Der Blogozentriker ermöglicht es dir, mit einem Menschen in deinem Leben zwar nicht so wirklich in Verbindung zu treten, aber immerhin Inhalte mit diesem zu teilen
Dezember 6th, 2009 § 1 Kommentar
Wir waren eigentlich alle gut drauf. Erst sahen wir uns Dylans neues Weihnachtsvideo an, „Must Be Santa“, und dann spendeten wir eine Menge Geld für die Armen und Obdachlosen in den USA. Wir waren alle ziemlich rührselig, denn wir dachten natürlich an James Stewart und seinen Weihnachtsfilm „Ist das Leben nicht schön?“, und als Jenny, die neue Praktikantin vom Empfang, den Engel Clarence erwähnte, für den am Ende das Glöckchen bimmelt, als er Flügel verliehen bekommt, da gab’s kein Halten mehr.
Dann kam allerdings einer auf die Idee, ob wir nicht auch für die Mühseligen und Beladenen hierzulande ein paar Cent locker machen sollten. Und da stürzte die Laune natürlich sofort auf den Gefrierpunkt. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Saschalobotomie
Dezember 5th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Neue Töne beim Blogozentriker! „Man darf nicht alles so düster sehen“, sagt ein in der Taille merklich schmaler gewordener Herr B. („Hab’s Fett absaugen lassen. 2300 Euro. Aber das hat sich gelohnt.“) Der Blogozentriker kommt gerade aus dem Fitness-Studio, seine Haare glänzen noch feucht.
„Vor allem sollte man das Leben nicht so ernst nehmen“, sagt er, noch im Hinsetzen. „Hey, es ist ein Spiel, Sabine, oder?“
Eine der neuen Regeln, die der Blogozentriker sich gegeben hat, um sein „griesgrämiges, moroses Auftreten aufzupäppeln“, lerne ich am Ende unseres Treffens kennen: Trinkgeld gibt es keines mehr. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Fraglich und fragil
Dezember 5th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
In der Blogosphäre ist auffallend häufig von „Idealen“ die Rede. Wenn ich mich im Alltag so umhöre, dann gibt’s dieses Wort eigentlich gar nicht. Kein Mensch würde sagen: „Mensch, ich hab da ein Ideal!“ Zu mir jedenfalls hat das noch keiner gesagt. Eher dann schon: die grausliche „Vision“ (die ja in Übertragung bedeutet: „Sonnenbrille sogar IM Kopf“), oder vielleicht, bei geistig Normaleren, die „Hoffnung“ oder der „Traum“, bei steileren Normalos der „Wunsch“ usw. Aber Ideal? Vielleicht findet man es bei Schopenhauer, meist mit dem Suffix „-ismus“, und dann wieder bei Nietzsche, als Ziel jeder wilden Attacke — drauf auf die Ideale! « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Verbindungen
Dezember 4th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
(Beachten Sie bitte auch unseren Hinweis am Ende dieses Beitrags!)
Die junge Frau stellte erst mal ihre Plastiktüten ab. In der Küche. Hier saß auch schon ihr Mann, der Vater ihres Kindes war er zumindest, und rauchte eine Zigarette. Normalerweise, also an einem Tag wie diesem, wenn es nicht ausgerechnet dieser Tag gewesen wäre, hätte sie ihn jetzt angeblafft, warum er nicht die Tür zum Balkon öffne, wenn er schon rauchen müsse. Gefahr für das Kind, total rücksichtslos, egoistisch usw. Auch wenn das Kind in der Kita war.
Der junge Mann, ein bebrillter Dreitagebartträger, der eigentlich ganz sympathisch aussah, blätterte lustlos in der „MoPo“ herum. Diese Zeitung war wirklich ein Graus geworden, dachte er. Die konnte man wirklich nur noch lesen, wenn man sich vorher das Gehirn raus nahm. Immerhin, so sparte er das Klopapier. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Jetzt auch beim Blogozentriker: Seriöser Journalismus
Dezember 4th, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
„Was kann man sich besser merken? Die Zahl 222 oder die Zahl 231?“
Dr. Charles Fleischer beschäftigt sich seit nunmehr bald 30 Jahren mit „einem der widerwärtigsten Dinge der Welt“, wie er selbst sagt — dem menschlichen Gehirn. Kein Wunder also, dass er einen mit einer Frage nach zwei Zahlen überfällt, kaum dass man in Lake View angekommen ist, wo seine Forschungseinrichtung von der US-amerikanischen Regierung untergebracht wurde. Der Gelehrte hüpft dabei mit irrem Grinsen vor überwältigender Gebirgskulisse auf und ab und wedelt mit einem Fragebogen. Wieder könnte er heute früh im Labor seinem Ziel einen Schritt näher gekommen sein …
Dr. Fleischer hat „von oberster Stelle“ einen Spezialauftrag erhalten. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Dreck fressen ist mein täglich Brot!
Dezember 3rd, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Leicht irrsinnig mutet es mich an, dass in Hamburg an allen Ecken und Enden rote Mülleimer mit gutgelaunten Sprüchen dafür werben, dass man etwas in sie hinein werfe. „Artgerechte Müllhaltung“, tönt es da aus einer Sprechblase, oder: „Ich fühle mich so leer!“ oder: „Ich kann ne Menge einstecken!“ Einer sagt auch schon mal zu einem, während man wartet, dass die Ampel grün wird: „Bin für jeden Dreck zu haben!“ Jeder Mülleimer bekommt hier eine individuelle Äußerung seines Müllbegehrens auf den kompakten Leib geschneidert.
Letztlich hat so für den alphabetisch Empfindlichen ein Spaziergang durch die Innenstadt etwas von einem Hindernisparcour durch eine von sprechenden Mülleimern besetzte Zone. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Anstatt kühlend und dämpfend …
Dezember 3rd, 2009 § 1 Kommentar
… auf die tosend heißlaufende Sozial-Maschine einzuwirken, macht sich der Kunst-Betrieb noch zum Anheizer! Während die Werbung bürgerlich-betulich wird und im 30-Sekunden-Pinkelpausen-Format stagniert, lässt die Kultursoße sich schon in neue, noch schärfere Formen gleiten. Etwa als Superpaper. Sind die denn eigentlich alle verrückt geworden, die Kultur-Murkel?
Auch jedes Stadttheater muss ja heute daherkommen, als hätte der Zeitgeist es höchstpersönlich gegründet. Mit eigener Interaktiv-Abteilung auf Facebook, betreut von hysterisierten, magersüchtigen Marketinglern. Werd’ Teil der Community! « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Lust
Dezember 3rd, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
- Na, hab keine Lust.
- Immer hast du keine Lust, Bob.
- Hab halt keine Lust. Was kann ich denn dafür? Ich bin nicht so ein Lust-Mensch.
- Man kann doch auch mal über seinen Schatten springen, Bob.
- Ja, aber in die Lust, in die Lust kann man halt nicht springen, wenn sie nicht da ist. Bob warf unwillig seine Achseln in die Höhe. Die Lust muss da sein, von allein, erzwingen kann man sie nicht. Sonst wär’s ja wohl kaum eine Lust, oder? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
The Nietzsche in me
Dezember 2nd, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Sie haben uns in unserer Wohnung das Wasser abgedreht! Ganz buchstäblich. Wegen Baumaßnahmen. Da könne man nur das ganze Haus abdrehen, sorry, auch wenn es eigentlich nur diese Wohnung da drüben betrifft … Haha. Von wegen!
Da steht also dieser Kerl vor der Tür, sehr gut gemacht, übrigens. Richtig im Handwerker-Outfit, eine freundliche Type. Dem könnte man glatt abnehmen, dass er hier Sanierungsarbeiten im Haus durchführt. Dass er vielleicht einer alten Dame das Klo repariert. Wenn man etwas bescheuert ist, könnte man das denken … « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Es lebe eine neue Menschheit!
Dezember 2nd, 2009 § Hinterlasse einen Kommentar
Die eigentliche Lebenskunst besteht ja darin, zu vergessen, dass man sich auf einer überdimensionierten Billardkugel befindet, die wie eine Rakete durch ein Weltall schießt, von dem man mit Fug und Recht sagen kann, es sei leer. Und dass also auch wir, als Menschen, uns unaufhörlich im freien Fall befinden. Das sollte man vergessen, tunlichst. Denn wenn man sich in dieses Kanonenkugel-auf-Abwegen-Gefühl nach Herzenslust versenkt … du lieber Himmel!
Das beruhigend-trügerische Gefühl jedoch, fest verankert zu sein in einem fix abgesteckten Geschick, verliert schon an Beständigkeit, wenn man einen ganz gewöhnlichen Spaziergang unternimmt. « Den Rest dieses Eintrags lesen »