Formelhaftigkeit und Formulierungskunst

Dezember 31st, 2009 § 1 Kommentar

Der Redaktion des Blogozentrikers wurde heute die Aufzeichnung einer Rede übermittelt, die Prof. Dr. Urs D. Taummel am Institut für Angewandte Hohlkörperphysik der Basler Universität gehalten hat. Sein Thema war: „Gibt es überhaupt noch so etwas wie eine Welt jenseits der Idee derselben?“ Dass er in seinem Vortrag recht unvermittelt auf den Roman „Hohlkörper“ zu sprechen kam, war uns ebenso erfreulich wie befremdlich. Und da sagen manche Leute noch, Naturwissenschaftler hätten nichts übrig für die Belletristik! Allerdings merkt man den Ausführungen doch stark an, wie sehr die gewöhnliche Denk-Richtung des Vortragenden hier den reflektierten Gegenstand deformiert. Ob der Autor jedem Satz zustimmen wollte? Wir haben da so unsere Zweifel … Auszüge aus der Rede möchten wir Ihnen, den geliebten Lesern, zum Jahresausklang gleichwohl nicht vorenthalten:

(…) Ich hatte dann aber doch den Eindruck, muss ich sagen, dass dieser Text, „Hohlkörper“, eigentlich kein wirklicher Roman ist. Denn wenn ein Roman sich am Erzählen orientiert, und beispielsweise die Stimmung, die geistige Gestimmtheit eines Helden darstellen möchte, eine Welt geben möchte als erlebbare, dann zeigt dieses Buch von Robert Mattheis sich in dieser Hinsicht sehr karg. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

„Zeitlose“

Dezember 30th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

In wenigen Wochen erscheint Martin Väterleins „Zeitlose“, im Untertitel: „Goldmanns unhaltbare Zustände“. Warum diese Zustände unhaltbar sind, dafür gibt es nach unserer Kenntnis ein ganzes Bündel von Gründen, doch wir dürfen sie hier nicht verraten. Fest steht jedenfalls, nach der bei amazon.de verfügbaren Leseprobe dieses Romans: Goldmann ist nicht fair, und beileibe ist er nicht objektiv! Goldmann ist dreckig, direkt, rau und obszön. Er singt nicht das Lied der Straße, wie manche meinen — er pfeift drauf. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Und natürlich erwähnt er Adorno

Dezember 30th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Einfach nur mal kurz dasitzen, ohne etwas sagen zu müssen, und ein paar Sätze hinschreiben mit seinem neuen Füller. Wenn man’s ganz genau nahm, dann war das auch schon alles, worum es ihm in diesem Augenblick ging. Tief und friedvoll ging sein Atem. Er war ja keiner, der die Welt packte und sich über die Schulter warf, und dann rauf aufs Fensterbrett und per Spinnenwebe aus Stahl hinaus in die Straßenschluchten. Er hatte im Augenblick keine große Theorie-Patsche im Rucksack, mit der er die Fliegen des Realen totschlagen konnte. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Cliffhanger

Dezember 30th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

- Ah, sagte Bob, ist das geil!
- Was denn?
- Na, was wohl? Dass jetzt die Festtage vorbei sind. Endlich kann es wieder losgehen mit dem Workout!
Georg dachte eine Weile über das in diesem Büro ungewohnte Wort „Workout“ nach.
- Sag mal, fragte er dann, hat das was damit zu tun, dass du die ganze Zeit deinen Schreibtisch hochstemmst? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Freunde, die erste Staffel

Dezember 29th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

- Kein Wunder, dass sie den eingewiesen haben.
- Stell dir das mal vor! Jeden Tag presst der da seine Artikel aus sich raus.
- Wurde höchste Zeit, dass die entsprechenden Stellen reagiert haben. So sehe ich das.
- Manchmal waren es drei Artikel an einem Tag!
- Der ist doch graphoman. Der ist doch …
- Ich wüsste jetzt auf Anhieb gar nicht, wie man den … das ist so ganz, irgendwie … « Den Rest dieses Eintrags lesen »

2 Paar Hosen

Dezember 26th, 2009 § 1 Kommentar

Wie hohl ist Ihr Kopf? Machen Sie jetzt den Georg-Christoph-Lichtenberg-Test! Der Göttinger Physiker, gefeiert als „Isaak Newton des Aphorismus“, behauptete schon vor über 200 Jahren: „Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen, und es klingt hohl, dann muss das nicht alle Mal am Buche liegen.“ Mit einem Exemplar der „Hohlkörper“ können Sie jetzt ganz schnell Ihren IQ ermitteln. So geht’s: « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Lucy In The Skype With Diamonds

Dezember 24th, 2009 § 2 Kommentare

VAUART: Lieber Blogozentriker, für uns ist dies das erste Skype-Interview.

BLOGOZENTRIKER: Was meinen Sie denn damit? Welcher Hype?

VAU: Nein, Skype. Diese Art, sich per Kamera über die ganze Republik hinweg zu unterhalten. Und dann noch an Weihnachten!

BLOGO: Ah, das, ja. Der Ton ist hier ziemlich beschissen … Ehrlich gesagt, mir wär’s ja lieber gewesen, wir hätten uns irgendwo getroffen. Dieses Dazwischen der Medien unterstützt ja nur das Monologische der Kultur. Aber ich akzeptiere natürlich Ihren Willen. Zumal es ja eh mehr und mehr darum geht, dass jeder irgendetwas Gutaussehendes vor sich hinredet … Was wollen Sie denn von mir wissen?

VAU: Ja, eigentlich geht’s noch mal um Ihren Roman! « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Schreiben und Leben

Dezember 23rd, 2009 § 1 Kommentar

„Ich erinnere mich“, erinnert sich der Blogozentriker, „wie ich meinen ersten Roman draußen hatte. Endlich. 40 Jahre hab ich daran gefeilt, Tag und Nacht. Es ist ja nicht so, dass man sich hinsetzt, und dann schreibt man das so runter. Das wäre ja völlig undialektisch, um nicht zu sagen: hanebüchen. Sondern man muss als Autor sehr sorgfältig mit Drogen, z. B., experimentieren. Bei mir stellte sich schon sehr früh heraus, dass die perfekte Droge Alkohol ist. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Weihnachtsansprache

Dezember 22nd, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Was er zum Ausdruck brachte, und das in kargen, einfachen Worten, war seine Unfähigkeit, dem Geschehen in der Welt einen Sinn abzutrotzen. Er sagte: „Ich begreife es nicht!“ Er habe sein Bestes gegeben, habe sich „reingehängt“, wohl auch mal eine Zeitung gelesen, durchaus auch ein „journalistisches Qualitätsprodukt aus Frankfurt am Main“, aber unterm Strich, „all things considered“, müsse er doch sagen, es sei für ihn alles irgendwie schemenhaft geblieben, „eine etwas leiernde, unbefriedigende Angelegenheit“.

Ich war tief bewegt, als ich diese Worte hörte. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Manche nennen es „Philosophie“

Dezember 22nd, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

„Oh, du, Baum, Baum“, Bob haute in die Tasten, „der du Baum, Baum …“
„Darf man fragen“, fragte ich, „was du da tust, Bob? Müsstest du nicht eher mal deinen Kram zusammen packen?“
„Baum, Baum, Baum. Nee“, Bob schlug noch einmal mit der Faust auf die Tastenleiste — PLÄÄÄNGGGGGGGG –, dann gab er Ruhe. „Ich finde keinen vernünftigen Reim auf ‘Baum’. ‘Du träumst vom Baum, kaum’, das ist Mist, und ‘Du bist im Traum, Baum’, das hat doch auch nicht das gewisse Etwas.“
Er faltete beschämt die Hände im Schoß. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wo bin ich?

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