Quaxotrottel Bullshit
Februar 15th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Mein Gott, hoffentlich haben die das jetzt nicht gehört! Ich hab so laut mit den Zähnen geknirscht vor Wut, es ist echt peinlich! Ich ziehe mir verlegen den Schirm meines Caps noch tiefer in die Stirn. Fuck you, denke ich dabei, fuck you, you dreckige Nutten!
Die Weiber sind echt heiß, die wollen mich aufgeilen, klaro, mit ihren fast nackten Beinen fast bis zum Bauchnabel, und das ist ihnen ja auch gelungen. Ich hab nen Ständer, und wie! Mit dem unterarmlangen Nagel in meiner Jeans könnte ich glatt ein Loch in jede Wand bohren. Gut, dass ich noch nicht aufstehen muss; meine Station ist erst Berliner Tor, und bis dahin fahren wir schon noch zehn Minuten. Trotzdem könnte ich die Fotzen erwürgen, allein, weil es so eine Demütigung darstellt, wegen solcher billigen, grell geschminkten Flittchen, wie sie es sind, einen eisenharten Ständer in der Hose zu haben.
Ich klaube aus der Tasche meines Parkas das Softpack Supermarktzigaretten, das ich mir heute vormittag gekauft habe, auf dem Weg zu Luis. Wir haben ein paar Bier getrunken und gechillt und ein bisschen DVD gesehen, MAD MEN, so eine Serie über Werbefritzen aus den 60ern. Interessiert mich alles nicht besonders, aber Luis kann sich nicht satt sehen an dieser Scheiße. Das ist so eine Art Sucht bei ihm. Er muss immer up to date sein, muss wissen, worüber die Leute gerade so lachen, was gespielt wird auf dem Entertainment-Sektor. Ich glaube, bei ihm ist das genetisch, denn sein Vater hat mal ein paar Folgen LINDENSTRASSE geschrieben, auch wenn das Luis sterbenspeinlich ist.
Die Girls hören plötzlich auf, doof zu lachen, und mir ist klar, dass sie schockiert sind, weil ich mir gerade eine Zigarette zwischen die Lippen stecke. Rissige, breite, brutale Proletenlippen. Und außerdem kichere ich halbwegs debil vor mich hin, wegen der Gedanken an Luis und seinen Alten.
Ich hebe den Blick. Ich werde der Konfrontation mit euch Superpüppchen nicht ausweichen, denke ich, fuck you! Euch fick ich durch, denke ich, und lasse mein Zippo aufschnappen. Voller Konfrontationskurs jetzt. Die gehören doch mal richtig durchgefickt von einem! Im Augenwinkel erkenne ich in diesem Moment die beiden U-Bahn-Wärter in ihren blauen Uniformen, die sich von der Mitte des Wagens aus in unsere Richtung orientieren.
Mein Zippo schnappt zu, ich sage aus dem Mundwinkel zu dem dicken Fatzken, der schon herbei gesprungen ist auf seinen schwulen schmalen Füßchen:
- In die Fresse stecken ist doch koscher, oder?
- Ja, aber bitte, zünden Sie die Zigarette nicht an.
- Wollen Sie mich provozieren? Suchen Sie Streit? (Ich würde aufstehen, wenn nicht immer noch mein Splatterständer stünde wie eine Eins.) Wieso unterstellen Sie mir, ich würde in der U-Bahn rauchen wollen?
- Weil Sie, sagt der zweite U-Bulle, der jetzt zu seinem Kollegen getreten ist, eben schon das Feuerzeug betriebsbereit hatten!
Der hält sich für oberschlau. Ich grinse. Ich schau auf die beiden Fotzen. Diese vier Wichser, die würden doch echt in einem riesigen Doppelbett eine flotte Partie von Dummheit, Geilheit und Anstandslosigkeit abgeben! Geradezu so etwas wie eine lebende Schautafel, die den Menschen erklärt, was mit unserer Gesellschaft nicht stimmt. Das denke ich, und mein Grinsen, wie ich mir das vorstelle, wie die beiden Schlampen den beiden Losern einen blasen, wird immer breiter, so breit, dass ich fast beide Plätze meiner Sitzbank einnehme.
- Alles im Coolcheck, sage ich und lasse das Zippo in die ausgebuchtete Seitentasche meines Parkas zurück gleiten.
- Alles klar. Gute Fahrt noch!
Der Fucker tippt sich doch glatt an die rote Mütze, im Ernst, als er das sagt, und dabei macht er Stielaugen auf die fetten Schenkel der Flittchen.