Neulich, im Hard-boiled Café …
Februar 28th, 2010 § 1 Kommentar
- Und dieser Marvin hat Ihnen das angetan?
- Ja.
- Der muss ja richtig, ich meine. Hat der Sie mit seinen Fäusten bearbeitet, oder was? Wie kam das denn?
- Er liebt mich.
- Das steht wohl außer Frage, sagte Bob, seinen Kaffeebecher auf dem Tisch abstellend. Bisher hatte Bob schweigend mitangehört, was Mrs. Delaney uns zu sagen hatte. Jetzt kam er, die Hände in die Hosentaschen gestopft, zu uns heran gedackelt. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Einfall
Februar 27th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Mein Traum war, auf offener Bühne erschossen zu werden. Wissen Sie, endlich hätte ich das Publikum so weit, hätte es so aufgestachelt, all diese Affen dermaßen provoziert, dass endlich einer durchdreht und mit seinem Browning auf mich anlegt. Ich träumte davon, mit dem Notfallwagen durch die Stadt transportiert zu werden in ohrenbetäubendem Geheule, aber dann bald, vielleicht noch zwischen den Krankenhaustüren, zu sterben. Eine Frau mit Mikrofon würde in die Kamera ihre professionelle Teilnahme heucheln.
In einer Bar hielte eine Hand mit Erdnüssen kurz inne, während sie die Live-Schaltung verfolgt. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Stil als Schicksal
Februar 27th, 2010 § 2 Kommentare
Man muss heute ja schon ein Idiot sein, um für eine Zeitung wie das „Abendblatt“, Hamburg, Geld hinzublättern. Oder man steht sehr auf Papier. Die Informationen, die man sich hier abholen kann, gibt’s im Internet auch, und umsonst. Was man sich aber im Internet nicht holen kann, ist eine HALTUNG. Die gibt’s aber leider auch im „Abendblatt“ nicht. Wenn es dort heißt, dass der „Süddeutsche Verlag“ mal wieder Stellen abbaue, dann ist das eben auch nicht mehr als eine Meldung. Geschrieben zwar in der Kolumne eines professionellen Medien-Observateurs. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Ich, schizoid
Februar 26th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Am liebsten wäre ich aufgesprungen und raus gerannt. Der Typ, der sich da neben mich setzen wollte, das war doch sicher ein Schwuler? Wie der sofort seine Jacke neben mich gelegt hatte, mich dabei mit seiner Jacke sogar berührend, das aber nicht weiter zur Kenntnis nehmend, vielleicht es auch wirklich nicht bemerkend — das war mir schon zu viel gewesen. Das hatte mir beinahe den Appetit verdorben. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Ich, Rex Granit
Februar 26th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
„Ey, mir is sooo schlecht. Kotzübel, echt.“
Die Kleine sah wirklich ganz süß aus. Ihre Haare waren ein bisschen verfilzt, okay. Man hätte sie mal unter die Dusche stellen sollen. Aber ich hätte sie auf jeden Fall sofort geknallt, wenn man mich gefragt hätte.
Unter ihrer roten Winterjacke, deren Reißverschluss fast bis zum Bauchnabel aufgezogen war, trug sie nur einen blauen Bikini. Ich sage mal so. In ihrem BH hätten auch zwei Basketbälle Platz gehabt. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Der Kreative ist der …
Februar 25th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
… Buchhalter seiner Kindlichkeit. In ihm sind alle widerständigen Impulse des Hippies zu Beton geworden. Er schwingt auf der harten Kehre seines Grinsens um die eigenen Blödheit. Der Kreative ist ein Horror, ein Idiot, ein Arschloch. Treten Sie ihm trotzdem nicht in den Arsch! Sie brächen sich doch nur den Fuß. Wie gesagt, der Kreative ruht in sich, dass Buddha das große Zweifeln ankäme.
Dass all diese Affen sich auf Xing die Dümmlichkeit ihrer Profilausschnitte gegenseitig durchgehen lassen und sich dann noch am Abend, beim Real-life-Treffen, ganz im Ernst die Hand schütteln, als wären sie des prüfenden Betastens eines Gegenübers überhaupt fähig — man kann den Kopf schütteln oder kotzen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
When the deal goes down
Februar 25th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Ich komme nach Hause, von der Arbeit (ich renne den ganzen Tag mit einer Froschmaske aus Schaumstoff durch die Stadt, was erniedrigend, aber ganz gut bezahlt ist), und als ich in unsere schöne große helle Wohnung komme, rufe ich, die Einkaufstaschen aus Papier neben dem Telefontischchen abstellend und die Wohnungsschlüssel an den für sie vorgesehenen Haken hängend: „Imre!“
Früher war das der Moment, auf den ich mich jeden Tag am meisten gefreut habe. Das Wiedersehen mit Imre. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Blogozentriker Remix
Februar 25th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
- Zuerst mal ist das komisch, nicht? Man muss sich dran gewöhnen, stimmt’s?
Ich blicke aus dem Fenster. Hinter mir die leeren Büroräume. Die Laptops summen vor sich hin. Der Blogozentriker hat die Ärmel hoch gekrempelt, er sitzt allein an dem riesigen Konferenztisch und grinst. Er beobachtet mich genau. Draußen wird es langsam Frühling. Doch mich fröstelt.
- Hm, sage ich, und dann: Ja.
- Früher all die Texter. Und heute?
- Muss dir ne Menge Geld sparen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
- Ich glaub einfach …
Februar 24th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
… das darfst du alles nicht so ernst nehmen. Sicher ist es bitter, jetzt so völlig abgeschrieben zu sein von einem Tag auf den anderen, aber …
- Ich war Entertainer, Bob!
- Klar, Georg. Du hattest immer eine schöne Stimme …
- Ich hab das Publikum gefesselt. Ich hab es in meiner Gewalt gehabt! Es hat an meinen Lippen gehangen!
- Nettie war sehr angetan, das stimmt.
- Du doch auch? « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Auf den Schwingen des Adlers
Februar 24th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
„Dieses Buch, weißt du. Dieses Buch ist so unglaublich, so grandios. Es hat mein Leben verändert. Es bringt genau auf den Punkt, was ich immer gedacht habe. Was ich fühle. Kapierst du das?“
Ich verzog so ein bisschen Colt-Seavers-mäßig mein Gesicht, indem ich das linke Auge zusammen kniff und die dazu passende Schulter hob. Ich war skeptisch, wenn einer fast zu heulen anfing, wenn er von einem Buch sprach. Ich meine, hey! Ich bin Stuntman! Hinten auf meiner Lederjacke können Sie einen goldenen Adler sehen, der einen brennenden Lorbeerzweig im Schnabel hat. Auf den Schwingen dieses Adlers bin ich schon kilometerweit gerutscht, an einem Stahlseil hängend, das an der Hinterachse eines Trucks befestigt war.
Leider ist der Film damals nicht ins Kino gekommen, aber als DVD ist er in vielen fernöstlichen Ländern erhältlich.
„Ich weiß nicht“, sagte ich. « Den Rest dieses Eintrags lesen »