Aus den Aufzeichnungen eines arte-Regisseurs (#5)

Mai 10th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Man macht ja schon einiges mit. Okay. Darum ist man immerhin Mensch geworden, damit man einiges mitmachen kann. Aber das? Das ging dann selbst mir zu weit! Dieser Typ flößte mir Angst ein! Wer hat den denn auf die Menschheit los gelassen, sag mal?, dachte ich und zog mich auf mein Hotelzimmer zurück. Ich nahm mir einen Wodka aus der Minibar und versuchte erst mal wieder runter zu kommen. Ich ließ die Rollos runter rasseln, weil ich den Anblick der Berge jetzt nicht ertrug. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Trash

Mai 10th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Pratt und Whitney wussten, wie man Druck macht. „Wenn du die Welt erobern willst, darfst du nicht zimperlich sein.“ Das war ihr Credo. Die Zwillinge sahen sich mit ihren runden Bäuchen und runden Nasen und runden Gesichtern geradezu lächerlich ähnlich. Leicht gelblich schimmerte ihre Haut. Irreal.

In ihren Uniformen hatten sie etwas ausgesprochen Einschüchterndes. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Tote/Körper

Mai 9th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Schauspieler sind Medien, durchaus im spiritistischen Sinne. In ihnen materialisieren sich Tote, zuweilen auch Untote. Die Schauspieler machen sich zu Orten der Bilder, zu Leinwänden von Universal Pictures. Sie öffnen sich zu Räumen von längst vergangenen Stimmen, und ihre Körper verwandeln sich in Stätten von Albträumen.

Schweinebucht

Mai 8th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

- Okay, aber warum wollen Sie eigentlich unbedingt dieser Scheißwelt die Treue halten?
Der Kerl grinst mich hinter seiner riesigen Sonnenbrille an. Ich sehe seine Augen böse blitzen. Die Finger seiner rechten Hand trommeln einen beschwingten Rhythmus gegen den Stiel seines Cocktailglases. Ich halte mich an einer gelben Bierflasche fest. Im Hintergrund winken die Palmen von dem makellosen Grün des Rasens, der uns vor dem makellosen Blau des Meeres beschützt. Ein Boot kreuzt die Bucht, Einheimische, die vom Fischfang zurückkehren. Ich meine, ihre Zähne blitzen zu sehen in der Sonne.
Die Andeutung einer Wolke schwebt am Himmel. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

20:10 Uhr

Mai 8th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Manchmal hat man ein Gefühl für sein Leben, das sich kaum in Worte fassen lässt, aber dennoch sehr plausibel wirkt, ernüchternd, aber auch befreiend. Während man noch schnell letzte Besorgungen vor einem Feiertagswochenende gemacht hat, kommt einem das in den Sinn, eine geradezu aphoristische Stimmung. Im Stile von: Ich habe niemanden umgebracht, habe mich nicht allzu sehr zum Affen gemacht; habe das Gesicht nicht verloren. Dass man dafür schon dankbar sein müsse. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wer das Logo hat, muss auch für den Spot sorgen

Mai 7th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

- Sag mal, Bob. Spinnst du?
Die Beraterin ist in der Tür des Büros aufgetaucht. Bob verzieht eine Miene.
- Warum?, brummt er. Was ist?
- Ein OFFENES ENDE? Du willst DEN KREIS NICHT SCHLIESSEN in diesem Spot?
Bob verzieht noch einmal eine Miene.
- Was fürn Spot denn? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Namens Kunde

Mai 7th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Neulich lernte ich einen wirklich merkwürdigen Typen kennen. Ich saß in meinem Stammcafé im Herzen von München und veredelte einen erfolgreichen Geschäftsabschluss mit Kaffee, Kognak und Zeitungslektüre, da trat er ein, der Typ. Und nahm an meinem Tisch Platz. Unaufgefordert, versteht sich. Ohne zu fragen.
Er sei Schriftsteller, sagte er.
Huch, dachte ich. Schriftsteller? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

„Knirsch“ …

Mai 6th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

… ist ein Fachausdruck aus dem Bauwesen, der verwendet wird, wenn Bauteile glatt gegeneinander stoßen, wobei die Trennfuge nicht verklebt oder vermörtelt zu werden braucht, siehe dazu auch « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Aus den Aufzeichnungen eines arte-Regisseurs (#4)

Mai 6th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Das Amerikanische kann sehr viel mehr als Subjekt-Prädikat-Objekt nicht leisten; daher die Tendenz der Amerikaner zum Faktischen, zum So-ist-es, zum nackt Berichtenden. Wenn sie träumen wollen, brauchen sie Bilder. Für unsere Autoren mit ihrem ganz gegenteiligen Sprach- und Weltempfinden schafft die Dominanz der amerikanischen Literatur aus diesem Grunde eine Menge Probleme. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Plastikseele

Mai 4th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

- Früher hatten wir eine, die war aus Gummi … die hatten wir in einem Musikgeschäft gekauft. Quasi unsterblich.
- Extrem widerstandsfähig, definitiv!
- Aber diese hier, sagte Bob, das Vorführmodell entrollend, ist komplett abwaschbar! Können Sie ruhig auch Seife benutzen. Schadet nix.
- Seife? So? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wo bin ich?

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