Mit der Zunge zu lesen
April 13th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Nein, sagt der Blogozentriker, er wolle keineswegs die Welt retten. Er wolle nur seinen Arsch retten.
Wissen Sie, sagt er, alles geht den Bach runter. Die Welt, in die ich hinein geboren wurde, gibt es schon nicht mehr. Innerhalb von 40 Jahren ist alles anders geworden. Und die Metamorphosenfrequenz nimmt zu. Nicht, dass ich das bereute. Aber verwirrend ist es schon. Ich gehe durch die Stadt, und wenn ich zurückkehre, erkenne ich kaum mehr etwas wieder. Man nennt das Fortschritt, Zukunftszugewandtheit, Sinn für Modernität. Ist ja auch okay. Aber für die Literatur ist es eine Tragödie. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Die natürliche Bühne
April 13th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
In einer Ankündigung zu einer Inszenierung von „König Lear“ las ich in einem Flyer: „Er muss hinein in den Wahnsinn, die Nacktheit – das Nichts.“ Ah, dachte ich, das ist sehr gut, eine gute Charakterisierung eines Familienabends; wirklich ist so etwas ja „eine finstere philosophische Groteske über das Nichts“.
„Worüber denkst du nach, Junge?“
Ich sah auf. Die kalten Augen meines Vaters ruhten auf meiner Wange.
Darum dieses Hitzegefühl.
Er hielt das Weinglas mit zwei Fingern halb erhoben. Eine lässige, souveräne Geste.
Und ein kalter Blick.
Die Tanten schnatterten.
Kitty mitten unter ihnen. Sie wirkte ganz fröhlich. Unser kleiner Bob auf ihrem Schoß gluckste vergnügt.
„Ich?“ Ich lächelte verzweifelt. „An gar nichts!“
Sind Sie ein Bestseller?
April 12th, 2010 § 7 Kommentare
Bitte, keine unaufgefordert eingesandten Manuskripte mehr! Selbst wir können nicht alles drucken. Nehmen Sie erst mal Kontakt mit unserem Lektorat auf! E-Mail genügt: sabrina@blogozentriker.de.
Jetzt nehmen wir mal an, wir möchten, dass Sie uns Ihr Manuskript zuschicken, und tatsächlich, Sie tun’s. Von nun an gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Die Methode Bill
April 12th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Fast 23 Uhr ist es, so langsam zeichnet sich mitten in den grausigen Morden, die London erschüttern, ein Muster ab, da klingelt es an der Tür. Ich wische schnell das Blut vom Fernseher, dann drücke ich auf den summenden Türöffner neben der Wohnungstür. Jemand springt von ganz unten die Treppe herauf, ohne im Treppenhaus Licht anzumachen. Mit langen, federnden Schritten. Gutgelaunten Schritten, sozusagen. Mir schnürt es die Kehle zu. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Schreib, Maschine, schreib!
April 11th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Erst mal schrieb er die Worte hin: „Das Feuilleton nervt!“ Dann zögerte er. Eine ganze Weile dauerte das, das Zögern. Er räusperte sich, kratzte sich am Sack, stand auf, um im Kühlschrank ein Bier zu holen, es war jedoch keines da, nicht einmal einen Kühlschrank hatte er, wie er feststellte, dafür stand die Balkontür offen.
Außerdem war er nicht Hank Chinaski, sondern der Blogozentriker. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Bannig Verdacht!
April 10th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Ich bin froh, sagt der Blogozentriker und krempelt sich die Ärmel seines Businesshemds hoch, um schnell seine Hände in Unschuld zu waschen, dass ich nicht bei diesem Konzert in Hamburg war, sondern lieber …
Der Rest geht unter, denn der Blogozentriker klatscht sich kaltes Wasser ins Gesicht. Dann japst er verzweifelt nach Luft, kurz nachdem er rot angelaufen ist.
Verfluchte Scheiße, murmelt er. Ich hab das Handtuch vergessen …
Während der Blogozentriker sich das Gesicht mit alten Manuskripten abtrocknet, setze ich die Befragung fort.
Ich trage ein T-Shirt, für dessen Beschriftung man meinen Vater noch in die Anstalt eingeliefert hätte, denn endlich ist der Frühling da.
Deutlich erkennbar unter dem T-Shirt: Der Ring, den ich mir selbst durch eine Brustwarze gezogen habe. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Oh, das wär’ super!
April 9th, 2010 § 2 Kommentare
HARALD SCHMIDT: Soll ich Ihr Buch noch kurz erwähnen?
RAINALD GOETZ: Wie Sie möchten.
HARALD SCHMIDT: Das neue Buch von Rainald Goetz, „Loslabern“, erschienen im Suhrkamp Verlag.
Das Tolle an der Wirtschaft …
April 9th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
… ist, dass sie Maßstäbe liefert in einer Zeit, wo keiner mehr oben und unten auseinander zu halten vermag. Zum Glück gibt es aber die zackigen Aktienkurse! Da weiß man, was Oben und was Unten ist. Das finde ich gut. Es stiftet Ordnung. Es gibt Orientierung. Nach dem Muster der Verkäuflichkeit kann ich die Welt ordnen.
Eine Zeitlang tat ich mich auch schwer mit dieser Methode. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
„Reicht nicht!“ reicht nicht!
April 8th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Hallo!
Dies ist der neue Wirtschaftsblog des Blogozentrikers. Der von heute an Wirtschaftsblogozentriker heißen wird. ![]()
Die Zeit des Blödelns ist vorbei. Werden wir endlich erwachsen! Mensch!
Wir möchten uns auf dieser Seite von nun an Themen stellen, die uns allen gestellt sind. Fragen beantworten, die uns alle angehen. Z. B.: Wie bestehen wir in einem immer härter umkämpften Markt? Pessimisten sagen: „Auf lange Sicht gar nicht!!!“ Ah, Schwachsinn! Klar, irgendwann sind wir alle tot. Aber was zählt, ist doch immer die richtige Idee, die richtige Marketingantwort!
Ein Beispiel aus der Praxis möge das verdeutlichen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
In wirtschaftlicher Hinsicht …
April 7th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
… war seine Existenz nicht zu halten. Und in welcher dann? Was er schrieb, war schlicht unverkäuflich; sogar die Wohlmeinenden unter seinen Bekannten gaben irgendwann den Glauben an ihn auf. Es war einfach nicht zu erkennen, welcher Mode er folgte, zu welcher Strömung er sich bekannte, was er mit seinen Textereien bezweckte. Nicht einmal, dass er explizit schlecht geschrieben hätte, das hätte ja wenigstens eine Art von Orientierung, von Einordnung erlaubt! Er wäre dann einer von den Unbegabten gewesen, die es einfach nicht einsehen wollen, eine Art von Held des Scheiterns. Bravo! « Den Rest dieses Eintrags lesen »