Bewegtbilder
Mai 11th, 2010 § 3 Kommentare
Stehen Wörter jemals still? Doch nicht, oder? Sogar wenn sie niedergeschrieben sind, sind sie eigentlich dauernd in Bewegung. Wie wäre es sonst erklärlich, dass sie uns desto fremder erscheinen, je genauer wir sie uns anschauen? Sie bewegen sich von uns fort, wenn wir zudringlich werden. Das spricht nach meinem Gefühl dafür, dass sie scheu sind, die Wörter.
Oder aber das (wirklich verständliche) Bedürfnis nach Halt zwingt uns zu einer gehörigen Portion Oberflächlichkeit? Vielleicht müssen wir uns ja – aus einem tief verankerten Hirnimpuls heraus – auf den ersten, banalen Blick verlassen? Man drehe den Spieß, mit dem wir auf die Welt losstochern, einfach mal um: Unter Umständen sind’s gar nicht die Bedeutungen, die flüchtig sind, sondern wir, die einfach analyseunfähig – denkunfähig! – sind.
Der Text wollte wohl sagen, dass die Wörter davor zurückschrecken, sich von uns in Kontexte einzementieren zu lassen. Wie Ziegel, aus denen wir eine Mauer bauen. Wörter bleiben lieber frei, unbestimmt, unbestimmbar, reinterpretationsfähig – und halten sich deshalb von uns fern!
Wörter sind sehr scheu.
Worte auch.
Texte sagen manchmal auch eher wenig. So isch halt!
Slim