Sie, sie
Januar 18th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Den ganzen Sommer über schon diese Unruhe! Anna K. konnte es sich nicht erklären, aber sie war bis auf die Knochen enerviert. Sie konnte einfach nicht mehr, in ihrem bunten, leichten Kleid. Es war, als risse sie etwas hin.
Mit schnellen, weiten Schritten lief sie den Bahnsteig auf und ab. Ihre Handtasche klatschte gegen ihre Oberschenkel. Sie hatte Durst, aber trinken wollte sie auch nichts.
Sie war sich selbst zur Last. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Ich, ich
Januar 18th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
„Ich, ich habe Adornos Radiovorträge schon einmal gehört“, schrie der Eiferer, über das Toben der Blogozentriker-Fans hinweg, die alle ihre Gesamtausgaben von Theodor W. Adornos Schriften mitgebracht hatten, um sie kollektiv in einem einzigen großen RATSCH zu zerreißen. War indirekt nicht ein Appell in dieser Richtung an sie ergangen? Verschiedene Fernsehsender hatten ihre Reporterteams vor Ort geschickt, um dieses RATSCH live zu übertragen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Vielen Dank, Conny D!
Januar 17th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Aber klar könnte man da heulen! Conny D hatte mit ihrem Lob für meinen Artikel SCHREIBEN UND LEBEN mein Herz berührt. „Vielen Dank für den spitzen Beitrag. Ich war letzte Woche bereits mal auf dem Blog hier.“ Das fand ich, bei MTV würde man sagen, „amazing“. Sie war also nicht zum ersten Mal da! Ich küsste den Bildschirm!
Sicher, die nachgeschobene Einschränkung: „Mal sehen, unter umständen lockt mich die Suchmaschine ja noch mal hier her“ fand ich etwas frostig, wie vermutlich die meisten meiner Leser. (Und warum war „Umstände“ klein geschrieben?) Da fragte ich mich schon: „Liebt sie mich als Menschen, oder ist sie nur auf meine Popularität scharf?“ « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Vision statt Werbung
Januar 16th, 2010 § 5 Kommentare
In einer tollen, spannenden Keynote Speech entwarf der One-girl-think-tank Marion Krass-Ei bei der letzten INTERMEDIA eine kühne Vision für die Zukunft der Werbung:
Ich glaube, dass der Verbraucher in Zukunft mehr will als nur eine Ware. Er will auch nicht nur eine Story. Er will einen Partner. Er will nicht in einen BMW steigen, der für ihn nichts ist als ein Haufen Blech — schön designt, okay, aber doch letztlich nur Blech mit einem schicken Schimmer drauf. Der mündige Verbraucher, und als solchen müssen wir uns unseren Kunden leider heute schon denken, der mündige Verbraucher wird Wert darauf legen, dass er sich mit unseren Produkten IDENTIFIZIEREN kann. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Die schwarze Taste
Januar 16th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Er dachte sich nur: „Leckt mich am Arsch!“ Er dachte sich: „Ich pfeif auf eure Konstruktionen!“ Dass ihm die Kritiker unter die Nase rieben, sein Roman „Hohlräume“ sei schlampig konstruiert, brachte ihn auf die Palme. Da musste er erst mal ein Bier saufen, fast auf Ex. Dabei beruhigte er sich wieder, wenn der Hopfen in seinen Bauch strömte. Was sollte das denn überhaupt heißen, „konstruiert“? Was war denn konstruiert in der Welt? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Er plötzlich
Januar 16th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Und plötzlich dachte sie noch einmal an ihn, dabei hatte sie vorher noch nie an ihn gedacht, vermutlich nicht einmal, als sie ihm damals in sein kleines Zimmer in der Türkenstraße gefolgt war. Ein paar Tage später hatte er ihr noch eine SMS geschickt, aber selbst da hatte sie nicht an ihn gedacht. Sie hatte nur die SMS gelöscht. Sie konnte sich nicht erinnern, ob sie die SMS überhaupt gelesen hatte. Es war ihr nämlich eigentlich vollkommen egal, was ihr so einer zu sagen hatte, das stimmte ja doch alles nicht. Man verwechselte sie nur mit einer anderen, Besseren. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Autos verkaufen
Januar 15th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Jochen Arnum war ein geduldiger, begeisterungsfähiger Mensch, eventuell, wie Spötter unter seinen Kollegen befanden, ein klein wenig prüde. Seine größte Schwäche war der Rotwein, und er gab ganz entschieden heimischen Gewächsen den Vorzug, Badenser Reben. Er kam von der Graphik, und immer noch hielt er den Rekord innerhalb seiner Agentur, was das Handzeichnen mit fünf Fluchtpunkten anbelangte. Er konnte eine Wendeltreppe so nebenbei aufs Papier hinschwindeln, fast im Stehen, und dabei glänzte auf seinem Gesicht ein glückliches Lächeln, denn das Zeichnen, das war ja nicht nur eine Sache des Bleistifts, sondern es fand auch im Kopf statt, und dort verursachte es eben große Glücksgefühle. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Moleskine
Januar 15th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Hatte er zuerst geglaubt, sein Gehirn spiele ihm üble Streiche („schmutzige Tricks“), so ging ihm nach und nach auf, dass vielmehr eine schützende Strategie hinter allem steckte. Sein Gehirn führte, indem es Wahrnehmungsradierungen vornahm, einen aus der Tiefe heraufgerichteten Auftrag aus. All seine Aussetzer, seine Unmöglichkeiten; die dunklen, leeren Areale im Tagesablauf, die Absencen, die weggewischten Sekunden. Das Zappeln mit den Zehen, das Blinzeln im Oberstübchen, wie er es empfand. All das diente dem einen Zweck, ihn VOR DEM LEBEN ZU SCHÜTZEN. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Eds Ego in arcadia
Januar 14th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Noch brannte die Rasur auf seiner Gesichtshaut, da trat er schon in den frostigen Morgen hinaus. Die Luger in seinem Holster wusste, was sie zu tun hatte. Sanft zog sie an ihm. Er war ein Mann, er würde töten.
Die subtilen Geheimnisse des Herzens überließ er seiner Frau. Sie lag oben im Bett und schlief, unter dicken Daunendecken. Sie würde ihn nie wiedersehen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Notizbuch eines Psychiaters
Januar 14th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Wenn Sie Psychotherapeut sind, also sich um die Verwirrten und Gestörten dieser Welt kümmern, erleben Sie die dollsten Dinger! So hatte ich neulich einen da, einen eigentlich sehr aufgeweckten jungen Mann mit einem gewissen Bildungshintergrund, der lange herumdruckste, bevor er mit dem herausrückte, was ihm aktuell auf dem Herzen lag. Was er dann da von sich gab, war sogar für mich, der ich ihn ja doch sehr gut kannte, eine Überraschung! « Den Rest dieses Eintrags lesen »