Verzweiflung
Januar 14th, 2010 § 2 Kommentare
- Bob. Jetzt schreib doch nicht schon wieder von “Verzweiflung”!
- Wenn ich doch aber verzweifelt bin.
- Das stößt die Leser ab. Die Leser sind doch selbst verzweifelt. Die sehnen sich nach ein bisschen positiver Stimmung. Ein bisschen Groove. Hey. Schreib doch mal was mit guter Laune!
- Und an was hast du da gedacht, Big?
- Na. Bert “Big” Bruder rollte in seinem face2buns zurück und glotzte aus dem Fenster. Schnee fiel. Ich weiß ja auch nicht, murmelte er. Dass Weihnachten naht, zum Beispiel.
- Weihnachten ist grad vorbei, sagte Bob.
- Weiß ich doch. Bruder rieb sich mit der Handfläche über seine Stirn. Na, dann mach doch eine besinnliche Nachbetrachtung. Wie schön Weihnachten dieses Jahr war. Dass wir alle uns nach einer weißen Weihnacht gesehnt haben, jahrelang, und dieses Jahr, voilà.
Bob guckte skeptisch.
- Da halten uns unsere Leser doch für bescheuert.
- Tun sie eh.
- Aber dann halten sie uns für noch bescheuerter, Big.
Der Boss zuckte die Achseln.
- Was soll’s, sagte er fröhlich. Ich wenigstens hab nicht mehr allzu viel zu verlieren.
- Ich finde, sagte Bob, dass Verzweiflung ein Thema ist, das alle Leute angeht. Das die Leute bei der Stange hält.
- Nein, das finde ich eben nicht. Wütend schwang Bruder seine Faust auf den Tisch. Seltsamerweise ergab das kein Geräusch. Er versuchte es gleich noch einmal. Wieder nix. Es war, als wäre seine Faust aus Watte. Er sah auf. Was soll denn das jetzt?, fragte er vorsichtig.
- Leider können wir uns diese aufwendigen Soundeffects nicht mehr leisten, sagte Bob. Dauernd dieses Bamm, Peng, Bumm. Alles gestrichen.
- Was? Bert “Big” Bruder sprang auf. Sein face2buns prallte dabei zurück und knallte an die Wand seines Büros, wie immer, genau unterhalb des Fensters. Doch anders als sonst blieb diesmal das scheppernde Knallgeräusch aus! Verzweifelt schaute der große Boss auf seinen Bossman-Stuhl, der stumm geworden war über Nacht und müde vor und zurück schwankte.
- Siehst du, sagte Bob mit einfältigem Grinsen. Jetzt bist du auch verzweifelt, Big!
Da fragt man sich beim lesen ja schon, ob man nicht irgendwie auf den Kopf gefallen ist.
gut finde ich hier wie die überlegungen und gedanken des autors zum verfassen seiner texte ausgeführt sind. das versetzt einen mitten in den kopf des schreibers.
das neu eingeleitete thema mit den soundeffekten die man sich nicht mehr leisten kann kommt wie von einem anderen planeten . Vllt haben ich den übergang oder die anspielung und verbindungen nicht mitbekommen, was dann aber auch daran lag dass sie für otto normal verbraucher nicht sichtbar waren. Sprich : ende wirkt total rausgerissen.