Verzweiflung
Januar 14th, 2010 § 2 Kommentare
- Bob. Jetzt schreib doch nicht schon wieder von „Verzweiflung“!
- Wenn ich doch aber verzweifelt bin.
- Das stößt die Leser ab. Die Leser sind doch selbst verzweifelt. Die sehnen sich nach ein bisschen positiver Stimmung. Ein bisschen Groove. Hey. Schreib doch mal was mit guter Laune!
- Und an was hast du da gedacht, Big? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Bovary und Boris Groys
Januar 13th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Der geheime, magnetische Reiz, der von Wörtern ausgeht. Z. B. diese Überschrift da. Oben. Was haben diese Begriffe miteinander zu tun? Vorstellbar, dass Groys etwas über Emma Bovary weiß, was Flaubert, der ja als erster mit der These auftrumpfte, „Emma, c’est moi!“, nicht wissen konnte, weil er dafür einfach zu früh war, geistesgeschichtlich gesehen. Davon abgesehen ist es einfach nur Klang, wie das meiste, was als Text rausgeht. Überhaupt profitiert die ganze Geisteswissenschaft von diesen verborgenen, aber mächtigen Kraftfeldern, die in den Wörtern stecken. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Verkaufsrang
Januar 13th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
- Sag mal, spinnst du jetzt total? Du hast WAS?
- Ich hab noch zwei Exemplare der „Hohlkörper“ bestellt, bei Amazon.
- Aber warum denn das? Du hast das Buch doch selbst geschrieben? Das bekommst du über deinen Verlag doch garantiert billiger?
- Das stimmt, ja …
- Ja, aber warum bestellst du das dann bei Amazon? Kannst du mir das mal sagen?
- Weil, wenn ich es bei Amazon bestelle. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
So viel wie ein Mensch
Januar 12th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Friedrich Friederichsen las, mit zusammengekniffenen Augen, was der Blogozentriker am gestrigen Tag geschrieben hatte: „Dann aber, wenn ein Kitschfabrikant sich der Szene nähert, und dann beschwört er das ganze kleine feine Pathos des Biedermannes — das ist zum Brechen. Da gilt dann mit voller Wucht: ‘Der Mensch ist nicht viel.’ Er ist, im Zweifelsfall, nur ein Idiot, der vom Lottogewinn träumt, weil er von seinem Mitmenschen nichts mehr erwartet.“
Friedrich Friederichsen … dessen Name so unglaublich umständlich war in seiner pleonastischen Redundanz, dass seine Freunde natürlich darauf verzichteten, ihm einen einfachen, kurzen Spitznamen zu geben — nur der Blogozentriker rief ihn immer „Fritz Fritzsen“, was allerdings auch eine Provokation sein mochte, weshalb Friedrich Friederichsen stets so tat, als hörte er es nicht — FF also knirschte mit den Zähnen, denn, klar, er kapierte ja sofort, dass er hier gemeint war! « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Ed in Venedig
Januar 12th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Überhaupt war Venedig für mich die Hölle. Selbst dann noch, wenn L. sich mal wieder auf einem Trip in Richtung Thomas-Mann-Gedenkfestspiele vorm „Hotel des Bains“ befand, wo er sich selbst mit pathetischem Gezeter aus dem „Tod in Venedig“ vorlas.
Ich hatte ja auch noch die beiden anderen Reisebegleiter am Hals, und die waren mindestens so hartnäckig wie Sackratten, und in keinem Fall unterhaltsamer! Karlheinz schaffte mich allein durch seinen Stumpfsinn. Unglaublich, wie 20 Jahre in einer EDV-Abteilung einen Menschen moralisch und geistig reduzieren können! « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Paar Passanten
Januar 11th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
- Für den einen, weißt du, ist dieses Pathos der Innigkeit, wie es sich in der schwärmerischen Betonung des Wortes „Gesang“ ausspricht, lebensnotwendig. Dem anderen verdirbt es den Appetit.
Der Dramaturg L., inzwischen nur noch an den großen Häusern tätig und von der Kröte Arroganz schon halb hinuntergeschluckt, blickt wehmütig-mitleidig durch die enge Gasse. Venedig, Weihnachten. Es ist eine „sentimental journey“, wie man sagen könnte. Vor 20 Jahren waren wir nämlich schon einmal hier, auch an Weihnachten, als Flüchtlinge vor dem Familienfest, zusammen mit Ed und Karlheinz, die jetzt im Hotel auf uns warten. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Du und ich und ich und du
Januar 11th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Jeder Jeck, sagen die Kölner, sei anders. Das stimmt auch für die Menschen, die nicht in Köln leben. Einen jeden zeichnet eine, seine, ganz besondere, von Peinlichkeiten ganz eigener Art gewellte Geschichte aus. Es wäre da für einen Mikro-Historiker, der sich von Betrachtungen à la „Weltgeist zu Pferde“ distanzieren möchte, Unendliches zu entdecken. Im Vergleich dazu ist das Internet ein Scheißdreck. Allein all diese Tagebücher, in denen ja Dinge stehen, die ein Normalbürger nie öffentlich machen würde! « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Nachdem ich das Konzept verloren hatte
Januar 11th, 2010 § 2 Kommentare
Jeder braucht eine Chance. In diesem Punkt gab sich Friedrich Friederichsen keinen Illusionen hin. Wenn ihm damals der Chefredakteur der „Spast“, des angesagtesten Musikmagazins Hamburgs, Lorenz Zedernfeld, nicht die Hand hingestreckt hätte, um ihn an Bord der Fregatte zu ziehen — er würde wohl immer noch in Wilhelmburg Teller waschen, nachdem und bevor er sich betrunken hätte. So aber galt er national als Edelfeder, allein schon, weil er die Kunst beherrschte, jeden Sachverhalt so auszudrücken, dass es so klang, als sollte man sich da ohne einen Doktor in Quantenphysik gar nicht ran trauen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Bitte was einfüllen!
Januar 10th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
- Aber das ist doch Schwachsinn!, schrie Bob. Ich kündige. Die sollen ihre beschissenen „Sprengkörper“ allein schreiben! Mir reicht’s.
- Was wird das denn jetzt? Georg stemmte die Fäuste in seine Hüften. Schließt du hier jetzt nahtlos an die „Hohlkörper“ an, oder wie?
- Ich schließe an gar nichts an, Bob warf seinen Lamy-Füller in den Pappkarton, den er auf seinen Schreibtisch geknallt hatte, um seine Sachen zusammenzuräumen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Hotlink
Januar 9th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
- Nein, Bob, da sind Sie jetzt zu anspruchsvoll! Bert „Big“ Bruder warf noch einmal einen Blick auf die Ausdrucke in seiner Hand. Ich finde das völlig okay. Was sagt denn der Kunde?
- Der Kunde findet’s auch okay.
Bert „Big“ Bruder schaute auf.
- Okay? Oder ist er begeistert?
- Ihm gefällt’s richtig gut.
- Tja, Bob, wenn das so ist … ich verstehe nicht ganz, wo Ihr Problem liegt? « Den Rest dieses Eintrags lesen »