Der Sprung, so verrückt es klingt …

November 30th, 2009 § 1 Kommentar

… von der überbordenden Lustigkeit eines Mannes ohne Eigenschaften zur Traurigkeit eines, sagen wir mal, Pessoa … mir erschiene er wie ein Aufstieg. Ich gebe zu, dass ich es leid bin, in Waden zu beißen wie ein tollwütiger Hund, der Witze aus jedem Fleisch reißen will, nur weil ich mir in meinem Schmerz nicht mehr selbst zu helfen vermag … « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Neulich im „le misanthrope“ …

November 30th, 2009 § 1 Kommentar

An der Tür sehen wir groß das Foto eines Menschen, von zwei fetten roten Balken durchkreuzt, darunter den Schriftzug: „WIR DÜRFEN HIER NICHT REIN!“

Im „le misanthrope“ wollen die Gestalten der Weltdramatik nämlich mal ganz unter sich sein, hier im Bühnenhimmel, unbedrängt von den Menschen aus Fleisch und Blut. Der Dichter Rattengift steht schon wieder am Tresen und ordert ein neues Pils; der Service läuft ihm zu schleppend, seit Gretchen ihn übernommen hat. Die singt dauernd traurige pietistische Lieder, anstatt mal hin zu machen. Hamlet, hingefläzt in eine Eckbank, liest in einem schon ganz zerfledderten Exemplar von George Steiners „Warum Denken traurig macht“. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Demnächst bei Ihrem Buchhändler!

November 28th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Wir schreiben das Jahr 2042. Ein zu jener Zeit sehr prominenter Spitzendenksportler, ein Medien-Guru im alten Sinne, einer der letzten Digitalisten also, noch festhaltend an dem Primat der digitalen Aufzeichnung vor der direkten mediumistischen Speicherung in der spirituellen Textur des Universums, ein deutscher Gelehrter mit niederländischem Namen, Jan van Hijn, spricht vor der Kamera über einen Roman aus der Vergangenheit.

Selbstverständlich findet die Aufzeichnung mit digitalen Mitteln statt. Alles andere empfände van Hijn als zukunftsbedrohend, produziert doch die „spirituelle Aufzeichnung“ seiner Ansicht nach Schwarze Löcher im Raum-Zeit-Sachverhalts-Nexus. Welche Energien in diesen Löchern verschwinden, wagt er sich nicht einmal auszumalen. Tatsache ist: Menschlich geht es mit dem Universum rapide bergab! « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Sag’s dem alten Bill

November 28th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

- Was.
- Die Idee ist NICHT schwachsinnig!
- Wie kommt man denn nur.
- Schwachsinnig? Keineswegs!
- Mich? Beim Schreiben?

Halt, halt! Dieser Text wird schon wieder so dunkel, dass die Leser nur ein Pupsen in schwarzer Nacht hören — und sich, alter Gewohnheit folgend, gleich ein Arschlecken dazu denken!
Bringen wir also etwas Licht in die Sache, bevor dieser Beitrag auch noch an die Spitze der Charts schießt.

Was hier eigentlich abläuft, ist ein Gespräch mit meiner PR-Agentur, Frau Kolossa, Europas führender und vorerst einziger Phantasieagentur. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Gedanke und Tat

November 28th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Über die Frage, ob Denken dem Handeln gleichzusetzen sei, lässt sich vermutlich ein Äon lang diskutieren. Ich habe keine Ahnung, wie lang ein Äon ist, und ebenso wenig weiß ich, ob Denken und Handeln sich vergleichen lassen. Mir persönlich scheint manchmal ein Gedanke, wenn er in die richtigen Worte gefasst ward, größere Freisprengungskraft zu besitzen als eine Tat, aber das ist sicher auch eine Frage der jeweiligen Mentalität — zumal man die Taten, die uns wirklich befreien könnten, ja nicht tun darf.

Es gibt auch Leute, deren Ansichten dermaßen präzise und überzeugend sind wie der Aphorismus eines Könners, so fest verwurzelt in ihrer Persönlichkeit dabei und so diamanten facettenreich, dass einem die Einheit von Denken, Fühlen, Wollen und Handeln, die bei ihnen gelungen ist, sofort ins Auge springt. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Und ich fragte mich da doch …

November 27th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Mario Barth

… wie man sich wohl fühlt, wenn plötzlich, während man nur mal seine E-Mails checken will, plötzlich das eigene Konterfei vor einem auftaucht, mit ins Wahnsinnige verzerrtem Strahle-Gesicht, wie von einer dämonischen Elektrizität der Ekstase geschockert, den Zeigefinger gestreckt, dass er einem fast an den Kopf fliegt, und darunter der festungshaftartige Schriftzug: „Das ist mein Laden!“ « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Lebensfreude

November 27th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

- Du. Ich les fei jetzt den Weininger.
- Wen?
- Otto Weininger. Einen österreichischen Philosophen.
- Mach keinen Quatsch!
- Nein, wirklich.
Der Abend brach herein, still und fast traurig und viel zu früh. Die Blätter der Kastanien dunkelten an ihren Unterseiten, ein leises Rauschen ging über den Biergarten hin.
- So was liest du? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Schwäche des Willens …

November 27th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

… (Doderer bringt mich darauf, gegen Ende der 200er Seiten seiner „Strudlhofstiege“), eine solche Schwäche ist eigentlich Stärke — die Stärke der Masse nämlich, des großen Haufens, die im Individuum durchbricht und dieses beugt und es aus seiner Sehnsucht, eigenständig zu sein, herausreißt und es von seinen eigenen Füßen kippt in den Strom eines allgemeinen Wollens, welches natürlich, im Gegenteil, ein Sollen ist.

Schach von Matt

November 26th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Armin Jochums Hände zitterten. Er merkte es allerdings nur daran, dass der Kaffee ihm urinwarm über die Finger rann, denn seine ganze schmächtige Gestalt vibrierte zusammen mit den Händen. Als Gesamtperson bebte er im Gleichtakt seiner tiefen Erschütterung. Ein Grinsen verzerrte sein Gesicht. Es mochte die Anstrengung sein, die ihn durchschüttelte, dachte er, denn innerlich trug er Georg Baur und Torben Otten auf seinen Schultern, hopste mit dieser leicht fassungslosen Last im Triumphzug durch das ganze Gebäude.

Fuck! Jochum ballte die Faust, und der Kaffee aus dem weichen Becher spritzte herum, versaute seinen hellblauen Anzug. Egal! Was spielte ein beschissener Anzug jetzt für eine Rolle? Sie hatten von nun an den europäischen MARKT in der Hand, das war ja wohl klar! « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Aus Bobby Graf Kessers Tagebüchern

November 26th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Baurs laden zum Fußballschauen. Da ich noch nie ein Spiel gesehen habe, wie ich Otteno Torbén, dem spanischen Botschafter, nachmittags noch zutuschele, im „Café Stramm“, zwischen zwei Wiener Melangen (ich) resp. zwei dunkelstämmigen Damen (er), nehme ich die Einladung gerne an, auch wenn sie mit dem handschriftlichen Zusatz versehen ist: Die Dame des Hauses komme später, sie sei noch auf eine Vernissage verpflichtet.

Verpflichtungen lehne ich, als Kosmopolit und Weltenbummler, selbstverständlich ab, habe aber auch Verständnis dafür, wenn eine aufstrebende Künstlerin in ihrer peer group, nun ja, herumstrebern muss.

Er sei den Baurs doch sicherlich auch willkommen, lade ich Otteno Torbén ein, ob er nicht auch mitgucken wolle? Champions League? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wo bin ich?

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