Heidi

Mai 28th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Logisch, der Job hat seine Härten. Gut bezahlt, keine Frage, aber halt auch hart. Da kann morgens schon mal das Handy klingeln, noch vor Sonnenaufgang, und Heidi ist dran. Heidi hat mit ihrer Crew den ganzen Abend über gemeetet, im Hafen von Cannes, auf ihrer Jacht, da war mal wieder Brainstorming angesetzt, und dabei ist der Champagner in Strömen geflossen, und jetzt haben sie diese sensationelle Shooting-Idee, und die muss natürlich just-in-time umgesetzt werden. Mr. Justintime bin ich. Sie ruft mich sofort an, sagt Heidi, weil sie sich gedacht habe, wo die Show doch im Augenblick einschaltquotenmäßig nicht so ganz optimal laufe, da rufe sie mich doch am besten sofort an.
Alles klar, sage ich, kein Problem, ist ja auch fast schon vier.
Diese ganzen halbdebilen Schicksen, sagt Heidi, die sollen sich im Schlamm wälzen, das sei die Idee, die sie entwickelt hätten, in sengender Sonne, und dann wird der Schlamm hart an ihren Körpern, wie Reptilienpanzer. Wie Schildkröten. Oder Eidechsen. Alligatoren, ruft jemand im Hintergrund, und Heidi wiederholt: Alligatoren.
Alligatoren, sage ich, okay.
Kannst du das organisieren, bis morgen früh, Bob? Kriegst du das hin? So um sechs? Damit die Schicksen schön verstört sind, wenn ich sie gleich aus dem Bett trommele?
Na klar, Schlamm in sengender Sonne, sage ich, kein Problem, sage ich, lass uns doch in Tunesien shooten, Heidi, oder?
Heidi kräht: Bob will in Tunesien shooten, und jemand ruft: Yeah!

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