Fan
Januar 20th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Ganz klar, dass ich mir erst mal Notizen machen musste. Ich ließ meine Freundin keifen und schloss mich in der Küche ein. Jana würde sich schon wieder beruhigen. Das hier war jetzt wichtiger. Man muss Prioritäten setzen, sonst wird man wahnsinnig! Ich breitete das Material vor mir aus, die Ausdrucke, das Ergebnis meiner Recherchen. Okay, der Blogozentriker hatte in einem seiner letzten Artikel also einen “Jochen Arnum” erwähnt … als erstes mal erinnerte mich das natürlich schwer an “Armin Jochum”. Ich grinste. Das sah mir doch verdammt nach einem Buchstaben-Dreher aus, wie Blogo sie liebte! Das war allerdings weniger interessant für mich. Das war sein übliches Verfahren. Blogo verhunzte bekanntlich alles, was ihm widerfuhr. Wichtiger war für mich als Fan die Tatsache, dass “Arnum” der Ort war, aus dem der Blogozentriker stammte, in dem er etwa 20 Jahre seines Lebens verbracht hatte. Der Ort seiner Herkunft … Scheiße, ich war begeistert, ich sprang auf und ab! Zum ersten Mal erwähnte der Blogozentriker autobiographische Fakten, die mit seiner Herkunft zu tun hatten! Ich würde darüber gleich etwas schreiben müssen, dachte ich, einen kurzen Beitrag für das Blogozentriker-Fanportal. Natürlich wussten auch Benny und Chris darüber Bescheid, über diese Arnum-Geschichte, ich hatte sie immerhin vor seinem Geburtshaus getroffen … ha! Ich lachte laut auf. Eben dort hatte ich sie ja NICHT getroffen!
Mein Herz klopfte, ich musste erst mal ein Glas Wasser trinken. Ob Chris und Benny auch herausgefunden hatten, fragte ich mich, dass der Blogozentriker das Licht der Welt in Hannover erblickt hat? Und dort, eingerahmt von roten Backsteinen, seine allerersten Jahre verlebte? Ich bezweifelte es. Dafür waren Benny und Chris nicht aufgeweckt genug. Die waren ja schon froh, wenn sie das mit dem Buchstabenverdrehen bemerkten. Darauf bildeten sie sich dann wirklich was ein, da machten sie dann einen großartigen Artikel draus! Wie neulich diese Sache mit Georg Baur, dass es den wirklich gäbe. ACH, ECHT!? Ich lachte, ich lachte. Das war doch klar, Mensch!
Aber waren sie darauf gekommen, wo der Blogozentriker seine ersten Lebensjahre verlebt hatte? Herumgeschoben in einem Kinderwagen, von dem ich mir ein Foto besorgt hatte? Ein Kind saß darin, ein größeres Kind schob das Gefährt. War das ein Bruder? Oder ein Cousin? Ein Junge aus der Nachbarschaft? Keine Ahnung. Der Kleine guckte ziemlich ernst in die Kamera, schiefäugig, irgendwie. Während der Blogozentriker lächelte. Vielleicht bildete ich es mir nur ein, aber für meinen Geschmack war das schon ganz das spöttische Lächeln des Blogozentrikers, das er auch präsentierte, wenn man ihn auf der Straße ansprach! Erst lächelte er einen an, dann grinste er, und dann nahm er die Beine unter den Arm!
Ich schrie: “Hey, Jana, jetzt gib mal bitte RUHE, ja?” Ich schrie: “Ich muss hier drin ARBEITEN, ja?” Ich schrie: “Ich muss mich hier drin wirklich mal ein paar Sekunden KONZENTRIEREN, verdammte Scheiße!”