst weiß man ja, dass das Universum [...]

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Wir hatten, obwohl das ganze Botschaftsgebäude leer stand, uns für das Zimmer 212 entschieden. Einfach aus Nostalgie. Wir gingen immer ins Zimmer 212, allein schon, weil der Max sich damals in Wien im Zimmer 212 aufgehängt hat, im Bad, nach einer Riesensause mit Prostituierten aus aller Herren Länder. Gerade, als die Stimmung am besten war, [...]

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Es ist ja vollkommen gesichert und offenkundig und klar, dass dieses Ich, das alle unentwegt für sich reklamieren, nur ein Schwindel ist, ein Beitrag zum großen, schrecklichen Karneval, den die Menschheit an 365 Tagen im Jahr feiert. Unbestritten. Meine Identität steht im Personalausweis, das ist alles, was es mit ihr auf sich hat, und wenn [...]

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Nur natürlich ist es, dass die Atemlosigkeit der Konsumierenden des Textes sich übertragen muss auf den Verfasser. Dieser weiß ja, er hat zwei Zeilen Zeit, maximal. Wahrscheinlich ist schon nach sieben Wörtern Schluss.
Das erste Blinzeln, bis dahin muss es sich entschieden haben, ob der an Themen wie Wertkonservatismus, Essays, Romankultur oder schönem Furzen beim Arschlecken [...]

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„Wir leben in einer Gesellschaft“, sagt unser Interview-Gast, „in der es keine innere Haltung mehr gibt“. Eine „Kaufmannsgesellschaft, sicher nicht böse, nicht bösartig, aber doch wertfrei bis zur Toleranz gegenüber dem orientalischen Massenmörder. Sogar die Kunst ist nur noch ein leeres Spiel mit leeren Formen, ein öder Zeitvertreib ohne geistige Prägung.“
Entscheidend sei allenthalben nur noch [...]

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