Sind Sie ein Bestseller?

April 12th, 2010 § 7 Kommentare

Bitte, keine unaufgefordert eingesandten Manuskripte mehr! Selbst wir können nicht alles drucken. Nehmen Sie erst mal Kontakt mit unserem Lektorat auf! E-Mail genügt: sabrina@blogozentriker.de.

Jetzt nehmen wir mal an, wir möchten, dass Sie uns Ihr Manuskript zuschicken, und tatsächlich, Sie tun’s. Von nun an gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten. Entweder Ihr Manuskript hat Potentiale, dann schaufeln wir diese in einer Weise frei, dass Ihr Buch ein Renner wird. Ganz automatisch, das machen unsere Lektoren, die schon so manche verborgene Qualität entdeckt haben.

Oder wir biegen Ihr Buch um. Machen aus einer öden Schwarte einen feschen Ratgeber. Je nachdem, wo die Reise bei Ihnen thematisch hingeht. Wahrscheinlich wird’s ja etwas sein aus dem Segment: “Über 40, zwei Kinder und am Ende, aber die Show geht weiter.” Da gibt’s wahnsinnig viele Texte in der Richtung, aber, und das ist die gute Nachricht für Sie, es gibt auch ein wahnsinnig großes Publikum. Leute, die kaputt sind und das Lesen für sich entdeckt haben, nach all den Jahren sinnloser Herumbrüllerei! Da geht was, definitiv.

Apropos: Reiseführer sind natürlich auch immer beliebt.

Ein guter Mittelweg aus allem ist unserer Erfahrung nach ein Fantasy-Book. Darin haben wir das Literarische, aber nicht zu aufdringlich, uneinschüchternd, sozusagen. Wir haben ferner das Ratgeberdings, indem Sie ein paar fernöstliche Weisheiten wie: “Das, was du suchst, ist in dir selbst” einbauen. Und auch der Reiseführer kommt vor: “In der Ferne erhob sich vor uns gespensterhaft das Gebirge von Mont Tauk, und Grimlin ließ sein Schwert klirren.”

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§ 7 Antworten auf Sind Sie ein Bestseller?

  • Wenn man lesen könnten, wenn man gelernt hätte nicht nur mit den Augen die Buchstaben nachzufahren, abzugreifen, und wieder fortzuschleudern.

    Der Blogozentriker will Manuskripte? Wunderbar! Wenn man hätte, dann könnte man, das wäre toll, fantastisch, ein Buch beim Blogozentriker, was für eine Freude. Aber zuerst lesen, lesen, dann fällt einem vielleicht etwas ein, etwas das man ihm schicken könnte, irgendetwas. Man muss ja wissen, was er haben möchte.

    Ich lese, lese und lese, und das Bild des Blogozentrikers verschwimmt. Zuerst bemerke ich es nicht, doch bald wird es offensichtlich, es zerrinnt vor meinen Augen, und ich sehe hilflos zu. Ich kneife sie zusammen, zwicke mich, und da es nichts hilft, schlage ich meine Zähne in den Unterarm. Grausig. Da muss man doch aufwachen! Doch der Blogozentriker rinnt weiter, wie ein Schneemann tropft er fein säuberlich in den Kanal.

    Und dann sitzt da so einer vor mir, so einer mit Anzug und Krawatte, genagelte Schuhe versteht sich, und glänzend bis zu erblinden, versteht sich auch. Er schiebt seine Designerbrille zu recht, und als er zu sprechen beginnt, da erst erkenne ich (ich Idiot!), dass man ihn ausgetauscht hat. Er ist weg, der Blogozentriker ist weg! Ausgewechselt. Verrat! Jawohl.

    Es ist zum Verzweifeln. Ich will protestieren, der Mann muss zur Rechenschaft gezogen werden, ich gerate in Rage, schreie, aber natürlich: Der wird mich nicht hören, der kann das gar nicht. Aber dass an seiner Stelle, ich meine man kann seine Bücher ja auch jemand anders, aber dass da so einer lacht, hinter einer Designerbrille, mit akkurat gebürstetem Haar, und siegessicher obendrein, das geht schon an die Substanz.

    Beim vierten Wort, beim v-i-e-r-t-e-n!, hätte ich es wissen müssen. Und ich Idiot, ich Idiot merke es erst jetzt, erst jetzt, als das Schwert klirrt.

    Da nämlich begann er zu sprechen.

  • Doc Blogo sagt:

    Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir erstens keine unverlangt eingesandten Leseproben lesen können. Werten Sie das aber auf keinen Fall als Desinteresse an Ihrem Werk! Hätten wir ein solches (Desinteresse), könnten Sie dem dann allerdings — zweitens — auch nicht dadurch abhelfen, dass Sie sich einen schicken Künstlernamen mit unklarem griechischen (?) Hintergrund zulegen …
    Hochachtungsvoll
    der Designerbrillenträger

  • Ich weiß, ich sollte aufhören zu schreiben, denn ich bin, wie jeder sehen kann, nicht einmal fähig einen kurzen Text fehlerfrei abzuliefern. Ach so!, Sie haben ihn ja nicht gelesen. Sie haben kein Interesse, wie Sie sagen, Pardon!, Zeit wollte ich natürlich schreiben, aber leider klemmt meine Löschtaste, und das zwingt mich, manchmal wider Willen, zur Wahrheit.

    Werk gibt es leider keines, nichts was ich so nennen möchte, Sie verstehen sicher, nicht wahr? Es schön, es gibt wenig verständnisvolle Menschen, Sie sind gewiss einer, und es ist besonders wichtig, sie unter den Verlegern zu finden. Ich könnte noch viel erzählen, tue es auch, z.B. von der Leidenschaft, die am liebsten alles einreißen möchte, aber dann zu feige ist, und davor zurückschreckt, die Finger in den behauenen Stein zu graben, und man beschränkt sich dann, mehr schlecht als recht, damit, in der warmen Stube etwas zu zimmern, und sitzt mit eingezogenen Schultern am Tisch, und fischt aus der Buchstabensuppe… aber halt, ich muss es dabei bewenden lassen, mir fiel ein Wort gerade ein, ein Wort, das Sie zu lieben scheinen, ja das Wort nach gerade, das vierte.

    Sie verstehen? Natürlich, ich bin mir sicher.

    metepsilonema,
    von Beruf Grieche

  • Blogozentriker sagt:

    Junge, sind Sie besoffen?
    Macht nix. Aber morgen nüchtern, okay?

  • Ich wünschte ich wäre, äh, besoffen…

  • Blogozentriker sagt:

    Du, das ist nicht so schwierig, wie es aussieht!

  • Das ist richtig. Und mitunter geht es auch viel zu schnell.

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