Warum der Kapitalismus nicht funktionieren kann:
November 9th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Dieser Nachricht von “Spiegel-Online” wollte bei uns in der Redaktion keiner Glauben schenken:
20 Jahre nach dem Fall der Mauer sind die meisten Menschen mit dem Kapitalismus unzufrieden. Das ergab eine von der britischen BBC in Auftrag gegebene Studie, die in 27 Ländern durchgeführt wurde. Die beste Meinung über die freie Marktwirtschaft haben demnach Menschen in den USA und in Pakistan.
“Das kann nicht stimmen, ganz klar”, sagte Holger Harmsen, Leiter des Ressorts Außenpolitik beim Blogozentriker. “Das wäre ja ein absoluter Weicheier-Wert, ich meine, wir reden hier von maximalen Selbstausbeutungsmöglichkeiten bei maximaler Fremdausbeutung! Außerdem, BBC, ist das nicht so eine Werbeagentur?”
Auch der Kollege aus der Wirtschaft, Teddy Dorano, schüttelte ungläubig den Kopf: “Unmöglich, das sehe ich genauso. Eine Zeitungsente, ganz klar.”
Man wisse nie, wandte der Haus-Skeptiker, Karl Daniel, ein. Den Leuten sei alles zuzutrauen. Immerhin hätten sie auch “eiskalt Schwarz-Gelb gewählt”.
Außerdem, setzte er hinzu, diese Achse USA-Pakistan, da hätte es in den letzten Jahren doch schon öfter Verbindungen gegeben …
Ein Anruf bei der BBC erbrachte nichts Konkretes, da die mit der Recherche beauftragte Redaktionspraktikantin “leider nicht so gut englisch spricht”, wie sie dem Kultur-Chef, Kapp I. Talismus, unter Tränen gestand.
“Kurz und gut, wir wissen es einfach nicht”, fasste Talismus den Stand der Untersuchung mit einem sardonischen Achselzucken zusammen. Erneut brach die Praktikantin vor der Tür in Tränen aus, und Tobias, unser Grafiker, über den seit Wochen Gerüchte kursieren, er sei schwul, versuchte sie zu trösten.
“Na gut”, brummte unser Chef, Tom Lobo. “Wenn die Leute den Kapitalismus ablehnen.” Er knallte die Faust auf den Tisch. “Ich denke, dann wird dieses Gesindel das bekommen, was es … arrrggghhh!”
Lobo fasste sich an die linke Brusthälfte. Herzinfarkt!
“Vielleicht wäre es nicht ganz und gar absurd, einen Krankenwagen zu holen?”
Teddy Dorano richtete die blitzende Brille auf seiner schweißspiegelnden Nase.
“Er stirbt! Er ist ja schon ganz grau im Gesicht”, konstatierte Holger Harmsen und machte sich eine Notiz.
“Ja”, Kapp I. Talismus erhob sich aus seinem chair, natürlich einem face2buns, “ich werde der Praktikantin Bescheid sagen.”
“Schlecht möglich”, sagte da Karl Daniel, “die hat sich vor zehn Minuten mit unserem Grafiker auf der Damentoilette eingeschlossen.”