Ed in Venedig
Januar 12th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Überhaupt war Venedig für mich die Hölle. Selbst dann noch, wenn L. sich mal wieder auf einem Trip in Richtung Thomas-Mann-Gedenkfestspiele vorm “Hotel des Bains” befand, wo er sich selbst mit pathetischem Gezeter aus dem “Tod in Venedig” vorlas.
Ich hatte ja auch noch die beiden anderen Reisebegleiter am Hals, und die waren mindestens so hartnäckig wie Sackratten, und in keinem Fall unterhaltsamer! Karlheinz schaffte mich allein durch seinen Stumpfsinn. Unglaublich, wie 20 Jahre in einer EDV-Abteilung einen Menschen moralisch und geistig reduzieren können! Früher war Karlheinz wirklich ein lustiger, aufgeweckter Bursche gewesen mit einem ganz eigenen, schrägen Sinn für Anarchie. Ich hatte ihn geliebt. Und heute? Las er ununterbrochen in so einer IT-Idioten-Zeitschrift und kratzte sich dabei am Sack. Ab und an zog er den Rotz hoch. Das war’s aber auch schon, was er uns mitzuteilen hatte.
Ed war keinen Deut besser. Er zeigte mir immer seinen Schwanz, wenn er aus der Dusche kam, und grinste dabei breit, und er rief immer wieder ganz begeistert: “Hast du schon mal so einen Schwanz gesehen, Carlo? Hast du schon einmal so ein fettes geiles Teil gesehen?”
Er war offenbar jedes Mal wirklich selbst erstaunt, wenn er unter der Dusche seines Gemächtes ansichtig wurde. Tatsächlich hatte er einen Mörderapparat. Das muss ich klipp und klar sagen. Dieses Gerät war dermaßen imposant, dass man nicht mal auf die Idee kam, neidisch zu sein. Man war einfach von so viel pracht- und drangvoller Größe erschlagen. Das gibt’s ja. Man war überwältigt durch diese phallische Majestät. Es ging hier nicht nur um die Masse! Es ging auch ums Design, um die Wölbung, die Ergonomie und all diese Sachen. Ed war geschaffen fürs Bumsen, da gibt’s kein Vertun, und in Anbetracht dessen verbrachte er viel zu viel Zeit damit, Computer zu verkaufen, und viel zu wenig Zeit mit Ficken.
Britta stöhnte mir auch immer was vor. Ed ficke sie viel zu selten, seufzte sie, und das, wo er doch so eine fette Nudel habe! Ich wusste gar nicht, wo ich hinsehen sollte, als sie mir ihr Herz (oder was auch immer) ausschüttete; ich meine, ich bin ein Intellektueller, klar? Ich halte es schon für eine ziemlich heiße Sache, wenn ich eine Frau von hinten nehme, und dieses ganze Zeug über Liebesschaukeln und Titten-Quickie im gläsernen Aufzug usw., muss ich sagen, ließ mich schwach werden. Ich war froh, dass ich saß. Ich hatte keinen Sinn für all diese Exzentrizitäten.
Ich für meinen Teil benutze den Küchentisch, um daran zu essen.
Aber Britta hörte gar nicht auf. Die kriegte sich gar nicht wieder ein! Ficken hier, Ficken da. Irgendwann dachte ich natürlich, sie wolle mir damit etwas zu verstehen geben, und so war’s ja wohl nur konsequent, dass ich fragte:
“Sag mal, Britta, hättest du vielleicht Lust, also, so einen Schwengel wie Ed hab ich natürlich nicht. Aber einen Schwanz hab ich schon auch? Sollen wir den mal zusammen ausprobieren, was meinst du?”
Da hätten Sie aber mal Brittas Gesicht sehen sollen! Genauso gut hätte ich auf dem Tisch einen Vogel bei lebendigem Leibe anzünden und dann mit Hilfe eines Schweizer Taschenmessers verspeisen können. Das war ein Schlag ins Wasser. Was ich doppelt schade fand, weil mich der Gedanke, Britta von hinten zu bumsen, inzwischen richtig erregte. Ich hatte sogar schon …