Pessoa

März 15th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Einsamkeit einer Laterne
hat ja auch etwas Luxuriöses
allenfalls pinkelt mal ein Hund an sie
doch ansonsten versteckt sie sich
in vornehmem Gähnen

und lässt den Regen die Bescherung « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wozu hat man denn Freunde, sag mal?

März 15th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

- Hey! Schön, dass du da bist.
Wir umarmen uns. Ein schöner, entspannter Moment voller Freundschaft und Geborgenheit.
Männerfreundschaft.
Gibt es etwas Ehrlicheres?
- Na?, sage ich warm, mich dabei sanft von Tim lösend. Wie geht’s Kim?
- Willst du n Bier, Bob?
- Da sag ich nicht nein, erwidere ich mit einem Lachen.
Sogar Tom lacht.
Sehr entspannt, alles, sehr angenehm. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Broschürentext

März 14th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

- Diese antiken Philosophen.
- Ich seh den roten Faden nicht. Aber er muss da sein. Er ist da.
- Das waren doch alles Spinner. Freaks. Spinner und Sklaven.
- Aber ich seh ihn einfach nicht. Ich bin zu blöd.
Georg ließ den Strohhalm aus seinem Mund gleiten. Die Eiswürfel klapperten im Pappbecher. Er las in der Broschüre einer Sekte.
Ich hatte soeben meinen letzten Burger hinunter gemampft.
- Sie wurden davon gejagt, und dann, sagte ich, wurden sie wieder verehrt. Von Kaisern und Despoten. Sie rollten leere Tonnen durch die Gassen der Stadt, in denen sie schliefen. Die ersten Trailerparks. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Beobachtungen des Beobachters

März 14th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Neben der Kirche parken gleich zwei Übertragungswagen des ZDF. Ein weiterer wurde vor dem Kirchenportal postiert, etwas nach links versetzt. Flaggen hat man gehisst. Jemand mit einem Fragebogen schnappt sich eine Frau, deren Kopf unter einem pilzartigen blauen Regenschirm verschwunden ist, und verwickelt sie in ein Gespräch. Ein Herr schleicht in seiner Öljacke herum und macht Fotos. Er benutzt dazu eine Digitalkamera. Ein anderer, es ist ein älterer Herr mit grauen Haaren und Brille, rafft seine Mantelschöße vor dem Bauch zusammen und winkt jemandem zu, der nicht zu sehen ist. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Klar. Könnte man.

März 13th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Unser Lied für Oslo. Gestern Abend. Die Moderatorin verwechselte schon in der Anmoderation Oslo mit Stockholm. Warum wohl? Weil in Schwedens Hauptstadt jedes Jahr der Nobelpreis vergeben wird. Da wär sie halt gern auch mal dabei gewesen. Mal was Richtiges machen. So aber guckte sie nur belämmert. Idiotin der Nation, für wenige Augenblicke, bis die rettende Musikeinspielung kam.
Dabei war das, was sie da als Freud’sche Fehlleistung präsentierte, ja gar nicht so blöd! « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Das Bob-Dylan-Dossier

März 13th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

- Sagen Sie das noch mal.
Leutnant Dmitri Karamasow nahm instinktiv erneut Haltung an, straffte sich. Genosse General Gennadi Gruschenkow wippte in seinem schwarzen hochlehnigen Polstersessel nach hinten, dann wieder nach vorn. Er stierte ungläubig auf seinen Untergebenen. Seine Finger nestelten dabei an dem engen Kragenstück seiner Uniform, das von dem höchsten Orden des Reiches abgeschlossen wurde.
Eines untergegangenen Reiches, allerdings.
- Ja, Genosse General, sagte Dmitri, ein Journalist.
- Und der schreibt für WELCHE Zeitschrift?
- „Metal Hammer“.
Der General wippte bei diesen zwei Worten endgültig nach vorn und faltete seine Hände auf der eichenen Schreibtischplatte. Er atmete erst einmal aus, wie es ihm sein Therapeut beigebracht hatte, um die heraufziehende Panikattacke schon im Ansatz zu stoppen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Faire Verlierer

März 12th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

- Schildmag?
- Ja? Ulli? Ulrike? Bist du das?
- Ja? Wer ist denn da?
- Na, ich. Robert.
- Robert! Ja, hallo! Ich hab dich jetzt gar nicht erkannt …
- Na, du hast mich wohl eher nicht erkennen wollen, nehme ich mal an. Oder?
- Wieso? Wie meinst du das? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Die perfekte Frucht

März 12th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Ich sitze am Küchentisch. Ein mittelgroßer Tisch, weder besonders groß noch besonders klein. Überhaupt in keiner Weise auffällig, wenn man von der wirklich ausgesprochen hässlichen Tischdecke absieht, die überdies reichlich verschmutzt ist.
Auch die ganze Küche ist verdreckt. Schaben wühlen sich durch die Mülleimer. Sogar im Kunststoffabfall hat sich in den letzten Wochen Leben entwickelt.
Wunderbar! Ich liebe es, wenn die Wohnung lebt. Wenn ich das Gefühl habe, dass um mich herum etwas entsteht. Dass etwas im Werden ist.
Vielleicht können Sie das verstehen.
In meinen Händen halte ich eine Orange. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Auslegeware Schlinge Anthrazit

März 11th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

„VA PENSIERO“, die Arie aus „Il Trovatore“, dröhnte ihm in voller Lautstärke entgegen. Aber was heißt hier „Arie“? Eigentlich war es ein wildes, amorphes, zügelloses Gekreisch, kaum mehr Musik zu nennen, ein blindes Bombardement der Sinne, und Hans Peterweiß ließ instinktiv die Türklinke los. Die Tür zu Witzkowitz’ Arbeitszimmer vibrierte, und er trat einen Schritt zurück, zögerte. Hörte er da drinnen nicht zwei Stimmen gröhlen, in dem tosenden Radau?

Er war Praktikant, der Hans, mal wieder, trotz seiner 38 Jahre. Was blieb ihm übrig? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Meeting mit Herrn Wilhelmi

März 10th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Er lachte, und dann fuhr er herum und sagte scharf: „Wer hat Ihnen erlaubt zu lachen?“
Sie hätten sehen sollen, wie die Gesichter seiner Mitarbeiter sich verwandelten. Von erleichtert-heiter-entspannt zu panisch-verzweifelt-ungläubig. Es war gruselig. Als würde man Menschen beim Sterben zusehen.
Menschen, denen man sagte, sie würden jetzt lebendig begraben, Punkt.
Bob neben mir schabte mit dem Nagel seines rechten Daumens zwischen seinen beiden oberen Schneidezähnen herum. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wo bin ich?

You are currently viewing the archives for März, 2010 at jetzt ALT: der NEUE blogozentriker.

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.