Zürich

April 30th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Ein Wegrutschen auf offener Straße, es ist mir peinlich, so vor allen Leuten. Fast übermütig schleudere ich einen Fuß in die Luft. Wie ein Clown. Ich will mich noch festhalten, an einem jungen Mann, an dem ich soeben flotten Schrittes vorübergehe; jetzt holt mich der flotte Schritt aber hinterrücks ein, und etwas reißt mir die Beine weg. Ein Knall in der Brust. So kommt es mir vor. Ein peitschenartiger Knall in mir, der mich nach hinten stößt wie ein Fausthieb, dann Blackout.
Als nächstes, ganz weiß über mir, der Himmel. Als hätte mir jemand Untertassen aus Porzellan auf die Augen gelegt. Das Bewusstsein ist noch einmal zurückgekehrt. Ich habe alle Viere von mir gestreckt. Ein Hund, ich weiß nicht, zu wem er gehört, leckt an meiner linken Hand.
Die Dächer von Häusern, schwarz und beunruhigend.

Ich habe keine Schmerzen, nur einen Druck auf der Brust, wie von einem Elefanten. Dabei gibt es an Fauna gegenwärtig nur diesen bizarren Hund, der aussieht wie eine geschorene Katze.
Ich versuche, die Finger zu bewegen, um den Köter zu verscheuchen. Doch da rührt sich nichts.
Mein Körper hat mich endgültig satt, wie’s aussieht.
Gestampfe, Rufe und hastige Bewegungen um mich her. Dabei brach gerade der Frühling an, denke ich noch. Gerade fing der Frühling an, da bin ich auch schon tot!
- Er hat mir das Hemd zerrissen, höre ich einen jungen Mann jammern, denselben, an dem ich mich festzuhalten versuchte, im Vorbeigehen. Ein Typ mit Schiebermütze aus Cord und Shorts aus Cord und einem blau-weiß gestreiften Hemd, von dem ein abgerissener Ärmel herabhängt. Ein langes, dummes, augenloses Sonnenbrillengesicht. Um den Hals trägt er einen Kopfhörer.
Wenigstens hab ich ihm noch das Hemd ruiniert, denke ich.
- Ich bin Arzt, ich kann helfen. Hallo!
Eine robuste, resolute Frau sagt, mit einem Akzent osteuropäischer Provenienz:
- Jetzt gehen Sie doch mal beiseite, lassen Sie den Mann hier durch!

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