Bovary und Boris Groys

Januar 13th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Der geheime, magnetische Reiz, der von Wörtern ausgeht. Z. B. diese Überschrift da. Oben. Was haben diese Begriffe miteinander zu tun? Vorstellbar, dass Groys etwas über Emma Bovary weiß, was Flaubert, der ja als erster mit der These auftrumpfte, “Emma, c’est moi!”, nicht wissen konnte, weil er dafür einfach zu früh war, geistesgeschichtlich gesehen. Davon abgesehen ist es einfach nur Klang, wie das meiste, was als Text rausgeht. Überhaupt profitiert die ganze Geisteswissenschaft von diesen verborgenen, aber mächtigen Kraftfeldern, die in den Wörtern stecken. Der Kitzel, das luxuriöse Locken. “Leg dich hin!” Das rufen diese paar Buchstaben dem, der sie richtig zu lesen vermag, zu. “Leg dich hin, lass abströmen von dir die Sorgen des Alltags, die gestaute, taube Dummheit, zu der dein Leben ward.” Schon das Wörtchen Ward haut dich um, wirft dich auf den Rücken. Und da liegst du denn und treibst dahin, davon von allem, was schwer ist und zäh und klebrig, wie Teer, aus dem man sich ja auch nicht mehr erheben kann, wenn man einmal der Länge nach hineingefallen ist.

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