Wetware
April 27th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Ach, Quatsch, Blogs, winkt er ab, das ist doch passé! Nein, sagt er, ich will AUS dem Rechner erzählen.
Ja, wie. Aus dem Rechner.
Ina lässt ihren Cappuccino sinken vor Schreck.
Ja, halt, wie das da drinnen aussieht, ruft Martin. Seine Nase leuchtet begeistert. Was gibt’s da drin denn so? Graphen? Oder wie?
Strom, meint Max.
Na, Strom, klar. Und Kabel. Platinen. Das ist trivial! Aber all diese Hacker, diese Programmierer … was treiben die da genau? Wie muss ich mir das vorstellen?
Er macht eine Pause, denkt. Dann:
Das muss doch in eine Darstellung überführt werden können! Da muss doch eine Darstellungsweise möglich sein!
Du willst dir ein Bild machen?, frage ich probeweise.
Ja, ja, ein Bild!
Quasi die poetische Seite der Informatik, ja?
Ja, ja.
Der Geist in der Maschine, wirft Hedwig ein.
Gibt’s das denn?
Und wen interessiert das?
Ina rückt lieber ihre Sonnenbrille zurecht.
Ganz konkret.
Wie wir Menschen, meint Martin irritiert, abgelöst werden von Computern. Das ist doch hochgradig spannend. Welche Art von Intelligenz entscheidet im Augenblick WIRKLICH über unsere Zukunft?
Dann lies doch Kittler, wenn dich das beschäftigt.
Hab ich eh, meint Martin. Hab ich eh. Aber das ist ja auch alles schon überholt.
Du meinst, sagt Max, die Literatur hat abgewirtschaftet?
Wann hatte denn die Literatur etwas zu melden?
Martin springt kurz aus seinem Metallsesselchen hoch, setzt sich jedoch zum Glück gleich wieder, bevor er Aufsehen erregt.
Allein was die CIA leistet, sagt er. Ein Satellit im Weltraum kann Max’ Glatze ran zoomen! Das ist doch Wahnsinn!
Ina nestelt an der Sonnenbrille.
Nee. Geht nicht.
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