Die Welt aus der Vielflieger-Perspektive:

August 31st, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Jede Menge Raum für Umweltverschmutzung zwischen zwei Fotoshootings.

Tintoretto

August 28th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Eigentlich werde man doch nur das, was die Leute in einem sehen wollten. Wollen sie einen Narren in dir sehen, wirst du halt ein Narr, sagte Bob. Erwarteten sie hingegen sehnsüchtig ein Genie, könne man sich kurzzeitig sogar genialische Züge aneignen. Man dürfe, so Bob, die Macht der Erwartungen der anderen nicht unterschätzen! Im Grunde schüfe die Erwartung der anderen unseren Charakter, unser Selbst. Darum sei es auch so unerhört wichtig, wessen Blicke als erstes auf uns fielen. Das sei eine Sache, buchstäblich, von Leben und Tod, rief Bob. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Novellenbogenfreiheit

August 28th, 2010 § 1 Kommentar

Wahre Worte sind nicht schön,
schöne Worte sind nicht wahr.

Tao-Te-King

Befragt, warum seine einst kunstvoll gestrickten Geschichten immer kürzer und vor allem atemloser würden, legitimierte er sich mit dem Zeitgeist, mit den Erfordernissen einer globalen Schnelllebigkeit. Das schien übertrieben. Er geriet ins „Faseln“, wie seine Freunde befanden. Verlegen rieb er die Handflächen aneinander, während er sich rechtfertigte. Man müsse ja heute seine Schreibereien so hinhauen, sagte er, das sei ja alles nur noch im Status des Hingeschissenwerdens zu ertragen. Bei gründlichem Arbeiten käme man sich ja wie ein Idiot vor. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Nicht mal die Spams

August 26th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

„Gibt es etwas, das Sie Ihren Lesern sagen wollen, bevor wir mit der Lesung beginnen?“
„Was?“
Bob war in einer schrecklichen Verfassung. Um elf hatten wir das erste Bier aufgemacht, und dann hatten wir am Küchentisch von Eric gesessen und geraucht, bis wir los mussten, zur Lesung.
Im Taxi hatte Georg noch eine Flasche Médoc entkorkt.
Dann hatten wir angehalten, damit Eric in den Rinnstein kotzen konnte.
Immerhin, das ist Fortschritt. Früher wäre Eric gleich im Rinnstein liegen geblieben. Jetzt saß er neben mir auf einem Stuhl. Wenigstens zur Hälfte. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Abschied

August 25th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

„Ich werd dann mal gehen“, sagt Bob und zieht seine Stiefel an. Er sitzt auf der vierten Treppenstufe von unten, und jetzt wendet er Sara sein Gesicht zu. „Oder ist noch was zu sagen?“
Sie sieht nicht auf. Tränen stehen in ihren Augen. Geräuschvoll zieht sie ihre Nase hoch, wischt sich mit dem Rücken ihrer Hand über den Mund. Das hier nimmt mich ganz schön mit!, denkt sie. Das Glitzern auf des Messers Schneide blendet sie, und sie schüttelt den Kopf. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

„Geil“ ist ein geiles Wort

August 25th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

„Ich hab versucht“, sagt der Regisseur, dessen stachelige Wangen der Tod schon ausgehöhlt hat, „dieses Leben nicht zu ernst zu nehmen. Als wär’s ein gigantischer Spaß. Ich hab’s in Anführungszeichen setzen wollen. Das lag ja auch ganz auf der Linie des Zeitgeistes. Aber meine Krankheit hat mich auf die wahre Natur meiner Existenz hingewiesen.“
Ich sage: „Ach so“, ja, und wende mich brüsk ab. Sanni schickt mir einen irritierten, wütenden Blick hinterher. Mir ist’s egal. Darauf kann ich jetzt keine Rücksicht nehmen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Probefahrt

August 24th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Besser wurde die Sache erst, als ich die Automobil-Recherche für mich entdeckt hatte. Darauf habe ich mich spezialisiert. Man kann wohl sagen, dass diese Entscheidung mein Leben gerettet hat.
Eine knappe, schnörkellose Sprache, eine Sinnlichkeit, die ganz dicht dran ist am Ding, am Auto. Es ist keine Anmaßung, wenn ich behaupte, dass kaum ein Schreiber in Deutschland diese Art von Text heute besser beherrscht als ich. Für die großen Marken und die bekannten Magazine bin ich längst die erste Wahl, wenn’s um eine Produktpräsentation geht, um die Markteinführung eines neuen Modells.
Mein Stil wird als haptisch beschrieben. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Lies es LAUT!

August 23rd, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

- Moment mal. Sie sind wer? Und Sie wollen WAS?
- Mein Name ist Peter Groß, und ich bin der Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Berlin-Weißensee. Und ich wollte einmal bei Ihnen anfragen, Herr Macha, ob Sie nicht Lust hätten, in unserem Gemeindezentrum einmal aus Ihrem Buch zu lesen? Aus dem, na, Dings, Ihren, wie war noch gleich der genaue …
- Aus den HOHLKÖRPERN? « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Kaffee und kein Kuchen, dafür ein Automat

August 23rd, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

„Das ist nun mal mein Beruf. Schauspieler.“
Michael nimmt mit zwei vorsichtigen Fingerspitzen den Plastikbecher aus dem Kaffeeautomaten, und wir machen uns auf den Weg zu einem Tisch, der zwischen zwei unechten, verstaubten Palmen und zwei wackeligen, tiefen Sesseln aufgestellt wurde. Das stand bestimmt schon alles vor der Wende hier, denke ich, während ich die Sessel so verschiebe, dass wir beide uns setzen können.
Auf dem niedrigen Tisch liegt die Ankündigung einer Aufführung des DON KARLOS, von Friedrich Schiller. „Friedrich Schiller“ ist größer geschrieben als „DON KARLOS“. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wo bin ich?

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