Okay – aber was bringt’s?

März 5th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Meine Mutter sagte immer zu mir: „Aus dir wird sowieso nichts, vergiss es einfach!“
Man könnte natürlich denken, in solcher Skepsis habe sich ein Mangel an Vertrauen — und also auch an Liebe — ausgedrückt.
Das wäre allerdings vorschnell gefolgert!
Nein, meine Mutter liebte mich; ganz gewiss.
Sie machte sich ganz einfach Sorgen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Auch das ist wahr

März 4th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

- Ich schreibe seit einigen Monaten an einer „Geschichte der abendländischen Welt“, sagt der dünne Mann. Genau gesagt, seit mein Verlag mich im Juli entlassen hat. Jeden Morgen setze ich mich an den Schreibtisch und fange an, Seiten zu füllen, auch wenn ich nicht viel Hoffnung habe hinsichtlich der Marktchancen meines Elaborats …
- Warum hat Ihr Verlag Sie entlassen? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Amazon.de empfiehlt: „Als die Bücher die Bilder abmurksen wollten“ und mehr

März 4th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

- Okay, sagte das Ober-Buch, stattlich und feist in Schweinsleder gebunden, aber sofort sah es sich von einem vorlauten Merve-Band unterbrochen:
- Ich halte diese Anglizismen für unangemessen! Es gibt doch auch im Französischen einige herrliche Ausdrücke, wie etwa „Alors“. Warum immer „Okay“?
- Ja, jetzt führe ich aber den Vorsitz, sagte das Ober-Buch mit grimmigem Runzeln der Umschlagseite, und wenn Sie sich hier mausig machen, mein Lieber, dann drucken wir Ihnen hinten ein paar entsprechende Kommentare drauf! « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Girls, they wanna have fun

März 3rd, 2010 § 2 Kommentare

„Ich wollte, schluchz, ich wollte doch nur etwas Besonderes sein … wie alle anderen um mich herum auch …“
Vaus Miene drückte beinahe so etwas wie Mitleid aus. Die Kleine heulte Rotz und Wasser. Der Mülleimer quoll über vor geschwollenen Papiertaschentüchern.
„Mädel, Mädel …“ Er beugte sich zu ihr herab und schüttelte den Kopf. Ihr Gesicht hatte, gebläht und nass, wie es war, beinahe etwas Amphibisches. Er streichelte über ihre Wange, ganz zart und vorsichtig. „Was hast du dir nur dabei gedacht, hä? Ein ganzes Buch?“
„Was soll’s“, sagte ich. „Sie ist volljährig.“
„Sie ist ein Kind.“ « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Rex Rost, Kunstfälscher

März 3rd, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Rex Rost: Ich war als Kunstfälscher nicht schlecht. Monet und Manet, das war meine Spezialität, aber Matisse ging natürlich auch. Sehen Sie die kleine Zeichnung da drüben? Matisse geht immer. Wenn man einmal diese beinahe japanische Leichtigkeit der Pinselführung raus hat, dann geht Matisse immer. Heute habe ich den Tatterich, da kann ich gar nichts mehr, vielleicht noch Baselitz, das traue ich mir zu. Das hänge ich dann einfach kopfüber auf, dann sieht man eh nicht, wie die Qualität ist! Oder Meese, Jonathan Meese. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Ich, Schizoanalyse

März 2nd, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

- Aber D., sage ich, D. muss doch für irgendwas stehen? Das ist doch kein Name, D., sage ich. Wofür steht D.?
D. Lös wendet sich ab. Er sagt:
- JETZT LASS MICH DOCH ENDLICH IN RUHE, DU AFFENARSCH!
Genau so sagt er das, in Versalien. Zittrige, irgendwie beunruhigende Versalien.
Ich geh lieber ein paar Meter beiseite.
D. ist ungefähr so alt wie ich, wie wir alle, aber nur halb so schwer. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Cowboy

März 1st, 2010 § 2 Kommentare

Für Boris

Ich ritt so vor mich hin, unter der sengenden Sonne Nevadas, und plötzlich fiel mir auf, dass über mir erstaunlich viele Geier kreisten! Ich sagte zu mir: „Hank, jetzt pass mal auf. So übel dran bist du doch noch gar nicht, dass dieses Geieraufkommen durch deinen Gesundheitszustand zu erklären wäre! Im Gegenteil! Du bist doch eigentlich so sattelfest, wie schon lange nicht mehr? Die Wasserflasche ist prallvoll mit Rotwein gefüllt, hinzu kommen die zwei Fässer, die du hinten auf Jolly Jumper geschnallt hast. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Showtime im „Nordkap“

März 1st, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

- Was? Bitte? Zehn Zuhörer? ZEHN?
- Nein, sagt der Betreiber vom „Nordkap“, zehn Ohren.
- Wie, zehn Ohren, sag ich.
- Ja, zehn Ohren halt, sagt der Betreiber vom „Nordkap“.
- Ja, das sind dann ja nur fünf Zuhörer, oder wie? Oder sind ein paar Einohrige dabei?
Ich nehme einen Schluck aus der Mineralwasserflasche.
- Im Augenblick sind fünf da, sagt der Betreiber vom „Nordkap“. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Staatsfeind Nr. n+2

März 1st, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

- Dabei haben die zwei sich gehasst.
- Trotzdem bekamen Sie kein Blatt dazwischen.
- Stimmt, die waren so.
Herbert klatschte seine beiden Handflächen aneinander.
- Wenn Sie versuchten, da dazwischen zu kommen, hielten sie zusammen wie Pech und Schwefel.
- Wie bei einem alten Ehepaar.
- Liegen die Autopsie-Ergebnisse schon vor? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wo bin ich?

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