Mein Klischee und ich

Februar 4th, 2010 § 2 Kommentare

Wir alle sind natürlich fest davon überzeugt, dass wir kein Klischee seien. Sondern ein pulsierender, atmender, lebendiger, ganz und gar unverwechselbarer Mensch.
Etwas Einmaliges. Ein Prototyp. Direkt von der Quelle stammend.

Quatsch, klar.
Wir alle sind von dicken schwarzen Linien umrahmt. Um kenntlich zu sein. Denn unkenntlich zu sein, frei nach Heiner Müller, das ist scheiße.
Die dicken schwarzen Linien, die uns vor der Unkenntlichkeit bewahren, machen uns zu Cartoons, zu Typen.
Oder wir sind Brei, dann kommen wir schon gar nicht in Betracht.

Wir alle reden das Gleiche. Bewegen uns gleich. Essen aus den gleichen Dosen. Stellen die gleichen Endprodukte her.
Verdauung. Kohlendioxid. Texte.
Wir alle …

Ach. Ist ja auch egal.

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