Warum ist die WM so langweilig?
Juni 29th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Meine Vermutung: weil die Spieler es gewohnt sind, nur noch in Systemen zu dienen. Jeder Pass im Vereinszusammenhang heute ist ein Element von Hochgeschwindigkeitssport. Er erfolgt blind, ist einstudiert. Eine geübte Sache. Sonst käme er zu spät. In den ungewohnten Strukturen der Nationalmannschaft vermögen die Kicker kaum Kreativität zu entfalten. Sie sind verunsichert. Sie erreichen ihr Improvisations-Niveau nicht, da zu viele Parameter nicht eingestellt sind. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Auf der Kippe
Juni 28th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Ich saß, wie es so meine Art ist, nach der Arbeit in der „Bar St. Georg“ und trank ein paar Bier. Dabei beobachtete ich die Passanten und überlegte, ob ich heute eigentlich zur Arbeit gegangen war? Zufällig kam, wie jeden Abend um die Zeit, Popsy vorbei. Popsy ist ein rosafarbener Elefant. Immer wenn ich Popsys ansichtig werde, frage ich mich, wo er das Geld her nimmt für die ganze Farbe. Er hat es mir nie gesagt.
„Hey, Popsy“, rief ich. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Die Realität ist …
Juni 15th, 2010 § 2 Kommentare
… immer anders, als wir denken. Nur sind wir meist so befangen in unseren Denkmustern, dass wir von der wahren Realität nichts wahrnehmen. Wir sehen nur die Hochglanzbilder in unserem Kopf. Die Illustriertenperspektive. Das ganze Geschnatter der Neunmalklugen. Die meisten Leute, und das ist meine echte Meinung, werden nie in ihrem Leben etwas WAHRGENOMMEN haben. Sie glotzen nur, auch mit den Ohren. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Artigas
Juni 15th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Die Wahrheit ist, denkt Artigas, sitzend und schauend, seine fremdsprachige Zeitung aus der Hand lassend, dass auch diese deutschen Mädels Leben in sich haben, trotz aller Automatisierung ihres Gebarens. Wie gern würfen sie diese Last von sich, die ihre Mütter auf sie senkten! Man sieht ihnen an, noch an diesem stillen, ruhigen Ort, die grauenhafte, unerbittliche Verpflichtung des Lebens. Atmen, schreit ihr Lachen, welch ein Krampf! « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Max und der Himmel
Juni 14th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Max Büchner saß auf dem Flur des Krankenhauses. In der Ferne trippelten Schritte vorbei. Sie hatten Karl Gutzkow in seinem Bett gerade aus dem Zimmer geschoben, ein weißer Haufen Nichts unter einem Laken. Büchner blickte auf den sterilen Linoleumbodenbelag und dachte, dass das also der Tod war, etwas Graues, Steriles, auf dem man die ganze Zeit über herumlief, ohne es eigentlich wahrzunehmen. Ja, dachte er weiter, während seine Augen auf eigene Faust umherwanderten, und das Leben, das Leben waren solche kleinen, unmerklichen Schrammen und Kratzer, Dellen und Einstampfungen auf dem steril-grauen Linoleum! « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Sonntag, der 13.
Juni 13th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Der Typ trug eine Eishockeymaske, und in der Hand hatte er eines unserer ziemlich scharfen, ziemlich langen Küchenmesser. Vor wenigen Stunden hatte ich damit noch Tomaten für eine asiatische Suppe gewürfelt, darum wusste ich um die Leistungsfähigkeit dieses insgesamt primitiven, aber vorbildlichen Werkzeugs. Das Messer musste er aus dem Messerblock gezogen haben. Er war etwa zwei Meter groß, und er stank gewaltig. Er stank wie eine Wasserleiche, die mehrere Tage im verschlammten Seitenarm des Mississippi gelegen hat … « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Samstag, 12. Juni
Juni 12th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
„Oh, ich beklage mich ja gar nicht! Wozu? Es hat keinen Zweck, zu klagen. Damit habe ich mich abgefunden.“
„Hm“, der Doktor blinzelte, die Hände auf dem Rücken verschränkt, den Spazierstock zwischen seinen dürren Fingern, schräg geneigt das Ohr unterm breitkrempigen Hut, gegen den übergroßen Begleiter hinaufgewandt, „hm, was ist dann aber eigentlich das Problem? Wenn das alles so ist, wie Sie es beschreiben?“
Der Doktor hatte die Angewohnheit, seinem O-beinigen Gang noch einen krummen Rücken hinzuzugesellen, was ihm das Aussehen eines ausgemachten Kauzes verlieh. « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Fahrradweise
Juni 11th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Hat man denn nur die Wahl
Dachte das gemarterte Männlein
In seinem von den Martern verdummten
Kopf. Auf dem Fahrrad auf Zickzackkurs durch
Die Stadt. Nur die Wahl, dachte es « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Minotaurus
Juni 11th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Nur wenn er schrieb
Mit diesem altmodischen Stift in der Hand
Fühlte er sich heimisch
Fühlte er sich als Bürger, als Bewohner
Einer Stadt, die, mit einem leichten Schaben
Zwischen atemerfüllten Sätzen mäanderte
Durch eine labyrinthische Stadt « Den Rest dieses Eintrags lesen »
Nach WCW
Juni 11th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar
Ein untrügliches Zeichen dafür
Dass Sie alles richtig gemacht haben
Ist, wenn die Buchhalterin Ihnen
Gratuliert, weil Sie dem Chef gerade « Den Rest dieses Eintrags lesen »