Lucky Strike
Januar 22nd, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Heutzutage hat jeder so viel gehört, dass er glaubt, er habe schon ALLES gehört. Vor allem, da alles, was er zu hören bekommt, im Modus größtmöglicher Überzeugtheit vorgetragen wird, durch ein Megaphon gesprochen, das von der Wall Street bis zum Brandenburger Tor reicht. (Und ich sage Ihnen, das ist WIRKLICH laut!) Im Gehirn haben sich darob so viele Filter-, Warn- und Schutzmechanismen etabliert bei jedem von uns, dass an ein Durchkommen nicht zu denken ist. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Man muss sich nur Mühe geben
Januar 22nd, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Unheimlich. Ich war ja immer davon ausgegangen, ich sei der Blogozentriker, aber dann komme ich heute früh in das Zimmer, in dem der Laptop steht, und ich traue meinen Augen nicht. Da hockt doch tatsächlich schon einer an meinem Computer! Und tippt wie ein Irrer. Von hinten konnte ich nicht viel von ihm erkennen, außer einem gedrungenen Haufen menschlicher Tipperei — zumal es noch sehr früh und darum draußen dunkel war. Ich hörte nur dieses manische „Tipptipptipp“. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Zusammenhänge
Januar 21st, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Eigentlich, vielleicht ist es erlaubt, diesen Gedanken mitzuteilen, stellt der Roman „Hohlkörper“ eine einzige Kritik am Betrieb dar — „Betrieb“ verstanden als Institutionalisierung und Verdinglichung zwischenmenschlicher Verhältnisse. Vor allem natürlich gilt die Kritik dem literarischen Betrieb. Dass dieser sich darauf verpflichtet hat, nur noch gehobene Durchschnittsware an seine Verbraucher heranzulassen, diesen also einerseits die Frustration durch Schrott, andererseits aber eben auch die Frustration durch ihren Horizont überschreitende Texte zu ersparen, ist ein Skandal. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Blumenstrauß des Bösen
Januar 21st, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
- Stimmt das? Haben Sie das gesagt, Bob?
Henry hatte vor mir Aufstellung genommen, vor meinem Schreibtisch, und natürlich stimmte, was Donna behauptete. Ich hatte über Henry vom Leder gezogen, dass es eine Art hatte. Aber das jetzt zuzugeben — so blöd war ich dann doch nicht!
- Natürlich stimmt es nicht, sagte ich demgemäß.
- Damit steht Ihr Wort, Donna, wandte Henry sich an seine Untergebene, gegen Bobs. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Gesellschaftskritik
Januar 21st, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Mittlerweile jedoch scheint die Kritik an der Gesellschaft eher ein Teil des Problems zu sein denn ein Schritt hin zu dessen Lösung. Gesellschaftskritik ist ubiquitär. Dadurch verliert sie ihren Wert, stumpft ab. Sie ist ein Messer, das nicht mehr schneidet, nur hässliche Druckstellen hinterlässt, und nichts ist unserer Gemeinschaft mehr ein Gräuel als das, was uns entstellt. Wir sind auf Hochglanzästhetik abonniert, der blaue Fleck gehört nicht dazu. Aus lebensrettender Chirurgie wurde eine Branche des allgemeinen Designs. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Ausrasterfahndung
Januar 21st, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Klar, hinterher fragte ich mich schon, ob ich nicht irgendwie auf den Kopf gefallen sei. Musste ich diesen Typen denn nicht kennen? Der Name jedenfalls war’s nicht, den konnte man sich leicht merken: Harald Schmidt. Ein Allerweltsname, wie man so sagt. Aber mir war er ganz einfach unbekannt. Ich kannte ihn nicht, nicht mal aus dem Fernsehen. Oliver Pocher, na klar, den find ich grandios. Aber dass da so ein grantiger alter Mann neben Oli in der Show gesessen hatte — mir war das nie so richtig aufgefallen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Fan
Januar 20th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Ganz klar, dass ich mir erst mal Notizen machen musste. Ich ließ meine Freundin keifen und schloss mich in der Küche ein. Jana würde sich schon wieder beruhigen. Das hier war jetzt wichtiger. Man muss Prioritäten setzen, sonst wird man wahnsinnig! Ich breitete das Material vor mir aus, die Ausdrucke, das Ergebnis meiner Recherchen. Okay, der Blogozentriker hatte in einem seiner letzten Artikel also einen „Jochen Arnum“ erwähnt … als erstes mal erinnerte mich das natürlich schwer an „Armin Jochum“. Ich grinste. Das sah mir doch verdammt nach einem Buchstaben-Dreher aus, wie Blogo sie liebte! « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Typisch Provinz …
Januar 19th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Da versucht der Blogozentriker mal einem „prominenten“ Kollegen etwas zu erklären — und der reagiert ABSOLUT unprofessionell!
Schere, Leim, Papier
Januar 19th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Das eigentliche Problem, belehrte mich Nick Fuhl bei einigen Karaffen vino della casa, bestünde darin, dass die meisten Autoren die Frage der MATERIALITÄT DER SCHRIFT einfach nicht begriffen. Ob mir klar sei, was er meine? Der Rahmen, der sei das Entscheidende. Wo ziehe ich den Rahmen mit meinem Edding? In der Fülle der Entscheidungen, wo treffe ich meine Auswahl? Was picke ich heraus, was lasse ich verfallen auf dem Müllhaufen meiner persönlichen Geschichte? Die dicken schwarzen Linien, die der Entropie wehren, wo verlaufen die? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
1, 200.000, 6,5 Mrd.
Januar 19th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Ganz klar, denkt der Blogozentriker, aufgekratzt und wütend, nachdem er die „Tagesschau“ gesehen hat. Da muss man was schreiben. Dieses Bedürfnis nach Solidarität, dazu die Katastrophengeilheit der Medien. Schon der pseudoaufklärerische Satz: „Welche Bilder dürfen wir zeigen?“ Und dabei zeigen sie Bilder von Toten, die auf der Straße liegen, während andere Leute vorbeilaufen, ohne den Leichen Beachtung zu schenken. 200.000 Tote. Das ist Krieg. Das ist Hiroshima, das ist Dresden. « Den Rest dieses Eintrags lesen »