Eds Ego in arcadia

Januar 14th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Noch brannte die Rasur auf seiner Gesichtshaut, da trat er schon in den frostigen Morgen hinaus. Die Luger in seinem Holster wusste, was sie zu tun hatte. Sanft zog sie an ihm. Er war ein Mann, er würde töten.
Die subtilen Geheimnisse des Herzens überließ er seiner Frau. Sie lag oben im Bett und schlief, unter dicken Daunendecken. Sie würde ihn nie wiedersehen. Dass er wusste, dass sie dies nicht wusste, hatte ihm ein bitteres Lächeln abgequält, als er ihr einen Abschiedskuss auf die Wange gehaucht hatte. Altes, pergamentartiges Fleisch. Süßer Pfirsisch der Jugend, den ich einst geliebt, dachte er weh, wo bist du? Wohin?
Er wusste, was blieb, war Stuss.
Genau das aber, was not getan hätte, war ihm abhanden gekommen. Der Hang zum Neuen. Er war ja ganz froh, im Alten, das er als blöd erkannt hatte, gefangen zu sein wie in einem Traum, der jedoch zu tief ist, als dass der Träumer zu erwachen vermöchte.
Ein Schuss fiel in der Ferne.
Der Wind heulte.
Wer weiß, wäre er noch da gewesen, er hätte den Effekt womöglich für lyrisch gehalten.

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